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Unglückliche Niederlage und schwere Verletzung: Nächste bittere Pille in Coburg

Fabian-Schlaich-und-Mathias-Riedel-HSG-Konstanz

Kampf da, Emotionen da, aber keine Punkte. Dazu eine schwere Verletzung von Benjamin Schweda. Gepusht haben sich Fabian Schlaich und Mathias Riedel trotzdem.

 

2. Handball-Bundesliga:

HSC 2000 Coburg – HSG Konstanz 31:28 (13:15)

 

Die nächste bittere Pille für die HSG Konstanz. Nach einem tollen Spiel und Fünf-Tore-Führung mussten die Bodensee-Handballer wieder eine knappe 28:31-Niederlage hinnehmen. Noch mehr als die unglückliche Pleite beim letztjährigen Erstligisten schmerzte die schwere Verletzung von Benjamin Schweda und die lange Pause, die nun für den Spielmacher zu befürchten ist.

 

Schwere, müde Beine, ein intensives Derby am Freitag in den Köpfen und Muskeln, dazu die Hiobsbotschaft am Sonntagmorgen, dass die Schmerzen in der Hand bei Torwart Konstantin Poltrum zu groß sind und ein Einsatz damit unmöglich ist: Die Ausgangssituation vor der für einen Doppelspieltag doch sehr weiten Fahrt zu Erstliga-Absteiger HSC 2000 Coburg glich der einer Herkulesaufgabe. War die HSG so schon – trotz einiger Verletzungssorgen der Gastgeber – großer Außenseiter, so blieb immer noch die Erkenntnis, dass die HSG in Coburg in der Vergangenheit stets gut aussah und mit viel Pech knapp unterlag. „Große Spieler liegen uns eigentlich“, sagte etwa Mathias Riedel.

 

Wie Recht er hatte. Die HSG Konstanz knüpfte nahtlos an die tolle Vorstellung im Freitagsspiel an und agierte mit viel Kampf und Leidenschaft in der 5:1-Abwehr. So kam auch Junioren-Nationaltorwart Stefan Hanemann auch gleich im zweiten Angriff zu seiner ersten Parade. Unter dem Jubel einer kleinen aber lautstarken Abordnung des Fanclubs stellte Paul Kaletsch die 1:0-Führung für die in blau spielenden Gäste her. Beide Teams mussten ihre Anfangsnervosität in den ersten Minuten ablegen, danach zündete vor allem Felix Klingler den Turbo, stellte die 4:3-Führung her und traf danach im Gegenstoß, von außen und auch aus dem Rückraum in den Winkel. So auch, als Benjamin das Tempo über die schnelle Mitte sofort aufnahm und wieder Klingler zum 7:5 für Konstanz bediente.

 

Die HSG spielte wie aus einem Guss und legte vor, bis Nationalspieler Florian Billek seine individuelle Klasse aufblitzen ließ und zum 8:8 ausglich. Konstanz zog dabei immer wieder das Tempo an, wurde aber, wie schon am Freitag, reihenweise beim Versuch, über die schnelle Mitte zu kommen, von den Unparteiischen zurückgepfiffen. Als der selten zu stoppende Stefan Lex dann zu 11:10 traf, blieb für die HSG mal wieder die Erkenntnis, ein tolles Spiel gemacht, sich aber nicht belohnt zu haben. Konstanz ließ sich von alledem jedoch nicht entmutigen und hielt dem HSC Coburg alles entgegen, was Kopf und Beine hergaben. Und das war viel. Paul Kaletsch und Felix Klingler brachten die HSG zur Pause mit zwei Toren in Front.

 

Direkt nach der Halbzeit folgte dann die beste Phase der Konstanzer. Die Fehler der Hausherren, die noch nicht richtig zurück aus der Kabine schienen, wurden über Klingler mit seinem sechsten von neuen Toren, und Fabian Schlaich zum 18:13 genutzt. Es roch nach Sensation in Coburg. Doch genauso schnell wie die HSG davongezogen war, genauso schnell drehte der Ex-Erstligist den Spieß um und kam mit einem 5:0-Lauf zum 18:18 (38.). Der Spielverlauf liest sich dabei wie ein Spiegelbild der ganzen Saison. Paul Kaletsch scheiterte beim Siebenmeter an HSC-Keeper Oliver Krechel, der danach noch eine Doppelparade bei freien Einwurfmöglichkeiten folgen ließ. Und das Pech war auch wieder da. Kaletsch traf den Pfosten und bei freien Chancen hieß der Sieger nun fast immer Oliver Krechel.

 

Folgerichtig ging Coburg mit 26:22 in Führung (49.). Beim Siebenmeter des HSC war Stefan Hanemann zwar noch dran, der Ball landete aber trotzdem im Netz. Auf der anderen Seite traf Konstanz wieder nur den Pfosten. Dann der negative Höhepunkt. Benjamin Schweda knickte um und blieb mit einem lauten Schrei liegen. Nach minutenlanger Behandlungspause auf dem Feld wurde er hinausgetragen. Der nächste Ausfall nach Konstantin Poltrum, Michael Oehler, Julius Heil und Samuel Wendel. Als dann schließlich Florian Billek noch das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite hatte und den von der Latte zurückgeprallten Siebenmeterwurf zum vorentscheidenden 29:26 verwandeln konnte, war die umkämpfte Partie gelaufen. Konstanz wurde nach einer Balleroberung noch zurückgepfiffen, ehe trotz großen Kampfes der 31:28-Sieg der Bayern feststand. „Wir hatten etwas Wurfpech, obwohl wir in der zweiten Halbzeit etwas Oberwasser hatten“, sagte Daniel Eblen. „Und wir haben zu viele freie Chancen ausgelassen.“

 

HSC 2000 Coburg – HSG Konstanz 31:28 (13:15)

 

HSC 2000 Coburg: Patryk Foluszny, Oliver Krechel (Tor); Markus Hagelin, Lukas Wucherpfennig, Felix Sproß (2), Dominic Kelm, Sebastian Weber, Stefan Lex (7), Benedikt Kellner, Florian Billek (12/7), Till Riehn (6/5), Jakob Knauer, Tobias Varvne (4), Romas Kirveliavicius (6).

Trainer: Jan Gorr

 

HSG Konstanz: Maximilian Wolf, Stefan Hanemann (Tor); Fabian Schlaich (2), Benjamin Schweda, Mathias Riedel (5), Tom Wolf (2/2), Paul Kaletsch (8/3), Felix Krüger, Fabian Maier-Hasselmann, Felix Gäßler, Tim Jud, Chris Berchtenbreiter (2), Maximilian Schwarz, Sebastian Bösing, Felix Klingler (9).

Trainer: Daniel Eblen

 

Zuschauer: 1789 in der HUK-Coburg-Arena.

 

Schiedsrichter: Oliver Dauben und David Rohmer aus Köln.

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