Benjamin-Schweda-HSG-Konstanz-Bietigheim

Mitte November 2017 riss sich Benjamin Schweda beim Gastspiel in Coburg zum zweiten Mal das Kreuzband. Zu diesem Zeitpunkt war er gut im Spiel und als flexibel einsetzbarer Allrounder oft und viel eingesetzter Mittelmann und Linksaußen im Konstanzer Zweitliga-Team. Aktuell kämpft sich der 24-jährige gebürtige Überlinger, der bei der HSG sämtliche Jugendmannschaften durchlaufen hat, nach der ersten Operation langsam zurück und hat seinen Vertrag um ein weiteres Jahr bis 30. Juni 2019 verlängert.

 

„Wir werden Benni die nötige Zeit geben“, erklärt Andre Melchert, Sportlicher Leiter der HSG Konstanz. „Für uns war es klar, dass wir in dieser Situation ein Zeichen setzen und ihn nicht im Regen stehen lassen. Er hat vor seiner Verletzung gute Leistungen gezeigt und wir vertrauen ihm, dass er das wieder hinbekommen wird. Für uns war die Vertragsverlängerung unser Zeichen der Unterstützung.“

 

Im Interview mit HSG-Pressesprecher Andreas Joas spricht der gelernte Industriekaufmann Benjamin Schweda über seine schwere Verletzung, seine Comeback-Pläne, die kürzlich vereinbarte Vertragsverlängerung und das wichtige Heimspiel am Samstag, 20 Uhr, in der wohl vollen „Schänzlehölle“ gegen den EHV Aue.

 

Benni, wie geht’s? Was machst Du gerade?

Ich befinde mich gerade zwischen meinen beiden Operationen. Die erste in der Sportklinik Pforzheim mit Entnahme von Knochenmaterial aus dem Beckenknochen ist sehr gut verlaufen, es sieht alles sehr gut aus und ich kann fast alles machen – bis auf Handball spielen. Nun muss ich bis Juni Geduld haben, bis meine zweite Operation mit Aufbau des Kreuzbandes ansteht. Danach sind noch neun Monate Pause bis zu meinem Comeback angepeilt. Ich bin zufrieden und habe im Moment keine Probleme.

 

Wie bleibt man bei einer so langen Pause bei Laune und der Kopf oben?

Dass ich doch länger zwischen den Operationen Geduld haben muss, hat mich im ersten Moment schon geschockt. Ich gehe aber ins Fitnessstudio und werde von unseren Physiotherapeuten Marc Götz und Olga Schmid hervorragend betreut. Außerdem unterstütze ich Matthias Stocker bei der U23 als Co-Trainer. Ich habe mich sehr gefreut, als Matze mich gefragt hat, denn das macht unglaublichen Spaß, ich bin immer in der Halle und ganz nahe bei den Jungs. Ohne Handball ist einfach nichts für mich.

 

Du hast das Geschehen in der 2. Bundesliga von außen verfolgt. Die HSG ist mit sechs Punkten nach der Spielpause wieder zurück im Geschäft. Warum?

Das ist schwer zu sagen. Bis auf Sebastian Bösing und mich ist die Mannschaft nun komplett, wir können auf einen großen Kader zurückgreifen, die Belastung auf viele Schultern verteilen und viel wechseln. Zudem sind nun alle Neuen gut in der Liga und der Mannschaft angekommen und es dreht sich zu unseren Gunsten. In der Hinrunde haben wir die knappen Spiele noch verloren, nun gelingt es uns, sie für uns zu entscheiden.

 

Du hast Deinen Vertrag bis Juni 2019 bei der HSG verlängert. Ein schöner Vertrauensbeweis in dieser Situation?

Ich war natürlich sehr glücklich, als der Verein auf mich zugekommen ist. Mein Ziel ist es, wieder fit zu werden und im März 2019 mein Comeback zu geben. Es war somit die perfekte Lösung für mich, hier bei meinem Heimatverein, wo ich mich wohl fühle und bleiben möchte.

 

Am Samstag, 20 Uhr, kommt mit dem Tabellen-16. ein unmittelbarer Tabellennachbar nach Konstanz. Die Ausgangsposition ist reizvoll: Ein weiterer Sieg für die HSG und man tauscht mit Aue die Plätze, steht dann auf einem Nichtabstiegsplatz.

Ich erwarte spielerisch zwar nicht das beste Handballspiel, dafür eines auf kämpferisch absolut höchstem Level. Ich denke, dass die HSG mit dem Schwung der letzten Erfolge leicht im Vorteil ist und mit den eigenen lautstarken Fans im Rücken die knappe 23:28-Niederlage aus dem Hinspiel gutmachen kann. Die Jungs sind gut drauf und in einem Spiel, in dem der Kampf entscheiden wird, daheim mit den enthusiastischen Fans minimal im Vorteil.

 

Was stimmt Dich zuversichtlich, dass Du im nächsten Jahr wieder in der 2. Bundesliga hier Dein Comeback feiern kannst?

Unsere Spieler haben in den letzten beiden Jahren viele knappe Spiele gemeistert und dabei einen unglaublichen Kampfgeist demonstriert. Außerdem haben wir in der letzten Saison bereits Erfahrung im Abstiegskampf gesammelt. Das fügt sich alles zusammen und macht mich zuversichtlich, dass sie es wieder schaffen werden. Man merkt auch wie eng alles in dieser verrückten Liga ist. Rimpar und Balingen verlieren überraschend gegen unsere Konkurrenten, deshalb denke ich auch, dass wir bis Saisonende noch einige Überraschungen und am Ende erneut ein gutes Ende feiern werden.

 

Fragen: Andreas Joas