Head Bundesliga mit Zertifikat farbig

bl saison

Berichte

Dezimierte HSG Konstanz bei effektivem Tabellenzweiten Lübeck ohne Chance

Mathias-Riedel-HSG-Konstanz-Abwehr

2. Handball-Bundesliga:

VfL Lübeck-Schwartau – HSG Konstanz 36:26 (18:11)

 

Weiter geschwächt und dezimiert konnte die HSG Konstanz nicht an die zuletzt ausgesprochen guten Vorstellungen gegen die Topteams der Liga anknüpfen. An einem nach einer ordentlichen Anfangsphase gebrauchten Tag war Konstanz schnell in hohem Rückstand und musste sich dem nun auf Tabellenplatz zwei gekletterten VfL Lübeck-Schwartau mit 26:36 (11:18) geschlagen geben. Am Samstag, 20 Uhr, folgt nun der Auftakt der Big-Point-Spiele im Kampf um den Klassenerhalt vor eigenem Publikum gegen Hagen.

 

Die Anreise lang und beschwerlich – und die schlechten Nachrichten für die HSG, sie wollten auch in Schleswig-Holstein nicht abreißen. Nachdem der Ausfall von vier Langzeitverletzten schon länger schwer wiegt, meldete sich Torwart Stefan Hanemann kurz vor der Abfahrt gen Norden mit einer ihn weiter plagenden Muskelverletzung ab. Konstantin Poltrum als zweiter etatmäßiger Zweitliga-Schlussmann fuhr trotz Handprellung zwar angeschlagen und gehandicapt mit, am Spieltag selbst musste dann aber auch noch Kreisläufer Chris Berchtenbreiter – zuletzt einer der besten bei der HSG –  nach einer Erkrankung passen. Ohne Sechs, mit nur elf Feldspielern, fand die HSG Konstanz so auch nie zu den zuletzt gezeigten Leistungen.

 

Zwar markierte Fabian Schlaich per Tempogegenstoß den 3:4-Anschlusstreffer, doch nach dem Tor zum 5:4 legten die Gastgeber deutlich zu und zogen mit einem 4:0-Lauf auf 8:4 davon. In einem zu Beginn von beiden Abwehrreihen dominierten Duell, in dem Lübeck den Vorteil auf der Torwartposition mit Dennis Klockmann hatte, fehlte auf Seiten der Gelb-Blauen vom Bodensee bald „der letzte Biss in der Abwehr“  wie Cheftrainer Daniel Eblen monierte. „Wir haben ganz gut angefangen und ordentlich gedeckt“, meinte der 43-Jährige. „Dann bekommen wir einige unglückliche Abpraller.“ Zudem zog Klockmann mit am Ende 52 Prozent gehaltenen Bällen der mit Paul Kaletsch auf Halblinks und Maximilian Schwarz im rechten Rückraum gestarteten HSG in der Offensive den Zahn, sodass auch der Druck in der Deckung zunahm. Immerhin fügte sich Maximilian Wolf direkt seiner Einwechslung gleich einmal mit einer spektakulären Doppelparade eines strammen Wurfes aus dem Rückraum und des freien Nachwurfs ein. Allerdings lag sein Team nach knapp 25 Minuten auch schon 9:16 zurück.

 

Das vor allem, weil Konstanz in der Abwehr nun gegen den wurfgewaltigen Rückraum der Norddeutschen meist einen Schritt zu spät war und die zunehmenden Fehler in der Offensive durch Konter schnell bestraft wurden. Dazu kamen vier verworfene Siebenmeter, einer per Aufsetzer über das Tor, einer an das Aluminium sowie zahlreiche frei vergebene Möglichkeiten, inklusive Latten- und Pfostentreffern – und die 900 Kilometer gereisten Gäste lagen zur Halbzeit schon mit sieben Treffern zurück. Denn im Gegensatz zu den Südbadenern zeigte sich der VfL hocheffizient, verwertete 70 Prozent seiner Würfe, während für die HSG lediglich 49 Prozent notiert wurden. Es passte nun alles beim wie im Rausch agierenden Ostsee-Team, das durch die ausgelassenen Möglichkeiten der HSG immer selbstbewusster agierte und darauf brannte, die 22:32-Niederlage der Vorwoche in Emsdetten vergessen zu machen. Kein Wunder, dass Lübecks Trainer Torge Greve nach dem Schlusspfiff strahlen konnte, als er sagte: „Das haben die Jungs klasse gemacht. Von außen, aus dem Rückraum – unsere Wurfeffizienz war unser großes Plus.“

 

Konstanz tat sich hingegen auch nach dem Seitenwechsel weiter schwer gegen die drittbeste Defensive der Liga sowie Ex-THW-Kiel Keeper Klockmann und zollte dem Fehlen von Berchtenbreiter auf der Halbposition in der Deckung und im Angriff Tribut. Paul Kaletsch war somit in Abwehr und Angriff gleichermaßen gefordert, konnte in der Offensive aber durch Maximilian Schwarz, der zwei Treffer markierte, entlastet werden. „Wir wollten nach der Pause dran bleiben und zumindest die zweite Hälfte gewinnen“, meinte Eblen. „Aber man hat gemerkt, was für eine Nummer Lübeck daheim ist.“ Immerhin versuchte seine Mannschaft mit Kampf und Einsatz die weiter hohe Fehlerquote auszugleichen und konnte den Zehn-Tore-Rückstand zwischenzeitlich wieder auf acht verkürzen. Positiv war vor allem der Auftritt des HSG-Kapitäns Fabian Schlaich, der nach langer Verletzungspause immer besser in Schwung kommt, nie aufsteckte und bei zehn Versuchen achtmal erfolgreich war.

 

Felix Gäßler zeigte zudem, dass er auch Qualitäten als Kreisläufer besitzt und verschaffte Sebastian Bösing wichtige Pausen, während Maximilian Wolf mit acht Paraden auf sich aufmerksam machen konnte – immerhin starke 57 Prozent abgewehrte Würfe. Doch an der klaren Konstanzer Unterlegenheit änderte dies alles nichts. „Wir müssen nun an die Spiele, in denen wir besonders gut gespielt haben, anschließen und das Positive mitnehmen“, so Eblen, „es warten nun wichtige Wochen auf uns.“ Der Blick von Eblen, er ging nach einer weiteren Enttäuschung sofort nach vorne. Auf die nächste Aufgabe gegen Hagen am Samstag, dann mit den eigenen Fans im Rücken – und hoffentlich wieder mehr Alternativen auf der Bank und einem kleineren Krankenlager.

 

VfL Lübeck-Schwartau – HSG Konstanz 36:26 (18:11)

 

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann, Mallwitz (Tor); Glabisch, Milde, Lauenroth (7), Podpolinski (3), Akerman, Hansen (7), Ranke , Schult (7), Damm (10/4), Köhler (1), Claasen, Schlichting, Bruhn, Metzner (1).

Trainer: Torge Greve

 

HSG Konstanz: Maximilian Wolf, Konstantin Poltrum (Tor); Fabian Schlaich (8/2), Mathias Riedel (4), Tom Wolf, Paul Kaletsch (2), Felix Krüger, Fabian Maier-Hasselmann (1), Felix Gäßler (2), Tim Jud (1), Maximilian Schwarz (2), Sebastian Bösing (2), Felix Klingler (4/2).

Trainer: Daniel Eblen

 

Zuschauer: 1912 in der Hansehalle Lübeck.

 

Schiedsrichter: Fabian Friedel aus Aue und Rick Herrmann aus Zschorlau.

D-weiblich verschläft den Start und muss erste Nie...
Zum Abschluss der Topspiele die weiteste Fahrt der...

Ähnliche Beiträge

By accepting you will be accessing a service provided by a third-party external to https://www.hsgkonstanz.de/

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Durch Benutzen der Seite stimmen Sie unserer Cookie-Politik und Datenschutzerklärung zu.