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Drama ohne Happy End: „Grandiose Leistung“ gegen Nordhorn-Lingen nicht belohnt

Mathias-Riedel-HSG-Konstanz-Nordhorn

Bittere Niederlage für Mathias Riedel und Co.: Eine über weite Strecken, so Andre Melchert, "grandiose Leistung" der HSG Konstanz wurde wieder nicht belohnt.

 

2. Handball-Bundesliga:

HSG Konstanz – HSG Nordhorn-Lingen 24:25 (12:13)

 

Gekämpft, acht Minuten vor Schluss mit 22:20 geführt und wieder ganz dicht vor der Sensation. Doch am Ende soll es einfach nicht sein für die HSG Konstanz. Trotz herausragender kämpferischer Leistung und einer weiteren Steigerung in Abwehr und Angriff wird die Eblen-Equipe (noch) nicht für ihren Einsatz belohnt. Zum dritten Mal in der aktuellen Saison musste sich Konstanz mit einem Tor geschlagen geben, hatte dem Spitzenteam HSG Nordhorn-Lingen aber bei der knappen 24:25 (12:13)-Niederlage einen heißen Schlagabtausch bis zur letzten Sekunde geliefert.

 

Riesengroß war dementsprechend die Enttäuschung im stimmungsvollen Konstanzer Hexenkessel, die sich direkt nach dem Schlusspfiff in einem gellenden Pfeifkonzert entlud. Adressaten des Zorns von der Tribüne waren die beiden Schiedsrichter. Zwar hatten die Gastgeber selbst den einen Fehler vor allem in der Auswertung klarster Chancen – wie etwa bei zwei vergebenen Siebenmetern – zu viel begangen, doch ohne die Fehler und teils fragwürdigen Entscheidungen der Unparteiischen gerade in engen, entscheidenden Situationen hätte es mit einer couragierten Vorstellung dennoch zur großen Sensation reichen können. Andre Melchert, Sportlicher Leiter und Co-Trainer der HSG Konstanz, sprach seiner Mannschaft bei der Pressekonferenz deshalb auch „ein Riesenkompliment“ aus. „Wir haben mit einem Spitzenteam auf Augenhöhe agiert und Nordhorn-Lingen vorne und hinten alles abverlangt“, hob er die starke Leistung der Konstanzer hervor.

 

Eine Leistung, die von Anfang an einen offenen Schlagabtausch mit dem Europapokalsieger von 2008 ermöglichte, selbst als dem 3:5 durch den treffsicheren Lasse Seidel zuerst ein Foul und anschließend ein Schrittfehler verdächtiger Tempogegenstoßlauf vorausging. Für den zunächst auf der Bank gebliebenen HSG-Kapitän Mathias Riedel begann Felix Gäßler und schlug mit seinen Mitspielern ein hohes Tempo an. Die Gastgeber kämpften um jeden Zentimeter, wussten aber auch spielerisch zu gefallen. Problemfelder waren nach wie vor die Verwertung klarster Einwurfmöglichkeiten – und Nordhorn-Shooter Jens Wiese. In der ersten Halbzeit fanden die Gelb-Blauen vom Bodensee kein Rezept gegen den wurfgewaltigen Routinier und mussten alleine sechs der 13 Gegentore in den ersten 30 Minuten durch ihn hinnehmen.

 

Trotzdem startete Konstanz auf das 8:10 (19.) durch, natürlich, Jens Wiese einen 4:0-Lauf zum 12:10 (25.). Etwas leichtfertig wurde der Vorsprung kurz vor der Halbzeit noch aus den Händen gegeben und statt mit einer Führung in die Kabine zu gehen, musste die gastgebende HSG einen 12:13-Rückstand hinnehmen. „Wir haben schon letztes Jahr gemerkt, wie schwer es in Konstanz ist“, zeigte sich Nordhorns Trainer Heiner Bültmann am Ende sehr zufrieden. „Auch dieses Mal ist es so gekommen. Trotz nur 24 Gegentoren war es nicht unsere beste Abwehrleistung.“

 

Grund dafür war eine mit „sehr viel Leidenschaft“, so Bültmann weiter, „spielende HSG Konstanz, die im Angriff extrem hart in die Zweikämpfe gegangen ist. Kompliment.“ Mit schnellem, variantenreichem Spiel wurde die als eine der besten Deckungsreihen der Liga geltende Defensive der Niedersachsen immer wieder schön auseinandergespielt und für den überragenden Kreisläufer Chris Berchtenbreiter geöffnet. Der 100-Kilo-Mann wusste den Raum elegant zu nutzen und sorgte mit fünf teils spektakulären Treffern bei fünf Versuchen nach dem 17:17 durch Mathias Riedel nach 14:17-Rückstand für das 18:18 (46.). Als Paul Kaletsch die HSG Konstanz unter lautstarkem Jubel der Konstanzer Anhänger schließlich sogar zum 19:18 in Führung warf und Felix Klingler innerhalb einer halben Minute mit einem Siebenmeter und einem Tempogegenstoß acht Minuten vor dem Ende auf 22:20 erhöhte, schien die Sensation in der Luft zu liegen, der zweite Heimsieg greifbar. Jens Wiese war im zweiten Durchgang weitgehend unter Kontrolle und kam auf nur noch zwei Treffer, während Konstantin Poltrum mit 13 Paraden und 34 Prozent gehaltener Bälle hinten dicht machte – wie auch der erfahrene Björn Buhrmester auf der anderen Seite mit 33 prozentiger Erfolgsquote und 12 Paraden.

 

Doch Routine und Erfahrung siegte über die in der Schlussphase manchmal zu hektisch auftretende Jugend der Hausherren, die den letzten Treffer des Aufstiegsfavoriten vom Siebenmeterpunkt in Unterzahl nicht mehr egalisieren konnten. Der finale Wurf von Tom Wolf landete im Nordhorner Block und Heiner Bültmann war froh, dass seine Mannschaft „am Ende ruhig geblieben ist“ und sich für eine „kämpferisch gute Leistung belohnen konnte.“ Sein Gegenüber, Andre Melchert, hatte verständlicherweise mit großem Frust zu kämpfen und meinte: „Das tut weh, wenn man kurz vor dem Ende so nahe dran ist. Es zeichnet aber solche Spitzenmannschaften aus, dass sie nicht nervös werden.“ Dennoch war er stolz auf die Leistung der eigenen Mannschaft: „55 Minuten haben wir dem heute eine grandiose Leistung entgegengesetzt. Es hat vielleicht gefehlt, dass wir uns mal auf drei bis vier Tore abgesetzt hätten.“

 

HSG Konstanz – HSG Nordhorn-Lingen 24:25 (12:13)

 

HSG Konstanz: Konstantin Poltrum (13 Paraden), Stefan Hanemann (Tor); Benjamin Schweda, Mathias Riedel (4), Tom Wolf (2), Paul Kaletsch (3), Felix Krüger, Fabian Maier-Hasselmann, Felix Gäßler (2), Tim Jud (4/1), Samuel Wendel, Chris Berchtenbreiter (5), Maximilian Schwarz, Sebastian Bösing, Felix Klingler (3/1), Julius Heil (1).

Trainer: Daniel Eblen

 

HSG Nordhorn-Lingen: Buhrmester (12 Paraden/davon ein Siebenmeter), Bartels (Tor); Heiny (2), Leenders, Mickal, Miedema (4), Fraatz (1), Terwolbeck, de Boer, Vorlicek (3), Wiese (8), Smit, Seidel (7/3).

Trainer: Heiner Bültmann

 

Zuschauer: 800 in der Schänzle-Sporthalle Konstanz.

 

Schiedsrichter: Julian Köppl aus Bingen und Denis Regner aus Nieder-Olm.

 

Zeitstrafen: 6 Min. (Klingler 30.; Riedel 57.; Jud 58.) – 6 Min. (Miedema 13.; Leenders 27.; Vorlicek 58.)

 

Siebenmeter: 2/4 (Kaletsch scheitert an Buhrmester 13.; Jud wirft an den Pfosten 45.) – 3/3

 

Spielfilm: 1:1 (5.), 4:6 (10.), 7:8 (15.), 10:10 (20.), 12:10 (25.), 12:13 (Hz.), 12:15 (35.), 15:17 (40.), 17:18 (45.), 19:20 (50.), 22:22 (55.), 24:25 (En.)



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