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„Das treibt das Ganze auf die Spitze“: Hochspannung vor Doppelspieltag gegen punktgleiche Gegner

Paul-Kaletsch-HSG-Konstanz-Eisenach

Mach's noch einmal, Paul! Im Hinspiel gegen Eisenach war Paul Kaletsch beim 30:25-Sieg zwölfmal erfolgreich.

 

2. Handball-Bundesliga:

HSG Konstanz – HG Saarlouis

(Freitag, 20 Uhr, Schänzle-Sporthalle)

ThSV Eisenach – HSG Konstanz

(Sonntag, 17 Uhr, Werner-Aßmann-Halle)

 

Spannender geht’s nicht: Innerhalb von nur drei Tagen muss sich die HSG Konstanz im harten Ringen um den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga gleich mit zwei punktgleichen Konkurrenten messen. Am Freitag, 20 Uhr, kommt Saarlouis in die „Schänzlehölle“, am Sonntag ist die HSG in Eisenach gefordert. Zwei richtungsweisende, zwei sehr wichtige Duelle.

 

HSG-Cheftrainer Daniel Eblen wirkt trotz der prickelnden Ausgangssituation recht gelassen. Zwar sei eine gewisse Anspannung vorhanden, doch „das läuft ja schon die ganze Saison so“, meint er. „Wir sind schon lange in einer Jetzt-Erst-Recht-Haltung und vor allem im Angriffsmodus. Wir wollen jede Chance auf Punkte wahrnehmen und aggressiv und bestimmt in diese Spiele gehen.“ Mittlerweile ist auch das unglückliche Remis in Hildesheim mit all den eigenen Fehlentscheidungen und denen der Schiedsrichter abgeschlossen.

 

Es sei schließlich alles zusammengekommen sagt der A-Lizenzinhaber, der sich über zu viel Hektik geärgert hat. „Wir sind Hildesheim mit den schnellen Abschlüssen in die Falle getappt“, gibt er zu. „Die können zwar auch reingehen und am Schluss kommende schwerwiegende Fehlentscheidungen der Unparteiischen hinzu, die ansonsten gut geleitet haben.“ Vor allem kurz vor dem Siebenmeterpfiff in letzter Sekunde, der zum 27:27 führte, kochte die Konstanzer Seele hoch. Zweitliga-Toptorschütze Savvas Savvas stürmte mit dem Ellenbogen voraus zum Konstanzer Strafraum – und rammte Fabian Schlaich diesen an den Hals. Es gab Freiwurf für Hildesheim, dazu wurde die Uhr angehalten, Hildesheim besprach seinen letzten Angriff und war am Ende bei doppelter Überzahl erfolgreich. „Wir waren zu Recht im ersten Moment enttäuscht“, so Eblen. „Wir müssen uns aber vor allem an die eigene Nase fassen. Wir haben unglücklich agiert, leisten uns davor in Überzahl einen Fehlpass – und dann muss es kommen, wie es kommen muss.“

 

Nun stehen zwei weitere Duelle gegen direkte, punktgleiche Konkurrenten auf dem Plan. „Zwei solche Spiele innerhalb von nur drei Tagen treibt das Ganze natürlich auf die Spitze“, weiß der 43-Jährige. Denn in einer extrem ausgeglichen Liga, die in diesem Jahr nochmal neu durchgemischt wurde, „stehen auch gute Teams unten drin“, ergänzt er. So wie Saarlouis und Eisenach. Denn die Saarländer schätzt er als mit starkem Personal ausgestattet ein. Dafür spricht, dass die beiden Junioren-Nationalspieler Lars Weißgerber (HSG Wetzlar) und Jerome Müller (Die Eulen Ludwigshafen) zur kommenden Saison zu Erstligisten wechseln. Für den Kreis wurde Moritz Barkow (Wilhelmshavener HV) nachverpflichtet, der schwedische Spielmacher Julius Lindskog Andersson wirbelt auf der Mitte und neuer Übungsleiter ist seit November und der Entlassung von Jörg Bohrmann der Ex-Spieler Philipp Kessler. Vor Wochenfrist wurde die Serie von sieben Niederlagen in Folge schließlich mit einem 29:29-Remis gegen Aue durchbrochen.

 

Die große Herausforderung für die HSG Konstanz bei Teil zwei des Doppelspieltages ist nicht nur ein sehr erfahrener und individuell sehr stark besetzter Ex-Erstligist aus Eisenach, sondern auch die knapp 500 Kilometer weite Anreise, die schon am Samstagmittag mit einer zusätzlichen Hotelübernachtung in Angriff genommen werden muss. Das größte Thema bei der HSG ist somit die Regeneration, „eine ganz schwierige Angelegenheit, zumal bei so wichtigen Spielen“, sagt Eblen. Daher werden direkt nach dem Spiel am Freitag als auch am Samstag vor der Abfahrt diverse regenative Maßnahmen durchgeführt. Dass Eisenach bereits am Donnerstagabend in Würzburg spielen kann empfindet man daher in Konstanz doppelt ungünstig. „Das bringt die vergleichbare Belastung für beide Teams noch mehr durcheinander“, moniert der HSG-Coach und fragt: „Warum kann man die Spielplangestaltung an einem Doppelspieltag nicht für alle verpflichtend gleich machen? Wir müssen es akzeptieren, toll ist das aber nicht.“ Zumal Eisenach sein Kreisläufer-Kraftpaket Nicolai Hansen nach dem Abschied im Sommer nach Dänemark reaktiviert hat, unter dem neuen Trainer Arne Kühr deutlich gefestigter präsentiert und zuletzt gegen Nordhorn-Lingen und Emsdetten nur denkbar knapp an Zählbarem vorbeischrammte. Doch Daniel Eblen ist fest entschlossen: „Wir gehen in diese Spiele wie in alle anderen auch und wissen um unsere Chancen – die wollen wir nun auch nutzen. Für uns zählt ein Schritt nach dem anderen.“


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