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„Sehr viel Adrenalin im Team“: Do-or-Die-Spiel gegen Tabellenvierten Lübeck

Fabian-Schlaich-HSG-Konstanz-Coburg-2 Auf geht's: Fabian Schlaich und die HSG Konstanz kämpfen gegen Lübeck um die weiter vorhandene Chance auf den Klassenerhalt.

2. Handball-Bundesliga:

HSG Konstanz – VfL Lübeck-Schwartau

(Freitag, 20 Uhr, Schänzle-Sporthalle)

 

Noch fünf Spieltage stehen auf dem Spielplan der 2. Handball-Bundesliga, zehn Punkte sind noch zu vergeben. „Jetzt geht es um die Wurst, sagt HSG-Cheftrainer Daniel Eblen vor dem wichtigen Heimspiel am Freitag, 20 Uhr, gegen den Tabellenvierten VfL Lübeck-Schwartau. Und der 43-Jährige ist ganz zuversichtlich, dass seiner jungen Mannschaft der ersehnte Befreiungsschlag gelingen kann – wenn die sehr guten Trainingsleistungen dieser Woche „auf die Platte gebracht werden können.“

 

Von Resignation oder hängenden Köpfen war in den intensiven Einheiten nichts zu sehen, trotz der klaren 24:38-Niederlage beim übermächtigen vorzeitigen Erstliga-Aufsteiger Bergischer HC. Ohnehin war dies ein quälender Abend für die Konstanzer, der scheinbar gar nicht mehr enden wollte. Selbst knapp zwei Stunden nach Spielende konnte der Mannschaftsbus sich nach einem empfindlichen Tiefschlag noch nicht wieder aus Wuppertal Richtung Bodensee auf den langen Heimweg machen. Stattdessen wurden jeweils zwei Spieler beider Mannschaften zur Dopingkontrolle gebeten – und das dauerte. Nichts also mit Flucht vom Ort der bitteren Geschehnisse, vielmehr wurde man direkt zur Auseinandersetzung mit der eigenen Leistung gezwungen und wurde mit frechen Sprüchen einiger Einheimischer bedacht. Fabian Schlaich entgegnete nur trocken: „Noch sind wir nicht abgestiegen.“

 

Eine Jetzt-Erst-Recht-Stimmung, die sich auch in der Trainingswoche bemerkbar machte. „Man merkt die Anspannung“, berichtet Daniel Eblen, „wir sind uns alle der Do-or-Die-Situation bewusst.“ So hat der A-Lizenzinhaber eine „sehr gute“ Trainingswoche beobachtet, in der „sehr viel Adrenalin dabei war. Genau das müssen wir positiv in das Spiel nehmen.“ Dass die Aufgabe gegen den Tabellenvierten VfL Lübeck-Schwartau alles andere als einfach wird ist, dessen ist man sich in Konstanz bewusst. „Aber darum geht es auch nicht“, erklärt er. „Wir wollen gewinnen.“ Doch dank einer seit Jahren bärenstarken 6:0-Deckung, mit nur 799 Gegentoren die zweitbeste Defensive der Liga, und Torwart Dennis Klockmann (35) verfügen die Norddeutschen über ein echtes Bollwerk. Der Ex-Torwart des THW Kiel, der dort zweimal die deutsche Meisterschaft und einmal den Champions-League-Titel feiern durfte, wurde am Ende der letzten Saison von den Trainern und Managern der Zweiten Liga zum besten Schlussmann gewählt.

 

„Dieses Bollwerk ist schwer zu knacken“, sagt Eblen über die Gäste von der Ostseeküste, die den fast 900 Kilometer weiten Weg per Flug bewältigen werden. Vorne lauert mit dem clever Regie führenden Schweden Rickard Ackerman „und viel Power auf den Halbpositionen“, so Eblen, einiges an Gefahr, was auch aus zehn bis elf Metern für große Torgefahr sorgen kann. „Aber wir müssen auf uns sehen“, unterstreicht der HSG-Coach. „Uns wird mit dem Heimspiel nochmal eine Chance geboten.“ Und die soll unbedingt genutzt werden, machen sowohl Spieler als auch Trainer klar. Stellvertretend meinte Paul Kaletsch: „Wir brauchen einfach einen absoluten Kampf, eine gute Einstellung, ganz viel Aggressivität. Wir müssen jetzt endlich mal angreifen und Abstiegskampf spielen, das Messer zwischen die Zähne nehmen und volles Rohr alles geben.“

 

Ein Blick zurück auf die letzten Jahre unterstreicht nochmals, dass sich die HSG Konstanz auf viele gute Beispiele für erst in allerletzter Sekunde und auf den letzten Metern errungene Erfolge berufen kann. Erst in der vergangenen Saison hatten die HSG nach einer Schwächephase viele schon im Kampf um den Klassenerhalt abgeschrieben, ehe in den letzten Saisonspielen nochmals eine Siegesserie gelang – und der Klassenverbleib, den ihr nur noch wenige zugetraut hatten. Eblen: „Es lohnt sich immer, bis zum Schluss daran zu glauben. Wir haben schon oft am Ende Big Points gelandet und wichtige Punkte geholt.“

 

Dieser unbedingte Glaube ist fest in der Mannschaft verankert, denn selbst eine Syndesmoseband-Verletzung von Mathias Riedel, die voraussichtlich eine Pause von zwei bis drei Wochen bedingt, hat nicht für Schockstarre gesorgt. Gerade die jungen Talente aus der U23-Meistermannschaft wie die Brüder Samuel und Jonas Löffler sowie Joschua Braun und Samuel Wendel haben mit sehr guten Trainingsleistungen auf sich aufmerksam gemacht und werden alle im Kader stehen, sofern auch der an einer Grippe laborierende Fabian Maier-Hasselmann ausfällt. „Sie wurden mit mehr Verantwortung ausgestattet“, sagt Eblen voller Zuversicht, denn: „Das hat schon richtig gut ausgesehen.“

 

Ein weiterer Trumpf ist die stets außergewöhnliche Unterstützung von den Rängen. „Das ist schon besonders“, hebt auch Mannschaftskapitän Fabian Schlaich hervor. „Die Fans sind immer da und stehen hinter uns. Das habe ich auswärts schon anders erlebt.“ Voraussetzung dafür sei, dass man das Allerletzte aus sich herausholt, ergänzt Daniel Eblen. „Das wird zu Recht erwartet. Ob das passiert, sieht unser Publikum sehr gut. Wir haben es immer ganz gut gezeigt und die Verbindung zwischen Zuschauern und Mannschaft ist toll.“ Auch gegen Lübeck hofft er auf die volle Unterstützung und viel Druck von der Tribüne. Seine Akteure sind jedenfalls schon heiß auf die Chance vor eigenem Publikum – und fest entschlossen, sie zu ergreifen.


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