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„Da haben wir Bock drauf“: HSG feiert bei 13. Sieg in Folge 39:29-Feuerwerk

Felix-Krueger-HSG-Konstanz-FFB Felix Krüger war mit sieben Treffern erneut in bester Torlaune und einer der Garanten für den 39:29-Kanteriseg gegen Fürstenfeldbruck.

3. Liga:

HSG Konstanz – TuS Fürstenfeldbruck 39:29 (24:15)

 

Volle Halle, fantastische Atmosphäre und ein Handball-Feuerwerk. Drittliga-Herbstmeister HSG Konstanz hat mit einem 39:29 (24:15)-Kantersieg gegen den TuS Fürstenfeldbruck einen rauschenden Heimspiel-Jahresabschluss gefeiert. Mehr als 1 250 Fans im Hexenkessel „Schänzle-Hölle“ feierten im Anschluss den 13. Sieg in Folge ihrer Mannschaft und die weiter mit sechs Pluspunkten Vorsprung gefestigte Tabellenführung mit nunmehr 30:4 Punkten.

 

Nein, ein Mann der großen Worte will Daniel Eblen gar nicht sein. Dafür, allzu schnell in Euphorie zu verfallen, ist der Cheftrainer der HSG Konstanz nicht gerade bekannt. Doch nach dem nächsten Feuerwerk seiner jungen Mannschaft gegen den Gast aus Südbayern, der der HSG gleich im ersten Saisonspiel eine schmerzhafte 23:24-Niederlage beigebracht hatte, konnte auch der 44-Jährige nicht anders, als seiner Begeisterung ob des unwahrscheinlich temporeichen Treibens auf dem Parket Ausdruck zu verleihen. Doch selbst in solchen Momenten klingt immer Demut aus den Aussagen des HSG-Coaches, der sich über ein „tolles Spiel freute. Wichtig war, dass wir gut in der Abwehr gestanden sind.“ Dadurch konnte die HSG Konstanz ein irres Tempo aufziehen, dem die Gäste nicht folgen und standhalten konnten.

 

Mitunter war es hoch spektakulär, wie die wie im Rausch und völlig entfesselt agierenden Hausherren zauberten. Sei es, dass Linksaußen Fabian Schlaich aus dem linken Rückraum mit einem herrlichen No-look-Pass hinter seinem Rücken Paul Kaletsch fand, und der, ebenfalls in vertauschten Rollen, von dort aus schwierigem Winkel sehenswert den Ball über TuS-Keeper Michael Luderschmid vorbeizwirbelte. „Ich hoffe, der Coach hat das genau gesehen, was heute passiert ist“, lachte der Shooter danach. „Und dann hoffe ich natürlich auf die Nominierung für Linksaußen.“ Ausdruck der großen Spielfreude, des Spaß-Handballs der Konstanzer. Nach dem 5:1 (6.) war dieser Treffer bereits das 11:5 nach nicht einmal zwölf gespielten Minuten wert.

 

Die Gelb-Blauen kamen mit einer sehr aggressiven Deckung und extrem schnellem Umschaltspiel im Minutentakt zu einfachen Toren im erweiterten Gegenstoß, hatten mit Simon Tölke erneut einen sicheren Rückhalt und vorne mit zwei tollen Hebern von Fabian Schlaich weiter die besonderen Momente auf ihrer Seite. Samuel Wendel war nach Balleroberung am eigenen Strafraum mit dem Spielgerät schneller als sein Gegenspieler ohne und auf und davon zum 28:17. Gespielt waren zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 36 Minuten. Kurz vor der Pause hatte Kapitän Tim Jud mit einem Schlagwurf aus zehn Metern die Neun-Tore-Führung bereits nach 30 Minuten fixiert (24:15). „Das verunsichert natürlich auch den Gegner in dessen Defensive“, erklärte Eblen und spielte auf die für Fürstenfeldbruck völlig atypische 6:0-Deckung an. „Ich habe noch kein Video gesehen, in dem sie das ausprobiert haben.“

 

Stattdessen ballerte die HSG Konstanz, insbesondere in Person des erneut bärenstarken Felix Krüger, weiter aus allen Lagen und streute immer wieder echte Highlights ein. Etwa, als Tim Jud von der Mittelinie ganz lässig mit feinem Handgelenk per Heber in das leere Tor der Gäste traf. „Es hat alles gestimmt“, nickte der Konstanzer Übungsleiter zufrieden. „Der Rahmen, die Kulisse, die Stimmung und auch die Leistung der Jungs. Besser hätte es nicht laufen können.“ Diese Worte aus Eblens Mund verdeutlichen eines: Die HSG Konstanz war erneut in überragender Verfassung und ließ einem brandgefährlichen Gegner, der Fehler, als sie dem Primus zu Beginn des zweiten Durchgangs oder gegen Ende der Partie in Form von kleinen Unaufmerksamkeiten doch einmal unterliefen, sofort eiskalt ausnutze, überhaupt keine Chance zur Entfaltung kommen zu können. Dass Konstanz mit einer 36:21-Führung (47.) im Rücken etwas die Zügel locker ließ, viel durchwechselte und in den letzten 14 Spielminuten nur noch dreimal traf, sodass Fürstenfeldbruck etwas Ergebniskosmetik betreiben konnte, fiel da nicht mehr weiter ins Gewicht. Die über 1 250 HSG-Fans feierten ihre Mannschaft mit minutenlangen stehenden Ovationen.

 

„Natürlich hat uns die Kulisse im Vergleich zum Hinspiel ungemein geholfen“, so Eblen. „Aber wir treten nun auch mit einem ganz anderen Selbstvertrauen auf als zu Saisonbeginn.“ Eine treffende Einschätzung, die Paul Kaletsch teilte. „Das war super. Gute, volle Halle und ein zufriedenstellendes Ergebnis. Jetzt wollen wir noch einen Sieg in diesem Jahr holen.“ Das große Finale eines überaus erfolgreichen Halbjahres steigt am Sonntag, 17 Uhr, in Balingen. Einen Tag vor Weihnachten kommt es im ohnehin immer brisanten Derby zum Duell des Tabellenzweiten von der Schwäbischen Alb gegen den Spitzenreiter vom Bodensee. „Da wird es richtig abgehen“, meint Kaletsch. „Der HBW ist der Rivale hier im Süden. Das wird eines der schwersten Auswärtsspiele. Aber da haben wir Bock drauf.“

 

HSG Konstanz: Maximilian Wolf, Simon Tölke (Tor); Michel Stotz, Fabian Schlaich (4), Jerome Portmann, Tom Wolf (2), Fabian Wiederstein (3), Paul Kaletsch (9/5), Felix Krüger (7), Joschua Braun (4), Tim Jud (6), Tim Keupp, Samuel Wendel (3), Samuel Löffler (1).

 

Zuschauer: 1250 in der Schänzle-Sporthalle Konstanz.

 

Schiedsrichter: Johannes Marchlewitz und Christian Stadtmüller.

 

Das komplette Spiel im Re-live:

 

 

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