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Asanin, immer wieder Asanin: HSG Konstanz scheitert an Balinger Torhüter und sich selbst

Asanin, immer wieder Asanin: HSG Konstanz scheitert an Balinger Torhüter und sich selbst

Handball 3. Liga:

HBW Balingen-Weilstetten II – HSG Konstanz 29:26 (14:14)

Torhüter aus Erstliga-Kader lässt Konstanzer Offensivkräfte verzweifeln.

HSG macht in intensivem Spiel trotz überragendem Matthias Stocker zu viele Fehler.

 

Erstmals seit Ende November, als die HSG Konstanz Spitzenreiter Leutershausen knapp unterlag, musste sich Konstanz trotz großer und lautstarker Fan-Schar geschlagen geben und verpasste die Revanche für die bittere 31:33-Niederlage vor heimsicher Kulisse in der Hinrunde. Nach der 26:29 (14:14)-Niederlage bei der im Abstiegskampf steckenden Bundesliga-Reserve des HBW Balingen Weilstetten bleibt die HSG nach zuletzt vier Siegen in Folge dennoch weiter auf Tabellenplatz vier der 3. Liga und trifft am kommenden Samstag um 20 Uhr in eigener Halle im Südbaden-Derby auf die SG Köndringen/Teningen.

 

„Ein riesen Dankeschön an die vielen mitgereisten Fans. Ihr hättet es verdient, heute zu gewinnen. So macht es auswärts richtig Spaß“, meinte HSG-Cheftrainer Daniel Eblen beeindruckt nach der Partie. Beeindruckt auch deshalb, weil seine Mannschaft, die zuvor nie wirklich an die zuletzt begeisternden Auftritte anknüpfen konnte, trotz der Niederlage mit lauten Sprechchören von ihren Fans aufgemuntert wurde. Enttäuscht und entschuldigend begaben sich die Eblen-Schützlinge zu ihrem Fanblock. Etwas ratlos wirkten sie da im ersten Moment ob des gerade Geschehenen – und gefrustet, weil sie sich die in einer spannenden Schlussphase bietenden Chancen nicht nutzen konnten.

 

22:22 hieß es nach 51 Minuten, als der an diesem Abend „ein riesen Spiel“ machende Matthias Stocker (siehe Bild oben im Duell mit Matey Asanin), so Daniel Eblen, mit einem per frechem Heber erfolgreich verwandelten Siebenmeter den Ausgleich markiert hatte – das neunte Tor an diesem Abend für den quirligen Spielmacher. Die entscheidenden Minuten waren angebrochen. Und die HSG Konstanz beging die entscheidenden Fehler. Zweimal hatten sie ihren Gegner am Rande des Zeitspiels, doch in letzter Sekunde war Balingen doch noch erfolgreich, sodass sich die Gastgeber fünf Minuten vor Schluss eine Drei-Tore-Führung (26:23) erkämpft hatten. „Wir haben zum Schluss die Bälle weggeschmissen“, formulierte es Daniel Eblen. Angesichts des immer größer werdenden Drucks und der gnadenlos verrinnenden Zeit wurde das Spiel der HSG immer unruhiger und schließlich „überhastet“, so Kreisläufer Sebastian Groh. „Wir versuchen es dann mit der Brechstange aus ungünstigsten Positionen und wollen die zwei Tore nach dem 24:26 und 26:28 am liebsten innerhalb von zehn Sekunden aufholen, anstatt in Ruhe den besser postierten Mann zu suchen.“ HBW-Coach Eckard Nothdurft analysierte die Schlussphase ähnlich: „Konstanz ist am Ende unter Druck geraten, auch wenn wir schon nach der Halbzeit die Chance gehabt hätten, etwas wegzuziehen. Mattias Stocker hat uns sehr beschäftigt und es wurde am Ende richtig eng. Meine Mannschaft hat das dann allerdings richtig gut gelöst.“

 

Selbst als Konstanz gezwungenermaßen auf eine 5:1-Abwehr und schließlich eine schon auf Höhe der Mittellinie attackierende offene Deckung umgestellt hatte, war sie tatsächlich mehrmals da, die Chance zur Wende. Mehrmals provozierte die HSG-Abwehr technische Fehler des HBW – doch im Angriff wurden die sich bietenden Chancen wiederholt innerhalb weniger Sekunden vergeben. „Wir haben uns dann schon ein bisschen selbst geschlagen, denn es wäre heute mehr drin gewesen gegen eine gut besetzte Balinger Mannschaft“, stellte Sebastian Groh enttäuscht fest. Die eine Geschichte der Partie war die der eigenen vergebenen Chancen. Die andere die des 21-Jährigen, 2,08 Meter großen HBW-Schlussmanns Matey Asanin. In seinem ersten Drittliga-Einsatz überhaupt trieb der sonst für die Erstligamannschaft der Balinger auflaufende kroatische Torhüter in der WM-Pause der 1. Bundesliga die Konstanzer Angreifer schier in den Wahnsinn. Alleine vier Siebenmeter parierte der Jugend- und Juniorennationalspieler Kroatiens, der schon für den kroatischen Serienmeister RK Zagreb und den spanischen Erstligisten Ademar Leon auch im EHF-Pokal spielte und mit seinem Team bis in das Champions-League Achtelfinale vorgestoßen war.

Mit aller Kraft: Simon Flockerzie netzt gegen Asanin einEine Geschichte, die schon in der zweiten Spielminute begann, als Paul Kaletsch zum ersten Mal von der Siebenmetermarke am 2,08 Meter großen Hünen im HBW-Tor gescheitert war und er dem Konstanzer Rückraum durch viele ganz starke Paraden früh großen Respekt eingeflößt hatte. Dazu kam, dass der sonst so treffsichere Fabian Schlaich an alter Wirkungsstätte mehrmals im Tempogegenstoß die ganze Klasse von Matey Asanin zu spüren bekam, als dieser im Eins-gegen-eins jeweils die Oberhand behielt. Und trotzdem war die HSG gut im Spiel, als im dritten Versuch der erste Siebenmeter der Gäste zur 7:6-Führung (17.) im Balinger Tor einschlug. Vor allem Matthias Stocker zeigte mit genialen Momenten seine ganze Klasse und stellte mit dem 11:8 erstmals eine Drei-Tore-Führung für sein Team her (22.). In einer ausgeglichenen, hart umkämpften Partie schien Konstanz langsam seinen Gegner unter Kontrolle zu bekommen. Gerade in den letzten Minuten der ersten Halbzeit beging die HSG jedoch einige leichtfertige Fehler, die der HBW prompt eiskalt zum 14:14-Ausgleich nutzte.

 

„Solch eine Intensität über 60 Minuten habe ich schon lange nicht mehr gesehen“, meinte ein erleichterter HBW-Trainer Eckard Nothdurft nach dem Sieg, mit dem sein Team die Abstiegsränge wieder verlassen hat. In der zweiten Halbzeit hatte er es der HSG Konstanz dabei besonders schwer gemacht, indem Matthias Stocker oder Paul Kaletsch in Manndeckung genommen wurden. Selbst als die Schiedsrichter mit einigen umstrittenen Entscheidungen für großen Unmut im Gästefanblock gesorgt hatten, war es ein Spiel auf Messers Schneide, das nun zunehmend emotional wurde. Zunächst hielt sich Konstanz im Spiel, als in Unterzahl zwei Treffer gelangen (20:19, 44.).

 

Als Balingen aber in der Schlussphase davon gezogen war und zum überragenden Matey Asanin im HBW-Kasten auch noch Zeitdruck und Hektik im HSG-Spiel kam, war das Spiel zu Gunsten des HBW entschieden – und hinterließ erleichterte, wild jubelnde „Jung-Gallier“ sowie etwas ratlose und gefrustete Konstanzer. „Es hat in den entscheidenden Situationen nicht gereicht, weil der HBW ein gutes Spiel gemacht hat und wir vier Siebenmeter verworfen haben – alleine dadurch hätte es noch einmal eng werden können. Balingen war sehr effektiv im Angriff und hat wenige Versuche für seine Tore gebraucht. Genau diese Effektivität hat uns gefehlt“, resümierte Daniel Eblen und Sebastian Groh ergänzte: „Wir müssen daraus lernen. Natürlich war Asanin klasse, aber wir haben zu viele eigene Fehler produziert. Ich freue mich jetzt auf das Heimspiel am kommenden Samstag gegen meinen alten Verein Köndringen/Teningen. Nachdem unser Ziel, gegen kein Team zweimal zu verlieren, heute gescheitert ist, wollen wir nicht zweimal gegen zwei Mannschaften verlieren. Auch gegen die SG haben wir noch etwas gutzumachen – auch wenn es schwer wird.“

 

HSG Konstanz: Wolf, Folchert (Tor); Kaletsch (4/1), Schlaich (3), Groh (3), Riedel (3), Hafner (1), Mittendorf, Flockerzie (1), Stocker (9/1), Faißt, Krüger, Lauber (2), Bruderhofer.

Zuschauer: 500

 

 

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