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Julius Heil freut sich auf neue Konstanzer Handball-WG: „Brauchen mindestens zwei Kühlschränke“

Julius-Heil-HSG-Konstanz-Nordhorn

Mit erst 21 Jahren ist Julius Heil, im Sommer vom Zweitliga-Absteiger HC Empor Rostock zur HSG Konstanz gewechselt, einer der jüngsten Spieler im Konstanzer Zweitligakader. In der letzten Saison war Julius Heil mit 110 Saisontoren und 79 Assists der sechstbeste Vorlagengeber der Liga. Der 1,90 Meter große variable Rückraumspieler studiert Wirtschaftswissenschaften.

 

Im Gespräch mit HSG-Pressesprecher Andreas Joas gibt er einen Einblick in die schwierige Umstellungs- und Startphase, freut sich auf eine neue außergewöhnliche Handball-Wohngemeinschaft in Konstanz und ist zuversichtlich, dass mit einfachen Mitteln bald der Knoten platzen wird.

 

Julius, Du bist von der Ostsee an den Bodensee gewechselt. Was sind die Unterschiede und hat es das Wasser leichter gemacht, sich 1000 Kilometer entfernt von Rostock schnell heimisch zu fühlen?

 

Natürlich ist es etwas Besonderes am Sandstrand groß zu werden. Hier am Bodensee ist es aber nicht so windig wie in Rostock (lacht). Es ist sowohl dort als auch in Konstanz alles maritim angehaucht und sehr schön. Das macht es leicht, sich heimisch zu fühlen. So groß sind die Unterschiede nicht.

 

Neues System, neue Stadt, neues Team: War es als Rückraumspieler anfangs besonders schwer, alle Abläufe zu verinnerlichen? Und bist Du jetzt drin im „HSG-System“?

 

In eine neue Mannschaft zu kommen ist immer eine große Umstellung. Es dauert, bis man sich einspielt. Das hat zu Beginn einige Zeit benötigt, ist allerdings auch normal. Wir sind auf einem guten Weg. Am Sonntag werde ich in eine neue Wohnung umziehen, dann wird weiter Normalität einkehren. Ich habe mich in dieser Mannschaft von Anfang an wohlgefühlt und bin sehr zufrieden mit dem familiären und zugleich professionellen Umfeld.

 

Man munkelt, es könnte in Eurer neuen Vierer-Wohngemeinschaft zu erhöhtem Lebensmittelverbrauch kommen. Hast Du Dir schon ein Schloss für den Kühlschrank besorgt?

 

(lacht) Michael Oehler, Maximilian Schwarz, Maximilian Wolf und ich sind schon für einen gesunden Appetit bekannt. Der eine mehr, der andere weniger. Ich denke, wir werden ganz viel Spaß haben, weil wir uns super verstehen. Ein Schloss habe ich nicht, da eins sowieso klar ist: wir brauchen zwei Kühlschränke für vier Vielesser. Das ist auch nicht schlimm, ich habe noch einen in petto (grinst).

 

Du bist auf dem Spielfeld ein richtiger Allrounder, hast auf Mitte, Halblinks und zuletzt sogar Linksaußen gespielt und dabei unter anderem in Aue drei von drei Versuchen verwandelt. Ist Deine Variabilität eine Deiner Stärken?

 

Linksaußen habe ich vorher tatsächlich noch nie gespielt. Ich weiß nicht, ob ich dafür geboren bin, aber ich versuche der Mannschaft bestmöglich zu helfen und immer das Beste daraus zu machen. Das hat zuletzt ganz ordentlich funktioniert, aber ich kann es noch nicht einschätzen, ob dies eine Stärke ist oder nicht.

 

Wird man beim Blick auf die Tabelle und zwei Punkten in diesen Tagen etwas nachdenklich?

 

Das Tabellenbild sieht nicht gut für uns aus. Meiner Meinung nach hätten wir aber nach teils guten Leistungen sechs Punkte verdient gehabt – aber so ist Handball. Wir müssen auf uns sehen und Spiel für Spiel versuchen zu gewinnen. Dabei hilft kein Blick darauf was andere machen, nur auf das, was wir jetzt tun kommt es an.

 

Worauf führst Du den misslungenen Saisonstart zurück?

 

Das kann man nicht genau sagen, es spielen sicher einige Faktoren und deren Zusammenspiel eine Rolle. Es ist jetzt ja auch nicht so, dass wir abgeschlagen wären. Wenn man dreimal mit einem Tor verliert, kann man sich ausrechnen, was mit nur drei Toren mehr möglich gewesen wäre. Aber auch das gehört dazu und dass es mal nicht läuft. Wir haben in den entscheidenden Situationen nicht die richtigen Entscheidungen getroffen. Das sind diese zwei Prozent, die fehlen, wenn man mit einem Tor das Nachsehen hat.

 

Was kann man tun, um sich schnellstmöglich aus der schwierigen Situation zu befreien?

 

Jedes Training und jedes Spiel mit vollem Einsatz angehen. Und: immer positiv bleiben. Mehr ist nicht nötig und nicht möglich. Dann wird sich das Blatt bald wenden.

 

Ist es undankbar, nun beim neben Tabellenführer Bergischer HC einzigen ungeschlagenen Team, dem Tabellendritten TV Emsdetten, antreten zu müssen?

 

Ich denke, dass es ein ganz gutes Spiel wird. Wir können dort frei und ohne Druck aufspielen, der Gegner hat sicher Ambitionen und möchte sich vor eigenem Publikum keine Blöße geben. Wir haben nichts zu verlieren, wollen aber natürlich trotzdem Punkte holen. Emsdetten ist super drauf, wir sind klarer Außenseiter – aber manchmal ist das gar nicht so schlecht.

 

Worauf kommt es an?

 

Dass wir eine gute Abwehr hinstellen und möglichst viele einfache Tore über die erste und zweite Welle erzielen. Dann könnten wir unangenehm werden.

 

Was zeichnet die HSG Konstanz aus?

 

Es wird sehr viel Wert auf einen familiären Umgang gelegt. Außerdem, dass man nie aufsteckt und immer positiv bleibt, sich immer neuen Mut macht. Das kristallisiert sich immer mehr für mich heraus.

 

Und was zeichnet den Handballer und Menschen Julius Heil aus?

 

Das ist sehr schwer zu sagen (lacht). Ich gebe nie auf und möchte mich in jedem Training weiterentwickeln, nie stagnieren. Ich bin ein spielerischer Typ von Handballer, der nicht nur auf den Wurf aus ist, sondern auch gerne die spielerische Lösung sucht. Abseits des Spielfeldes bin ich für jeden Spaß zu haben, ein sehr offener Mensch und neugierig auf neue Dinge. Manchmal muss man mich aber überzeugen, das ist dann nicht so einfach. Und wenn ich schlecht gelaunt bin, kann ich auch sehr kritisch sein.

 

Fragen: Andreas Joas

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