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„Wirtschaftlich keine Albträume“: HSG-Präsident Otto Eblen glücklich über Rückhalt in Konstanz

„Wirtschaftlich keine Albträume“: HSG-Präsident Otto Eblen glücklich über Rückhalt in Konstanz

Vater und Sohn können zufrieden auf das Jahr 2016 zurück- und zuversichtlich auf 2017 vorausblicken: HSG-Cheftrainer Daniel Eblen (li.) und Präsident Otto Eblen. Der HSG-Macher freut sich über sportliche, wirtschaftliche und organisatorische Erfolge.

 

Otto Eblen engagiert sich seit mehr als 35 Jahren in verschiedenen Funktionen wie der Jugendarbeit, als Trainer und im Management bei der HSG Konstanz. Seit 1991 ist der 69-Jährige Präsident der HSG. Otto Eblen hat zwei Söhne, zwei Töchter und sechs Enkel, sein Sohn Daniel trainiert die erste Mannschaft, sein Sohn Tobias ist Talenttrainer der HSG Konstanz.

 

Im Gespräch mit HSG-Pressesprecher Andreas Joas verrät Otto Eblen seine Jahreshöhepunkte, freut sich über wirtschaftliche Erfolge und gibt einen Einblick in die bereits auf Hochtouren laufenden Vorbereitungen für die nächste Saison.

 

Herr Eblen, 1850 Fans zu Beginn des Jahres 2016 in der Schänzle-Hölle, 1600 zum Abschluss, dazwischen die Süddeutsche Meisterschaft und die Rückkehr in die Zweite Liga. Bekommt man da nicht manchmal Gänsehaut?

 

Schon. Aber trotzdem vergesse ich nie den Wahlspruch, dass es, wenn es nicht läuft, auch wieder besser und wenn es läuft, wieder schwieriger werden wird. Wir bleiben alle am Boden, dennoch darf man sich über dieses unvergessliche Jahr freuen. Dabei wird der Erfolg immer an den aktuellen Ergebnissen und Tabellen gemessen, wobei manchmal ganz aus dem Blick gerät, welch jahrelange Bemühungen im aktuellen Erfolg stecken. Das beste Beispiel ist das Jugendzertifikat der Handball-Bundesliga. Hätten wir nicht schon vor vier Jahren mit der Aufbauarbeit begonnen, ohne zu wissen, in was diese münden könnte, wäre das nicht zu schaffen gewesen. So waren schon viele Anforderungen für den Antrag erfüllt.

 

Was war Ihr persönlicher Höhepunkt in einem der erfolgreichsten Jahre der Vereinsgeschichte überhaupt?

 

Die Reaktion der Spieler im Training, als ich verkündet habe, dass wir aufsteigen wollen. Es stand positives Entsetzen in den Gesichtern der Spieler. Danach haben sie dieses Ziel sofort angenommen. Zusammen mit dem Aufstieg und den Emotionen danach war das ein sehr bewegender Moment. Wir haben dies nach jahrelanger Arbeit in der 3. Liga zusammen erreicht, weil wir daran geglaubt haben. Nun glauben wir daran und werden alles dafür tun, dass wir das Erreichte auch halten können. Zu den 38 Handball-Bundesligastandorten zu gehören ist schon was für eine Stadt wie Konstanz. Wir haben gesehen, was alles entstehen kann und wissen, dass dies etwas Besonderes ist.

 

Gab es etwas, dass Sie besonders überrascht hat?

 

Sehr imponierend waren vor allem unsere bisherigen Auswärtsauftritte in der 2. Bundesliga, womit nicht nur die sportliche Leistung gemeint ist. Die Unterstützung durch die Stadt, die Sponsoren und Fans ist großartig. Nach einem halben Jahr in der 2. Bundesliga können wir schon den ersten Erfolg verbuchen: Wirtschaftlich muss man trotz der Belastungen keine Albträume haben. Die Heimspiele waren immer gut besucht und die HSG ist in Konstanz und der Region in aller Munde. Dazu haben uns die Reaktionen der Sponsoren überrascht. Es haben sich viele neue Türen geöffnet und die Unterstützung war noch nie so groß.

 

Was hat die HSG auch in der sogenannten stärksten zweiten Liga der Welt ausgezeichnet, sodass bereits 18 Punkte gesammelt werden konnten?

 

Nochmals: Wichtig war immer auf dem Boden zu bleiben. Dazu die jugendliche Unbekümmertheit nach erwartbaren Rückschlägen, als die Mannschaft völlig frei auf die nächste Chance gewartet hat. Es zeichnet unser Team aus, dass es immer alles gibt. So hat sich die Mannschaft mit jugendlichem Elan und ihrer positiven Einstellung schon beachtlich viele Punkte gesichert. Hinzu kommt die Qualität des Trainers, der die Spieler gut auf vermeintlich stärkere Gegner einstellt. Inzwischen haben wir uns sicher den Respekt und die Achtung der Gegner erarbeitet. Es wird positiv wahrgenommen, dass wir in Konstanz vieles anders machen, auch weil wir es müssen.

 

Was verstehen Sie hierunter vor allem?

 

Wir müssen kreative, innovative Wege gehen. Seien es die Kooperationen mit der Exzellenzuniversität und der Fachhochschule oder die Spielanlage ohne Linkshänder, teilweise mit drei Kreisläufern oder Besonderheiten in der Deckung. Wichtig ist in allen Bereichen immer die Qualität. Egal was man macht, man muss es gut machen. Nur so kommt man weiter.

 

Gerade im Jugendbereich und der Organisation möchte die HSG Konstanz weiter vorankommen. Wie soll dort die Arbeit intensiviert und professionalisiert werden?

 

Was unsere ehrenamtlichen Helfer leisten, ist einzigartig und kann man gar nicht alles aufzählen. Dies hat aber natürliche Grenzen. Um unsere Struktur weiterzuentwickeln, werden wir mehr Personen anstellen müssen, um die Ehrenamtlichen zu entlasten. Diese Investitionen sind wichtiger als in einen neuen Spieler, weil sie uns langfristig voranbringen. Im Jugendbereich stellen wir jeder Mannschaft möglichst einen qualifizierten Bundesligaspieler an die Seite sowie einen zweiten Trainer und Betreuer. Darüber hinaus wollen wir die Qualität insgesamt weiter verbessern. Wir fördern unsere Trainer auf dem Weg zur A-Lizenz, übernehmen die Kosten und haben einen hauptamtlichen Sportwissenschaftler eingestellt. Jeder redet davon bei den Kleinsten müsse man die besten Trainer einsetzen, wir machen es.

 

Es wird also im Winter keine Ergänzungen für den Kader der Zweitligamannschaft geben?

 

Die guten Spieler sind doch längst alle bei einem Verein untergekommen. Selbst wenn man wollte, ist dies im Moment nicht sinnvoll. Was die Planung der neuen Saison angeht sind wir allerdings schon sehr aktiv. Wir wollen uns gerne breiter aufstellen, denn die Belastung in der 2. Bundesliga ist enorm. Wunderspieler wird es jedoch nicht geben. Wir bleiben unserem Konzept treu und setzen auf junge, hungrige Talente, die wir selbst zu Bundesligaspielern entwickeln.

 

Was sind Ihre Wünsche für das neue Jahr und wo sehen Sie die größten Herausforderungen?

 

Es gilt den Alltag bestmöglich zu bewältigen, dann werden wir wieder ein Stück vorankommen. Alles andere ist illusorisch. Wichtig und unsere Maxime bei allem, was wir tun, ist aber immer die schon angesprochene Qualität auf allen Ebenen. Jeder, der zu uns kommt, muss diese leben, um das Maximale aus unseren Möglichkeiten herauszuholen. Was dann dabei herauskommt, werden wir sehen. Wir haben einiges vor im neuen Jahr, werden neue Wege gehen und neue Highlights dazubekommen. Ein erstes davon werden wir am 18. März im Rahmen unseres Bundesliga-Superballs vorstellen. Es freut mich, dass wir insgesamt auf einem guten Weg sind und sich jeder sehr viel Mühe gibt. Gerade wenn man immer wieder liest, welche Schwierigkeiten Vereine heutzutage haben ihren Vorstand zu besetzen, bin ich sehr froh, dass wir bei der HSG diesen sogar noch vergrößern und dabei das Durchschnittsalter auf um die 40 Jahre senken konnten.

 

Entscheidend für den Erfolg ist sicher auch der ganz besondere Teamgeist, den die Mannschaft auszeichnet. Dieser spezielle Zusammenhalt ist im ganzen Verein, von Ordner-, Theken-, bis zum Vorstandsteam auf allen Ebenen zu spüren. Woher kommt diese besondere Stimmung innerhalb der „HSG-Familie“?

 

Ich spüre, dass jeder Einzelne sich gerne einbringt und sein Bestes gibt. Dann wird es von mir auch nie einen Vorwurf geben. Ich habe noch nie einen Trainer entlassen. Man muss fair sein, die Leistungen anerkennen und die Leute gerne bei der HSG sein. Dann wird jeder gerne gute Arbeit leisten. Es hat – auch nach außen – zudem sicher einen Wert, bei der HSG zu sein und etwas beizutragen. Das andere sind ganz banale, alltägliche Dinge. Man muss die Menschen so empfangen, dass sie sich willkommen fühlen, ihnen Vertrauen schenken und bereit sein, immer wieder dazuzulernen.

 

Fragen: Andreas Joas



SÜDKURIER-Jahresabschluss-Interview mit Cheftrainer Daniel Eblen

 

Daniel Eblen: "Wir gehen alle an unsere Grenzen"

 

Herr Eblen, ein 27:24-Sieg zum Abschluss des Jahres gegen Neuhausen nach einer packenden Schlussphase – können Sie sich ein schöneres Weihnachtsgeschenk Ihrer Spieler vorstellen?

 

Nein, das war fantastisch. Die Jungs haben das toll gemacht – auch wenn ich leider nicht dabei sein konnte. Ich werde mir aber das Video vom Spiel noch mal in aller Ruhe anschauen und genießen.

 

Sie waren die meiste Zeit des Spiels nicht in der Halle. Was war los?

 

Ich hatte einen extremen Migräne-Anfall, zum ersten Mal in diesem Jahr bei einem Spiel. Das ging schon lange vor der Partie los, etwa eine Stunde vor dem Anpfiff, als sich die Tribüne langsam füllte und ich plötzlich die Gesichter der Zuschauer nicht mehr richtig erkennen konnte. Die Ansprache an die Mannschaft habe ich noch geschafft, aber als das Spiel losging, musste ich raus aus der Halle. Es ging einfach nicht mehr.

 

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