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Dolchstoß per Buzzerbeater: Und jährlich grüßt Eisenach mit dem Last-Second-Niederschlag

Alexander-Saul-Eisenach-klein Der Moment des Niederschlags: Alexander Saul per Buzzerbeater mitten ins Konstanzer Herz. Bilder: Christian Heilwagen

2. Handball-Bundesliga:

ThSV Eisenach – HSG Konstanz 30:29 (12:13)

 

Déjà-vu 2019: Damals war es Ante Tokic, der die HSG mit der letzten Sekunde ins Mark und zum 27:26-Sieg traf, nun trieb Alexander Saul von hinten den Dolch durch das Konstanzer Herz. Nach einer noch besseren Konstanzer Leistung als in der letzten Saison besorgte der Linkshänder den Niederschlag für die Konstanzer erneut per Buzzerbeater mit der Schlusssirene zum 30:29 (12:13)-Heimsieg des ThSV Eisenach gegen die HSG Konstanz.

 

Auch du, mein Sohn Brutus? Oder auch du, mein Freund Alexander Saul? Wenn Eisenach und die HSG Konstanz, außerhalb des Spielfeldes nach vielen packenden Duellen in der jüngeren Vergangenheit freundschaftlich verbunden, aufeinandertreffen, ist Drama vorprogrammiert. Nach einer schnellen 6:2-Führung schien dieses Mal endlich die HSG einmal in Thüringen an der Reihe. Spielte wie aus einem Guss, mit schnellem Ball, wenigen Fehlern und mit Tom Wolf und Peter Schramm einem überragenden Rückraum. 19 Treffer erzielten die beiden Distanzschützen zusammen und nährten die Hoffnungen, dass dieses Mal auch ohne die verletzten Felix Jaeger und Tim Jud endlich, endlich alles ein gutes Ende in der Werner-Assmann-Halle nehmen würde.

 

Doch es kam, wie es 2019 schon geschah. In einem packenden Schlagabtausch verdichtete sich erneut letztlich alles auf eine Szene. Auf die allerletzte. Auf den Ex-Magdeburger Saul, der zwei Gegenspieler abschüttelte und aus ungünstiger Position zum finalen Verzweiflungswurf ansetzte. Alles steht still. Der Konstanzer Atem stockt. Kurz darauf der Einschlag in der langen Ecke, unten rechts. Eisenach tanzt, jubelt, kann sein wiederholtes Glück nicht fassen und die Gäste sind wieder einmal leer. Enttäuscht, fassungslos, sprachlos. „Das ist bitter“, rang Daniel Eblen um Worte. „Wir haben richtig gut gespielt.“ Hatten sie. Immer wieder geschickte Nadelstiche gesetzt, schnell, präzise und mit schönen Tempoverschärfungen im richtigen Moment agiert. Aber eben irgendwann vielleicht auch die schlechten Erfahrungen der letzten Jahre im Hinterkopf und nicht dem nötigen Spielglück. Erst musste Peter Schramm nach einem Zusammenprall raus, dann war für Joschua Braun nach einem Griff in den Wurfarm der Abend beendet. Schließich landeten Abpraller bei den Hausherren und der ThSV wirkte in einer hitzigen Schlussphase etwas cleverer und abgezockter.

 

Denn: In einer hektischen zweiten Halbzeit gingen es mit offenem Visier und hohem Tempo hin und her. Eblen: „Wir waren gut, aber vielleicht zu unkonstant. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, am Ende geht es unglücklich für uns aus.“ Mit Phasen, in denen nun der Ball zu schnell beim Gegner landete und sich dieser über leichte Gegenstöße zurückmeldete. Immer wieder blitzte die hohe individuelle Klasse der Thüringer in zahlreichen Einzelaktionen vor allem über Saul und Martin Potisk auf, Konstanz überzeugte hingegen durch schönes Kombinationsspiel. Tom Wolf traf 44 Sekunden vor Schluss nervenstark vom Siebenmeterpunkt und Konstanz hatte in Überzahl noch einmal, wie zuvor, die Möglichkeit , sich zumindest mit einem hochverdienten Punkt für eine couragierte Leistung zu belohnen Doch Eisenach-Coach Markus Krauthoff-Murfuni ging volles Risiko, brachte den siebten Feldspieler und ließ das Tor leer. Und wurde dafür belohnt.

 

Mit riesengroßer Enttäuschung und gesenktem Haupt schleppte sich die HSG in den Mannschaftbus. „Aber das gehört dazu“, sagte der erfahrene HSG-Trainer. „Wir haben gekämpft und keinen Grund, über unsere Leistung enttäuscht zu sein: Sehr wohl aber über das Ergebnis.“ Er konnte die Klasse des Gegners anerkennen und freute sich bereits auf die Heimkehr gegen 5 Uhr in der Nacht. Um kurz nach 7 Uhr heißt es: Kinder in den Kindergarten bringen. Doch die Aussicht auf den Nachwuchs ließ den Frust schon wieder in den Hintergrund treten. Bis zum nächsten Spiel am 1. November in Bietigheim hat die HSG Konstanz jetzt etwas Zeit, wieder aufgerissene und noch tiefer gewordene Wunden zu lecken sowie zahlreche Blessuren auszukurieren. „Die Jungs haben“, so Eblen, „heute alles reingeworfen und gegeben, aber nun kommt die Pause für einige angeschlagene Spieler nicht ungelegen.“ Das nächste Heimspiel ist indes auf den 13. November gegen Lübbecke terminiert.

 

HSG Konstanz: Maximilian Wolf, Michael Haßferter (beide Tor); Michel Stotz, Fabian Schlaich (1), Aron Czako, Joel Mauch, Matthias Hild (1), Tom Wolf (13/6), Markus Dangers (4), Felix Krüger, Fabian Maier-Hasselmann (1), Fynn Beckmann (1), Joschua Braun (1), Samuel Wendel (1), Peter Schramm (6), David Knežević.

Trainer: Daniel Eblen

Zuschauer: 666 in der Werner-Assmann-Halle Eisenach

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