Carlos-Marquis-HSG-Konstanz Carlos Marquis in Aktion für Krefeld. Fotos: Handball Media

Zweitligist HSG Konstanz ist es noch einmal gelungen, einen starken Neuzugang für die neue Saison zu verpflichten. Mittelmann Carlos Marquis (19) war bis zum Wochenende mit der HSG Krefeld in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga aktiv. In dieser erhielt er von Trainern und Presse viel Lob und gilt als „Shootingstar“ der Aufstiegsspiele. Marquis unterschrieb zunächst einen Vertrag bis 30. Juni 2022. Christos Erifopoulos (Frisch Auf Göppingen), Niklas Ingenpaß (TUSEM Essen), Lukas Köder (SG Leutershausen) und Leon Grabenstein (GWD Minden) und Jannes Timm (HG Hamburg-Barmbek) hatte die HSG für die neue Saison bereits unter Vertrag genommen.

 

Welch großes Talent und Leistungsvermögen in Carlos Marquis steckt, wurde in den letzten Wochen deutlich. In der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga war er für seinen aktuellen Club HSG Krefeld Dreh- und Angelpunkt. Der Spielmacher stach nicht nur als spielstarker Vorlagen- und Taktgeber hervor, sondern war mit 20 selbst erzielten Toren in sechs Partien zweitbester Feldtorschütze seiner Mannschaft in der Gruppenphase. In der Presse und von den Trainern wurde er oft als wertvollster Spieler bezeichnet und für seine starken Auftritte hervorgehoben. Dabei ist Carlos Marquis gerade einmal 19 Jahre jung und absolviert sein erstes Jahr im Herrenbereich. Zuvor war er im Handball-Leistungszentrum Ahlen und im Handball-Internat des Zweitligisten TSV Bayer Dormagen aktiv. Mit Dormagen stand Marquis einmal im Viertel- und einmal im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft, war für die Landesauswahl und im DHB-Stützpunkt aktiv. Begonnen hat der in einer äußert handballverrückten Familie aufgewachsene Spielgestalter mit seiner großen Leidenschaft – sein Opa und Vater waren ebenfalls aktiv – schon kaum, dass er laufen konnte. Immer als Mittelmann, beim HVE Villigst-Ergste. Dort, wo auch HSG-Neuzugang Leon Grabenstein seine Handball-Karriere startete. Die Familien sind gut befreundet und Marquis und Grabenstein, beide geboren in Schwerte bei Dortmund, waren zusammen mit ihren Eltern schon als Kleinkinder gemeinsam im Urlaub. Bis zur C-Jugend spielten sie zusammen, ehe sich die Wege trennten und es Marquis in das Nachwuchsleistungszentrum nach Ahlen zog. Ab Sommer werden sie in Konstanz wieder vereint sein.

 

Von HSG-Geschäftsführer André Melchert wird Marquis als „richtig guter Angriffsspieler“ beschrieben. „Carlos hat das Spiel verstanden, ist ein sehr guter Handballer und macht jetzt den großen Schritt aus der Heimat weg zu uns. Seine Entwicklung ist noch lange nicht zu Ende. Gerade in der Aufstiegsrunde hat man gesehen, was er kann. Er hat richtig auf sich aufmerksam gemacht.“ Der Spielgestalter liebt dabei das Tempospiel und die Kooperation mit den Kreisläufern – hat aber auch einen guten Schlagwurf als weitere Waffe im Repertoire. Auf die in wenigen Wochen beginnende neue Aufgabe ganz im Süden am Bodensee brennt der 1,82 Meter große Mann mit dem spanischen Vor- und französischen Nachnamen bereits mit Feuereifer. „Mit der professionellen Struktur bei der HSG Konstanz suche ich eine neue Herausforderung“, sagt er. „Die HSG ist dafür die richtige Adresse. Ich habe Lust auf ein neues Umfeld und möchte mich im Profibereich weiterentwickeln.“ Den nächsten Schritt in der sportlichen Entwicklung gehen, aber auch als Persönlichkeit wachsen verbindet das junge Talent mit dem Umzug in die größte Stadt am Bodensee. Marquis: „Hier bekomme ich das Vertrauen und die nötige Zeit für meine Entwicklung. Ich möchte gerne Verantwortung übernehmen.“

 

Denn Handball ist die große Leidenschaft von Carlos Marquis, die er professionell betreiben möchte. Zudem wird er ein Studium in Wirtschaftsrecht aufnehmen. „Handball hat einen sehr großen Stellenwert in meinem Leben“, erzählt er. „In Konstanz möchte ich einiges erreichen. Der Wechsel und diese Challenge kommen jetzt zum richtigen Zeitpunkt.“ Nach einigen Spielen der Umstellung auf den Herrenhandball und die Körperlichkeit lief es für ihn persönlich sehr gut. Mit seiner Spielstärke mischte er die Aufstiegsrunde auf, wenngleich Krefeld gegen Hagen zuletzt in zwei K.o.-Spielen keine Chance hatte. „Ja, die letzten Wochen haben für mich gut geklappt“, nickt Marquis. Das soll jedoch erst der Anfang sein.