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Abend der gemischten Gefühle: Sieg gegen Balingen und Sprung auf Platz fünf im letzten Spiel von Simon Geßler

Abend der gemischten Gefühle: Sieg gegen Balingen und Sprung auf Platz fünf im letzten Spiel von Simon Geßler

Handball 3. Liga:

HSG Konstanz – HBW Balingen-Weilstetten II 29:26 (11:10)

Emotionale Verabschiedung von Rechtsaußen Simon Geßler.

Scheinbar entschiedene Partie wird am Ende durch Manndeckung noch einmal richtig spannend.

 

Es war ein Abend voller gemischter Gefühle. Einerseits konnte man sich in Reihen der HSG Konstanz über einen 29:26 (11:10)-Heimsieg gegen die Bundesligareserve von HBW Balingen-Weilstetten freuen, wodurch sogar der Sprung auf Tabellenplatz fünf der 3. Liga gelang, andererseits musste man sich von Rechtsaußen Simon Geßler verabschieden, den es ausbildungsbedingt nach Karlsruhe zieht.

 

„Es war eine Partie, die von Anfang an sehr spannend war, mit viel Leidenschaft geführt wurde und bei der viele Emotionen im Spiel waren“, meinte Simon Geßlers Partner auf der Rechtsaußenposition, Marc Hafner. Emotionen, die schon vor Anpfiff der Begegnung hochkochten, als Mannschaftskapitän Patrick Glatt und Präsident Otto Eblen Simon Geßler Abschiedsgeschenke überreichten und sich für einige tolle gemeinsame Jahre bedankten. Und diese Emotionen schienen auch nach Anpfiff der Begegnung zunächst nachzuwirken. Gegen technisch gut ausgebildete Talente von der Alb fanden die Konstanzer in den ersten Spielminuten nur schwer in die Begegnung. Im Angriff wurden die Spielzüge meist nicht sauber zu Ende gespielt, wodurch man immer wieder am gut regierenden Ex-Konstanter Marco Azevedo Marques im Balinger Tor scheiterte. Noch offensichtlicher wurden die Findungsprobleme der HSG in der Defensive, denn immer wieder gelang es den Gästen durch ihr technisch anspruchsvolles Spiel mit viel Tempo immer wieder einen Mann freizuspielen, der dann allzu oft leichtes Spiel hatte.

 

Gerade über die einige Male völlig unbedrängt zum Abschluss kommenden Außenspieler des HBW fing sich die HSG Tor um Tor ein. Dass die Gastgeber trotzdem nicht schon früh ins Hintertreffen gerieten, war vor allem Patrick Glatt zu verdanken, der mit seiner Paraden wieder einmal dafür sorgte, dass die HSG eine schwierige Phase einigermaßen unbeschadet überstehen konnte. So war es in der ersten Halbzeit eine enge Partie, in der sich noch kein Team vorentscheidend absetzen konnte, denn über ein 4:4 in der 8. Minute und ein 7:7 (19.) ging es mit einem knappen 11:10 für die ihre Anfangsnervosität immer besser ablegenden Einheimischen in die Halbzeitpause.

 

Direkt nach Wiederanpfiff folgte mit die beste Phase im Spiel der Schänzle-Handballer. Durch einen im Gegenstoß durch ungewohnte Qualitäten im Sprint und Abschluss überzeugenden Sebastian Groh und einen stark auftrumpfenden Mathias Riedel, der zunehmend seine ganze Klasse mit viel Kraft und Wucht bei seinen nicht aufzuhaltenden Abschlüssen unter Beweis stellte, zog die HSG schnell auf 17:12 davon (42.) und konnte diesen Vorsprung bis zum 26:20 (54.) auch konservieren. Was dann folgte, scheint mittlerweile schon obligat im Spiel der HSG zu sein. Eine Manndeckung nach der Auszeit von HBW-Trainer Eckard Nothdurft für den Konstanzer Rückraum, kurzzeitig aufkommende Hektik und eine schlechte Wurfauswahl führten binnen Minuten zum 27:26-Anschlusstreffer der Gäste durch Jan Remmlinger. Zusätzlich musste man auf Seiten der Konstanzer noch auf Mathias Faißt verzichten, der bei einem Angriff mit seinem Fußgelenk umknickte – was sich nach dem Spiel aber als nicht so schlimm wie zunächst befürchtet herausstellte. „Wir haben nicht sonderlich clever gespielt und bei unseren mit wenig Tempo vorgetragenen Angriffen zu schnell abgeschlossen“, meinte dieser zum neuerlichen Einbruch seines Teams, der „unkonstanten Phase“, wie es Trainer Daniel Eblen umschrieb. Knapp eineinhalb Minuten vor dem Ende wurde eine scheinbar entschiedene Partie damit noch einmal richtig spannend. Allerdings nur kurz, denn der eingewechselte Maximilian Folchert konnte sich auch gleich mit einer wichtigen Parade einfügen und Simon Flockerzie nutze den sich nun bietenden Platz zu einem Doppelschlag und erlöste die 750 Zuschauer in der Schänzle-Sporthalle mit den beiden Treffern zum 29:26-Endstand.

 

Direkt nach dem Spiel stimmte dann Simon Geßler zusammen mit seinem Team das "Humba Täterä" an und zelebrierte ein letztes Mal die Sieges-La-Ola. Gemischte Gefühle machten sich am Konstanzer Schänzle breit. Freude über einen wichtigen Sieg und den gelungen Abschied aber auch ein bisschen Wehmut und Abschiedsschmerz. „Ich war überwältigt, das letzte Spiel ist etwas Besonderes. Dadurch habe ich nicht gut in die Partie gefunden und habe in der Pause gesagt, dass wir es mit Marc Hafner probieren sollten – was dann auch wunderbar funktioniert hat, so wie all die letzten Jahre auch, in denen wir uns immer gegenseitig hervorragend ergänzt haben“, schilderte Simon Geßler die emotionalen Momente zum Abschied. „Ich bin erleichtert, dass ich mit einem Sieg gehen kann, das war mir wichtig. Ich danke allen Fans, es hat immer riesig Spaß gemacht.“ So überwog am Ende doch noch die Freude: „Ich bin froh, dass wir gegen meinen alten Verein gewinnen konnten“, erklärte der Ex-Balinger Fabian Schlaich und ergänzte angesichts des damit verbunden Vorrückens auf den fünften Tabellenplatz: „Ich hoffe, dass wir den Aufwärtstrend der letzten Spiele nun auch fortsetzen können.“

 

HSG Konstanz: Glatt, Folchert (Tor); Kaletsch (1), Mittendorf, Oesterle (1), Groh (5), Riedel (5), Hafner (5/1), Flockerzie (6), Schlaich (2), Faißt (2), Schatz (2/1), Geßler, Bruderhofer.

Zuschauer: 750

 

Das Video zum Spiel gibt's hier.

 

Zum Videointerview mit Simon Geßler geht's hier.

 

HSG Konstanz II - SG Schramberg 41:27 (18:12)
Spielbericht: HSG Konstanz 3 : TV Rielasingen (19:...

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