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Auswärtscoup „wie er schöner nicht sein könnte“: HSG triumphiert in Hüttenberg

Auswärtscoup „wie er schöner nicht sein könnte“: HSG triumphiert in Hüttenberg

HSG-Cheftrainer Daniel Eblen fand in Hüttenberg immer das passende Rezept gegen die Mittelhessen.

 

2. Handball-Bundesliga:

TV Hüttenberg – HSG Konstanz 24:25 (14:11)

 

Er kann auch sprinten: Hexer Konstantin Poltrum legte direkt nach dem Schlusspfiff an alter Wirkungsstätte in Hüttenberg einen veritablen Spurt an die Seitenlinie hin. Rein in die Jubeltraube der HSG Konstanz, rein in den Kreis der Auswärtssieger. Mit einer vor allem in der Schlussphase überragenden Leistung vernagelte er das Tor und sicherte in doppelter Unterzahl den 25:24 (11:14)-Erfolg an seiner alten Wirkungsstätte. Die HSG Konstanz feierte damit ihren ersten Zweitligasieg seit 2004.

 

„Wenn ich sie mir wünschen hätte können“, strahlte der HSG-Schlussmann, „dann hätte ich mir meine Rückkehr genauso ausgemalt. Mit genau diesem Spielverlauf. Schöner kann es für Paul und mich nicht sein.“ Emotionaler, wechselhafter hätte die Partie in der schwülwarmen Sporthalle des TVH auch nicht verlaufen können. Da war zunächst eine hektische, von hoher Fehlerquote geprägte Anfangsphase beider Teams, die die Mittelhessen mit der noch konzentrierteren Vorstellung zum schnellen 4:0 nutzen konnten. Konstanz hatte noch große Probleme, sich auf die 5:1-Deckung der Hüttenberger und den feuchten Ball einzustellen.

 

Ein abgefälschter Wurf, ein Gegenstoß – die kalte Dusche und das, was HSG-Cheftrainer Daniel Eblen vermeiden wollte. Als dann vor allem Rechtsaußen Gregor Thomann, mit zwölf Treffern bester Torschütze der Partie, richtig heißlief, konnte die HSG auf 9:10 verkürzen. Ein weiterer Trumpf war das gute Spiel über den Kreis. Immer wieder konnte Simon Flockerzie nur per Foul gestoppt werden. Eblen: „Wir sind schlecht gestartet, haben uns dann aber immer weiter herangearbeitet. Man kann den Jungs nie vorwerfen, dass sie nicht volle Pulle draufgehen. Ich bin froh, dass wir so eine Mannschaft haben, da können die Jungs auch stolz darauf sein.“

 

Halbzeit zwei riss dann nämlich alle, die es mit der HSG hielten, richtig mit. Angefeuert vom befreundeten und lautstarken Fanclub des HV Vallendar, mit den verletzten Sebastian Bösing auf und Stefan Hanemann neben der Bank, dominierte Konstanz von Anfang an die zweite Halbzeit. Starke Körpersprache, großer Kampf und eindrucksvolle Aktionen – es war nun deutlich zu sehen, dass noch einmal ein Ruck durch das junge HSG-Team gegangen war. Hinten machte die HSG mit einer tollen Mannschaftsleistung mit einer kompakten 6:0-Abwehr und einem immer besser werdenden Poltrum dicht und vorne beeindruckte die junge Eblen-Equipe mit großer Ruhe. Trotz ständigen Zwei-Tore-Rückstands spielte Konstanz seine Angriffe bemerkenswert ruhig, abgeklärt und clever zu Ende. Kaum ein Wurf, der nun nicht im Netz hinter Mattias Ritschel im TVH-Tor zappelte.

 

Gregor Thomann traf nun fast wie er wollte, Matthias Stocker streute einen seiner unnachahmlichen Schlagwürfe in den Winkel ein – und stellte nach 48 Minuten damit erstmals den Ausgleich her, 19:19. Die HSG zog so jetzt auf 25:22 davon. Eigentlich die Vorentscheidung, dreieinhalb Minuten vor dem Schlusspfiff. Doch die Gäste vom Bodensee mussten mit dem Sieg vor Augen noch eine kritische Situation meistern. In doppelter Unterzahl der Konstanzer kam Hüttenberg noch einmal auf und zum 24:25-Anschlusstreffer. Und noch war nicht Schluss. Drei Sekunden für den letzten Angriff der Hessen. Drei Sekunden bis zum Konstanzer Auswärtscoup.

 

„Supertolle Teamleistung, ich bin einfach nur glücklich, dieser Sieg fühlt sich natürlich ganz besonders an“, so Paul Kaletsch nach einer turbulenten Schlussphase, in der seine Mannschaft mit großem Kämpferherz den Vorsprung über die Zeit brachte. Sein Trainer sah in der Defensive und den Gegenstößen den Schlüssel zum Erfolg. „Dann haben wir es geschafft, das Tempo zu bestimmen, kaum mehr Fehler zu machen – das war schon stark.“ Daran hatten auch gute Wechsel vom HSG-Coach großen Anteil, sodass die Gäste vom Bodensee selbst in Unterzahl und in der Endphase noch hohes Tempo gehen konnten. Matchwinner Poltrum zeigte sich von der Lernkurve seiner jungen Mitspieler beeindruckt: „Wir lernen nicht nur von Spiel zu Spiel, sondern auch im Spiel selbst – das war heute bemerkenswert.“

 

Zeit zum Genießen bleibt aber wenig. Bereits am Sonntag um 18 Uhr kommt mit Bietigheim zum heißen Baden-Württemberg-Derby ein echtes Schwergewicht der Liga, das als ehemaliger Erstligist wieder den Sprung in die Beletage des deutschen Handballs anstrebt. „Sicher eines meiner wichtigsten Spiele meiner Karriere“, freute sich Matthias Stocker schon auf das Duell mit seinem Jugendfreund Robin Haller. „Das wird schon ganz speziell, vor allem, wenn die ganze Familie und Freunde und an die 100 Rietheimer dabei sind.“

 

TV Hüttenberg – HSG Konstanz 24:25 (14:11)

 

TV Hüttenberg: Matthias Ritschel, Fabian Schomburg (Tor); Tim Stefan (4), Thomas Sklenak (1), Moritz Lambrecht (2), Daniel Wernig (3/2), Christian Rompf (3/1), Jan Wörner, Max Panther, Mario Fernandes, Ragnar Johansson (4), Sebastian Roth (4), Dominik Mappes (3/1), Jannik Hofmann.

 

HSG Konstanz: Konstantin Poltrum, Patrick Glatt (Tor); Fabian Schlaich (3), Gregor Thomann (12/6), Mathias Riedel (1), Simon Flockerzie, Matthias Stocker (2), Michael Oehler, Paul Kaletsch (3), Fabian Maier-Hasselmann, Felix Gäßler, Tim Jud (2), Samuel Wendel, Chris Berchtenbreiter (2).

 

Zuschauer: 924.

 

Die letzten Sekunden vor dem Auswärtssieg und die Emotionen danach:

 

Spielzusammenfassung:

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