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Kapitäne Fabian Schlaich und Mathias Riedel im Doppelinterview: „Unser Handball wird noch attraktiver sein und die Saison wird uns allen richtig Spaß machen!“

Kapitäne Fabian Schlaich und Mathias Riedel im Doppelinterview: „Unser Handball wird noch attraktiver sein und die Saison wird uns allen richtig Spaß machen!“

Humorvoll, laut und nie um einen Spruch verlegen. Wo er ist, ist Action. Ein echter Sonnyboy eben. Der 24-jährige Linksaußen Fabian Schlaich (siehe Bild oben) gilt als einer der verrücktesten und emotionalsten Spieler der HSG Konstanz. Für die Saison 2015/16 ist er nach seinem Wechsel im Sommer 2013 vom HBW Balingen-Weilstetten nach Konstanz zum neuen Mannschaftskapitän bestimmt worden, nachdem der langjährige Anführer Matthias Faißt seine Karriere am Saisonende 2014/15 beendet hatte. 143 Tore hat der neue HSG-Kapitän in der vergangenen Spielzeit erzielt – und war damit bester Torschütze der HSG Konstanz und der erfolgreichste Außen der gesamten Liga. Der 1,80 Meter große flexible Allrounder, der auch ein hervorragender Abwehrspieler ist, hat in Konstanz ein Sportwissenschaftsstudium begonnen und betreut als Co-Trainer die A-Jugend-Bundesligamannschaft sowie die D1-Jugend als Trainer.

 

Neuer Co-Kapitän ist Mathias „Helle“ Riedel. Auch er ist im Sommer Co-Kapitän Mathias Riedel2013 vom TV Willstätt zur HSG Konstanz gewechselt und konnte dort nach der Torjägerkrone in der Südbadenliga und zwei Spielzeiten mit jeweils über 200 Treffern in der Oberliga und zweimal nur knapp verfehltem Torschützentitel auf Anhieb in der 3. Liga überzeugen. Der 27-jährige gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann studiert Betriebswirtschaftslehre und war schon in seiner ersten Drittliga-Saison mit 110 Treffern bester Konstanzer Torschütze und belegte in dieser Rangliste auch in der vergangenen Spielzeit – trotz langer Verletzungspause zum Ende der Saison – mit 88 Toren Rang drei.

 

Im Gespräch mit HSG-Pressesprecher Andreas Joas unterhielten sich die beiden Leistungsträger und Anführer vor dem ersten Heimspiel der HSG Konstanz am Samstag um 20 Uhr in der Schänzle-Sporthalle gegen die TSG Haßloch über die gelungene Vorbereitung und einen jungen, hungrigen Kader. Außerdem sprachen sie über eine unberechenbare Liga, den mit einem 29:23-Auswärtssieg im Südbaden-Derby bei der SG Köndringen-Teningen geglückten Saisonstart und wie sich ihre Charaktere abseits des Spielfeldes angleichen.

 

Fabi, Du bist vom Trainerteam und Vorstand zum neuen Kapitän der HSG Konstanz bestimmt worden. Was bedeutet dieses neue Amt für Dich?

 

Fabian Schlaich: Es ist natürlich eine Ehre, das Vertrauen der Vereinsführung und Sportlichen Leitung zu erhalten. Wer mich kennt, weiß allerdings, dass sich deswegen bei mir nicht viel ändern wird. Für mich ist das kein Druck oder eine Bürde, im Gegenteil. Wir haben ein Team, das niemanden braucht, der permanent vorweggeht. Und wenn es wirklich einer Entscheidung bedarf, haben wir auch noch den Mannschaftsrat. Dennoch sehe ich es als meine Aufgabe, dass das Team gut miteinander harmoniert und dass eventuelle Reibungen schnell zusammen geklärt werden. Wir wollen einfach erfolgreich zusammen sein, das ist das was zählt.

 

Du bist selbst erst 24 Jahre alt, also ein relativ junger Kapitän. Was bedeutet es als junger Kapitän solch ein junges Team wie das der HSG zu führen, das im Durchschnitt erst 21,8 Jahre alt ist?

 

Fabian Schlaich: Ich spiele nun schon einige Jahre in der 3. Liga und weiß, wie hier alles läuft. Bei unseren Neuzugängen, die aus anderen Klassen und der Schweiz zu uns gekommen sind, sieht das natürlich etwas anders aus. Diesen gilt es zu helfen, damit sie in der für sie neuen Umgebung schnellstmöglich Fuß fassen. Da helfen vor allem viele persönliche, konstruktive Gespräche.

 

Wie würdest Du Deinen Führungsstil beschreiben und auf was legst Du besonderen Wert?

 

Fabian Schlaich: Vieles möchte ich auf demokratischem Wege entscheiden, denn ich bin niemand, der alles selbst bestimmen muss. Ich bin auch ruhiger als viele denken und sage nicht immer zu allem etwas. Wenn ich aber etwas sage, muss klar sein, dass es genau so läuft.

Mathias Riedel: Fabi ist jemand, der auf dem Spielfeld polarisiert und eine hervorragende Saison gespielt hat. Er ist daher völlig zu Recht zum Kapitän bestimmt worden. Er ist jemand, der nicht meckert und Wert auf demokratische Entscheidungen legt.

 

Fabi war mit 143 Treffern der erfolgreichste Außen der gesamten Liga und Top-Torschütze der HSG. Helle war drittbester HSG-Torschütze. Woher kommt vor allem bei Dir diese Leistungssteigerung und Top-Leistung, Fabi?

 

Mathias Riedel: Durch mindestens 110 brillante Pässe von mir auf Außen! (lacht)

Fabian Schlaich: Stimmt, ich habe viele sehr gut gespielte Pässe erhalten. Wichtig war aber vor allem meine Trefferquote und die hat gestimmt. Ich bin deswegen auch zufrieden. Vergessen darf man aber auch nicht die überragenden Pässe zum Tempogenstoß durch Maximilian Folchert.

 

Die Vorbereitung lief wieder einmal sehr gut, dieses Mal war im Gegensatz zu den letzten fünf Jahren aber auch der Saisonauftakt bei der SG Köndringen-Teningen richtig gut – und erfolgreich. Woran liegt das?

 

Mathias Riedel: Die vielen jungen Leute haben richtig viel Zug in das Training gebracht. Man merkt, dass wir mit unglaublich hohem Tempo spielen und gnadenlos die erste und zweite Welle laufen und dadurch die einfachen Tore machen können. Man muss sagen, dass wir schon ausgesprochen gut harmonieren. Alle ziehen gut mit und geben immer 100 Prozent und sind sehr interessiert. Auch nach dem eigentlichen Mannschaftstraining werden oft bestimmte Dinge in Kleingruppen intensiv weitertrainert.

Fabian Schlaich: Es stimmt in der Mannschaft, deshalb macht es auch unglaublichen Spaß. Es ist deutlich zu spüren, dass die Jungen richtig Lust auf hochklassigen Handball haben. Der Ball läuft auch schon ganz gut. Hin und wieder unterlaufen uns aber noch zu viele leichte Fehler.

Mathias Riedel: Die Talente kämpfen um einen Stammplatz. Der Unerfahrenheit ist es aber auch geschuldet, dass wir ein Spiel gerade in der Endphase manchmal noch nicht ruhig nach Hause schaukeln können. Noch fehlt uns hin und wieder der nötige Überblick und die Cleverness. Allerdings haben alle Spieler, die ihre Chance bekommen haben, diese auch genutzt. In der Oberliga werden unsere jungen Spieler weitere wichtige Erfahrungen sammeln und können dort zeigen, ob sie das Zeug für mehr haben.

 

Woran kann man noch arbeiten und was läuft im Hinblick auf den vor Wochenfrist erfolgten Drittliga-Startschuss schon gut?

 

Fabian Schlaich: Im Tor sind wir mit drei guten Männern super aufgestellt. Die Abwehr hat sich zudem kontinuierlich verbessert. Natürlich müssen wir noch an der Feinabstimmung in allen Mannschaftsteilen feilen, aber das ist normal.

Mathias Riedel: Unsere guten Torhüter haben mich sehr positiv überrascht – sie haben sehr schnell gut mit der Abwehr harmoniert. Ich wünsche mir in der Abwehr aber noch mehr Aggressivität und weniger Platz am Kreis. Wir müssen schauen, dass wir noch kompakter stehen, auch wenn wir uns schon sehr gut aushelfen. Der Zug und der Wille sind da und unsere erste Sechs ist richtig gut.

Fabian Schlaich: Wir können in dieser Saison sicher noch mehr Tempo als in der letzten gehen und haben richtig viel Power. Es ist zudem wichtig, dass Paul Kaletsch nach seiner langen Verletzungspause wieder richtig zurück ist. Er hilft uns in der Abwehr und im Angriff sehr.

 

In der 3. Liga gab es ordentlich Bewegung in den Kadern fast aller Vereine. Wie schätzt Ihr die Liga in der kommenden Spielzeit ein? Gibt es für Euch einen Meisterschaftsfavoriten?

 

Fabian Schlaich: Vorjahresvizemeister SG Nußloch wird sicher ganz vorne mit dabei sein. Ansonsten ist die Liga extrem schwer einzuschätzen, da viele junge Spieler meist langjährige Leistungsträger ersetzt haben – fast überall. Im Abstiegskampf wird es meiner Meinung nach noch enger als zuletzt werden. Balingen hat sich verstärkt, Pfullingen hat eine mit der Aufstiegseuphorie begeisterte Halle – es kann jeder jeden in dieser engen Liga schlagen.

Mathias Riedel: Außerdem wird die TGS Pforzheim nach vielen hochkarätigen Neuzugängen an der Tabellenspitze mitmischen. Es ist aber auffällig, dass die erste Sechs fast durchgehend sehr stark besetzt ist und danach viele hungrige Talente warten.

 

Und wo wird sich die HSG Konstanz dort einordnen? Auf was können sich die Fans denn besonders freuen?

 

Fabian Schlaich: Weil die Liga sich so sehr verändert hat, so unberechenbar und eng ist, ist das unmöglich vorherzusagen. Wir werden nach den ersten paar Spielen eine erste Tendenz sehen, wo es hingeht. Ich bin mir aber sicher, dass unser Handball noch attraktiver sein wird, als in der letzten Saison.

Mathias Riedel: Wie wir den Ball in die Lücken spielen – da waren schon richtig gute Spielzüge dabei. Diese Saison wird uns allen Spaß machen – auf dem Spielfeld und sicher auch auf der Tribüne.

 

Spaß hat auch der Aufritt bei der SG Köndringen-Teningen gemacht. Euch auch?

 

Fabian Schlaich: Wir haben alles reingeworfen und durch die Bank ein gutes Spiel gemacht. Wenn alle alles geben, können wir gegen jeden mithalten. Gegen einen guten Gegner konnten wir bestätigen, dass wir eine gut eingespielte und intakte Truppe sind, die gut harmoniert und sich vor niemandem verstecken muss.

Mathias Riedel: Wir haben eine geile Abwehr gespielt und Konstantin hat super gehalten. In der zweiten Hälfte hat uns Matthias Stocker sehr geholfen, die schwierige Phase zu überstehen. Am Ende war es dann eine Frage der Kräfte, als wir nach einer kraftraubenden Aufholjagd der Teninger mit schnellen Gegenstößen Kapital aus ihren Fehlern schlagen konnten. Wir müssen aber noch lernen, wie man in gewissen Situationen die Spielzüge noch cooler zu Ende spielt. Wir freuen uns jetzt alle auf das erste Heimspiel gegen die TSG Haßloch und wollen auch für unserem geilen Publikum unbedingt gewinnen.

 

Vergiss die Welt, friss das Glück, atme den Wahnsinn – so Dein Lebensmotto, Fabi. Viele fragen sich aufgrund Deiner emotionalen, ja bisweilen verrückten Spielweise: Wie verrückt ist dieser Fabian Schlaich denn wirklich? Spricht Dein Motto für sich?

 

Fabian Schlaich: Das ist das Motto von meinen Freunden und mir. Es passt einfach zu jeder Situation. Ich persönlich bin aber wesentlich ruhiger, als es auf dem Spielfeld wirkt und kann auch mal entspannt ein Käffchen trinken. (lächelt)

 

Zum Abschluss: Beschreibt bitte Euer Gegenüber in wenigen Sätzen.

 

Fabian Schlaich: Helle ist ein netter, lustiger und souveräner Handballer auf dem Spielfeld. Abseits davon ist er eines der verrücktesten aber auch lustigsten Wesen, die ich kennengelernt habe. Man schätzt ihn viel ruhiger ein, als er in Wirklichkeit ist.

Mathias Riedel: (lacht) Nett? Wieso denn nett? (grinst) Fabi ist immer superpünktlich im Training, eine tolle Eigenschaft. Sein Lebensmotto spricht schon für sich. Er ist ein kraftvoller Spieler, der sich immer denkt: wer nicht wirft, kann nicht treffen. Man schätzt ihn aber verrückter ein, als er ist. Er zieht sein Ding durch, lässt sich von nichts von seinem Weg abbringen und man kann über alles mit ihm reden.

 

Fragen: Andreas Joas

 

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