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„Irgendjemand muss sich mit den Aufsteigern rumschlagen“: Auch in Lübeck unangenehmer Gegner sein

Mannschaft-frech-HSG-Konstanz-Eisenach Ho Narro! Michel Stotz und Co. wollen auch in Lübeck frech und unangenehm sein.

2. Handball-Bundesliga:

VfL Lübeck-Schwartau – HSG Konstanz

(Samstag, 19 Uhr, Hansehalle)

 

Große Freude an der Aufgabe und schon fast so etwas wie eine gewisse Aufbruchsstimmung ist der HSG Konstanz in den letzten Wochen anzumerken. Durch den 28:24-Erfolg gegen Eisenach ist sie voll mit dabei im Rennen um den Klassenverbleib. Am Samstag, 19 Uhr, steht ihr nach einer fast 900 Kilometer langen Anreise beim VfL Lübeck-Schwartau direkt das nächste wichtige Duell bevor. Nur ein Punkt trennt die Hansestädter derzeit von den Gelb-Blauen. Das Spiel wird live und kostenlos auf www.hsgkonstanz.de/livestream übertragen.

 

Also wieder ein sogenanntes Vier-Punkte Spiel? Daniel Eblen grinst verschmitzt. „Soweit ich weiß“, sagt er, „werden in der 2. Bundesliga weder Spiele um Null noch vier Punkte ausgetragen. Aber natürlich wäre es eine Riesen-Sache, dort Punkte zu holen.“ Diese „Riesen-Sache“ stellte sich in der Vergangenheit als äußerst schwere Angelegenheit dar. Lediglich einmal konnte die HSG bislang ein Remis in der Hansehalle erkämpfen. Doch aktuell steht der VfL nach einem so nicht erwarteten Saisonverlauf gehörig unter Druck. In den letzten Jahren war Lübeck-Schwartau stets ganz oben bei der Vergabe der Erstliga-Tickets aussichtsreich im Rennen. Nach dem fünften Platz in der letzten Saison war es das Ziel, sich weiter im Dunstkreis der Aufstiegsplätze zu bewegen. In den nächsten Jahren wurde schließlich die Eliteklasse angestrebt.

 

 

Eblen: „Aber irgendjemand muss sich ja mit den Aufsteigern herumschlagen. Mit den starken Eisenachern war es klar, dass es auch Teams erwischt, die damit nicht gerechnet haben. Es liegt alles so eng beieinander.“ Einer dieser Aufsteiger, der den Etablierten der Liga weiter auf die Nerven gehen möchte, ist seines. Obwohl dem HSG-Coach bewusst ist, welch schweren Gang er an der Ostsee anzutreten hat. Die Halle stehe hinter der Heimmannschaft, so der 45-Jährige. „Aber“, fügt er an, „manchmal kann uns das auch pushen. Wir konzentrieren uns auf uns und versuchen das zu bringen, was wir uns vornehmen.“ Das gelang zuletzt gegen Eisenach hervorragend. Insbesondere in Sachen der bislang oft mehr Punkte verhindernden Elemente Cleverness und Konstanz präsentierte sich seine junge Mannschaft deutlich gereifter und weiter als etwa noch im ersten Vergleich mit den Thüringern. Dafür wurde „viel gesprochen und im Training Wert gelegt“, erklärt der Konstanzer Übungsleiter. „Das hat funktioniert. Jetzt ist es wichtig, dass wir dies fortsetzen, auch wenn es irgendwann Rückschläge geben wird.“ Trotz der immensen Erfahrung, die Dennis Klockmann (37)  – einer der besten Keeper der Liga – Jan Schult (33), Martin Waschul und Steffen Köhler (beide 31) oder auch Markus Hansen mitbringen, soll dies nicht schon nach drei guten Spielen im Jahr 2020 geschehen. Mit einem Erfolg würde die HSG an den Schleswig-Holsteinern vorbeiziehen und nach 22 Begegnungen auf jeden Fall einen Nichtabstiegsplatz belegen.

 

Allerdings bereiten den Konstanzer Verantwortlichen einige Blessuren aus dem gerade am Ende doch recht harten Spiel gegen Eisenach Sorgen. Doch die Partie hat vor allem viel Selbstvertrauen für die kommenden Herausforderungen gegeben, nachdem man dem erfahrenen Gegner in der Relegation zuletzt zweimal deutlich unterlegen war. Die beiden Vergleiche in dieser Saison sprechen dafür, dass sich die HSG Konstanz kontinuierlich weiterentwickelt hat. Für Eblen ist es nun ganz wichtig, weiter die Balance zu finden, aber auch er sagt: „Es war wichtig, die Punkte zu holen und das Spiel nach Hause zu bringen.“ In Lübeck muss sich sein Team in erster Linie auf eine sehr starke Defensive des Gegners einstellen. Letzte Saison kassierte Lübeck die mit Abstand wenigsten Gegentore der Liga, aktuell stellt der VfL die vierbeste Deckung der 2. Bundesliga. „Das ist ganz schwer zu bespielen“, erinnert der Cheftrainer an das kompakte, aggressive und darüber hinaus  sehr variable Abwehrspiel der Ostseestädter. „Das wird kein Spaziergang, die werden alles daran setzen, uns zu schlagen.“

 

Sein eigener Plan unterscheidet sich davon jedoch nicht. Noch ist Lübeck-Schwartau im neuen Jahr sieglos. Kein Selbstläufer, so Eblen, war es gegen Eisenach – und dazu „höchst respektabel“, was die HSG gezeigt hat. Doch zwei von sechs möglichen Punkten – trotz der schweren Auswärtsspiele in Bietigheim und Hamm – stellen ihn noch nicht zufrieden. Nachlegen heißt das Motto, während ganz im Süden der Fastnachts-Wahnsinn tobt. Hoch im Norden soll der Wahnsinn auf dem Spielfeld stattfinden. Es wäre ein großer Schritt für die HSG Konstanz.

 

Das Spiel wird live und kostenlos auf www.hsgkonstanz.de/livestream übertragen.

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