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An Tagen wie diesen…

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Handball 3. Liga:

HSC Bad Neustadt – HSG Konstanz 38:22 (22:9)

HSG bei Bad Neustädter Machtdemonstration ohne jede Chance.

Konstanzer Team steht völlig neben sich.

 

….kann Handball so grausam sein. Und 54 Minuten können so unendlich lange sein. Gefühlt auch viel, viel länger als 400 Kilometer Anreise mit drei Staus. Zumindest wenn es sich um einen dieser unbegreiflichen Tage handelt, an denen einem Team so gut wie alles, dem anderen hingegen so gut wie nichts gelingen mag – und am Ende ein ernüchterndes 38:22 (22:9) erbarmungslos von der Anzeigetafel leuchtet.

 

Für den Tabellenführer Bad Neustadt war es der erhofft prächtige Abend. Nach zuletzt durchwachsenen Leistungen, die den Verlust des Vorsprungs und den kalten Atem von Coburg im Nacken bescherten, zeigte das Team von HSC-Trainer Dr. Matthias Obinger eine gute Leistung und verteidigte souverän den Platz an der Tabellenspitze. „Wir haben zurück zu alter Stärke gefunden, super gedeckt, spielerisch überzeugt und sehr variantenreich gespielt. Ich bin sehr zufrieden“, so Obinger. Bei der HSG Konstanz wollte an diesem Abend hingegen einfach so gar nichts zusammen laufen. Gestaltete sich schon die lange Anfahrt nicht optimal und eher zäh, so wurde es anschließend in der Bürgermeister-Goebels-Halle in der Kurstadt Bad Neustadt nicht besser. Im Gegenteil.

 

Dabei hatte alles so gut angefangen. Zwar fehlte der verletzte Simon Flockerzie sowie Kai Mittendorf und Alexander Lauber und Yannick Schatz war wegen anhaltender Knieprobleme kaum einsetzbar, doch es war die HSG Konstanz, die sofort gut im Spiel war und unter dem Jubel der die HSG unterstützenden Coburger Fans mit 1:0, 2:1 und schließlich sogar 3:1 durch Matthias Faißt vorlegen konnte.

 

Was folgte, war eine Bad Neustädter Machtdemonstration. Allen voran war es der 39-jährige tschechische Torhüter Rostislav Badura, der sein schon in der Champions League und 70 Mal im Dress seiner Nationalmannschaft gezeigtes Können bis zu seiner Auswechslung (48.) unter großem Applaus eindrucksvoll demonstrierte. Er war es, der den schnellen Untergang der Gäste einleitete. So scheiterte Sebastian Groh als einer von vielen bei der 3:2-Führung frei vom Kreis am HSC-Oldie. Bezeichnend, denn immer wieder entschärfte dieser auf spektakuläre Art und Weise selbst die schwierigsten Würfe und leitete mit präzisen, weiten Pässen viele blitzschnelle Gegenstöße ein. Die „stärkste Waffe“ des HSC an diesem Abend, so Obinger. Aus einem 1:3 war genau durch diese „Waffe“ dann schnell ein 9:3 geworden. Dazwischen lagen knapp zehn Minuten ohne Torerfolg für die HSG. „Nach unseren vier, fünf vergebenen Großchancen hat man gemerkt, wie unser Selbstvertrauen, die Konzentration und der Glaube an unsere Chance geschwunden ist“, meinte HSG-Cheftrainer Daniel Eblen.

 

Und auch die HSC-Defensive, die zweitbeste der Liga, hatte sich nach Anfangsschwierigkeiten bald gefunden und machte es den HSG-Angreifern durch geschicktes Verschieben enorm schwer. Jede Torchance musste sich die HSG hart erarbeiten, während die Gastgeber sich mit vielen leichten Treffern immer weiter absetzen konnten. Dabei war es der schnelle HSC-Rechtsaußen Jan Wicklein, der insgesamt 15 Treffer, vier davon durch Siebenmeter, erzielen konnte. Bei Konstanz fehlten jedoch zunehmend die Stabilität in der Abwehr und die Variabilität im Angriff. Bad Neustadt fand nun immer mehr Gefallen an dieser Partie und schlug Tor um Tor erbarmungslos zu. Auch zwei frühe Auszeiten von Daniel Eblen halfen nicht, den Lauf von Bad Neustadt zu unterbrechen. Schon nach zwanzig Minuten war die HSG erstmals mit zehn Toren in Rückstand, als US-Nationalspieler Gary Hines nach feinem Dribbling auf 14:4 erhöht hatte.

 

Der nun wie entfesselt agierende Meisterschaftsanwärter begann jetzt richtig zu zaubern und legte mit einem schönen Dreher zum 17:5 (23.) und mit einem Treffer aus elf Metern zum 22:9-Pausenstand nach, allerdings begünstigt durch eine immense Fehlerquote im Spiel der HSG und eine Konstanzer Defensive, die drittbeste der Liga, die nicht wiederzuerkennen war. Immer wieder fehlte der letzte Schritt, die Beweglichkeit und die sonst gezeigte Kompromisslosigkeit und Vehemenz.

 

Direkt nach der Halbzeit gelang Paul Kaletsch zwar ein schön herausgespielter Treffer, doch letztlich waren die folgenden dreißig Minuten nur ein großes Schaulaufen des HSC, der seinen Torhunger immer noch nicht gestillt hatte. Valkovskis traf per Kempa-Trick zum 25:10 (36.) und Leskovec vollendete in der 45. Minute zum 31:13-Zwischenstand. Erst jetzt gab Obinger seiner zweiten Garde eine Chance und die restliche Spielzeit. Der reaktivierte Sebastian Mücke nutzte dies gleich aus und markierte mit einem artistischen Treffer mit dem Rücken zum Tor im Rückwärtsfallen den Auftakt zu einer kleinen Resultatsverbesserung in der Schlussphase (14:31, 45.), auch wenn das heimische Publikum schon drei Minuten später „Oh wie ist das schön, so was hat man lange nicht gesehen“-Sprechchöre angestimmt hatte. Gesehen hatten sie wieder einmal ein Team, das seit dem 14.4.2012 nicht mehr in heimischer Halle bezwungen werden konnte und eine HSG, die an diesem Abend kein ernsthafter Gegner war. Vielmehr musste man die höchste Schlappe seit dem 21:37 gegen den TV Kornwestheim und dem 21:41 gegen die TSG Oßweil vom 13.3. bzw. 28.2.2004, damals noch in der 2. Bundesliga, hinnehmen. Symptomatisch dann auch der Schlusspunkt, als ein Gegenstoß der HSG Sekunden vor der Schlusssirene neben dem Tor landete. „Eine bittere Situation“, meinte Daniel Eblen nach dem Schlusspfiff sichtlich geknickt, „wir konnten gegen einen gut eingestellten HSC zu keiner Zeit mithalten. Das sollte so einfach nicht passieren.“

 

Als schließlich nach der deutlichen Konstanzer Schlappe „We are the Champions“ aus den Boxen plärrte, waren die Gastgeber vielleicht etwas zu voreilig, auch wenn sie diesem Ziel nun ein großes Stück näher gekommen sind. Die ebenfalls besungene nicht vorhandene Zeit für die Verlierer gestaltete sich noch länger als auf der Hinfahrt – 400 Kilometer auf der Autobahn. Ohne Stau, aber irgendwie doch noch länger als die Hinfahrt und die verrückten 45 Spielminuten zusammen. Dafür mit jeder Menge Frust, Unzufriedenheit und Fassungslosigkeit im Gepäck. Handball kann manchmal wirklich grausam sein.

 

Am kommenden Samstag ab 20.00 Uhr hat die HSG Konstanz gegen den TV Germania Großsachsen in der Schänzlehalle die Chance, eine Reaktion zu zeigen und wieder als „Champion“ der Partie den Schlusspfiff zu erleben. Dann ohne lange Heimfahrt und vielleicht mit viel Freude, Lust und Jubel.

 

HSG Konstanz: Glatt, Folchert (Tor); Kaletsch (2), Oesterle (2), Groh (3), Riedel (5), Hafner (3), Mücke (2), Schlaich, Faißt (2), Schatz, Bruderhofer (3).

Zuschauer: 693

 

 

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