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Ersatzgeschwächt auch gegen Coburg an Sensation geschnuppert – Belohnung vor 1400 Fans bleibt wieder aus

Maximilian-Wolf-HSG-Konstanz-Coburg Maximilian Wolf streckt sich hier erfolgreich. Die HSG allerdings gegen Coburg vergeblich.

2. Handball-Bundesliga:

HSG Konstanz – HSC 2000 Coburg 25:28 (14:13)

 

Es war fast alles wie schon so oft zuvor in dieser Saison: Die HSG Konstanz spielte gut, führte lange, hatte den Tabellenzweiten Coburg bis kurz vor Schluss am Rande der Niederlage. Am Ende nahmen die Gäste dennoch die Punkte mit (25:28). Für Konstanz blieb bereits zum sechsten Mal in dieser Saison nach einer äußert knappen, etwas unglücklichen Niederlage nur das Lob des Gegners – und minutenlange Standing Ovations der mehr als 1400 frenetischen HSG-Fans, trotz der bitteren Niederlage.

 

Schallplatten auflegen ist eine Philosophie, Vinyl hören und sammeln eine Leidenschaft. Und das „Schwarze Gold“ ist, trotz Streaming und Digitalformaten, aktuell wieder ziemlich angesagt. Zwar braucht das Material viel Pflege, doch manchmal hilft auch die nichts. Die Platte hängt und hängt – und hängt. Immer an derselben Stelle. Die HSG Konstanz kann ein Lied davon singen. Davon, dass ihre Platte beschädigt oder kaputt ist, ist sie weit entfernt. Dazu war der Auftritt gegen den Tabellenzweiten, der nun mit Spitzenreiter Essen gleichgezogen ist, viel zu gut. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass mit Kapitän Tim Jud, Fabian Wiederstein und Joschua Braun gleich drei verletzte oder erkrankte Leistungsträger ersetzt werden mussten, wird die lange Führung der Gelb-Blauen noch umso bemerkenswerter. Dennoch will das Lied der Konstanzer nicht bis zum Ende weiterlaufen, bis zu den greifbar nahen zwei Punkten. Stattdessen gab es einmal mehr dieseleben Szenen zu beobachten wie schon fünfmal zuvor in dieser Saison. Coburg wirkte in den letzten fünf Minuten cleverer, abgezockter, machte die entscheidenden zwei, drei Fehler weniger und schnappte sich doch noch einen hart erkämpften Sieg. Der HSG, die aufgrund der drei fehlenden Stützen beschränkte Wechseloptionen hatte, schwanden am Ende die Kräfte.

 

„Es war ein sehr kampfbetontes, ein sehr emotionales Spiel vor einem fantastischen Publikum, was dem Ganzen für uns einen sehr anspruchsvollen Rahmen gegeben hat“, konstatierte Jan Gorr mit sichtbarer Erleichterung. Im Hintergrund schlichen die Konstanzer mit hängenden Köpfen vorbei, Paul Kaletsch hatte den Spielball nach dem Abpfiff noch voller Frust gegen die Wand gedonnert. Und dennoch: Was die HSG auflegte, war höchste Kunst, viel Qualität, ein richtig tolles Stück. Bestehend aus harter Arbeit in der Deckung, die Maximilian Wolf direkt an seine starke Leistung gegen Dormagen anknüpfen ließ und viel Ideenreichtum in der Offensive gegen einen körperlich deutlich überlegenen Gast aus Oberfranken. Nach dem schwerwiegenden Ausfall von Fabian Wiederstein hatte Coburg seinen Ersatz wohl nicht richtig auf dem Zettel. 3:2 heiß es in heißer Stimmung nach drei Minuten – dreimal war Michel Stotz vom Kreis erfolgreich. „Ich hatte einen kleinen Lauf“, sagte er später recht nüchtern, denn: „Zwei Punkte wären mir lieber gewesen.“

 

Angesagt ist das, was die HSG spielt, auch. Mehr als 1400 Fans bedeuteten den bisherigen Saisonrekord. Dementsprechend laut und hitzig ging es im Hexenkessel Schänzle-Hölle weiter. Vor allem als der 20-Jährige Kreisläufer schon wieder traf und auf 6:3 stellte. Als Coburg nach 20 Minuten zum Anschluss kam, erhöhten erneut die nun wie beflügelt auftrumpfenden Konstanzer mit einem 3:0-Lauf zum 13:9. Ex-HSG-Schlussmann Konstantin Poltrum tat sich bis hierhin schwer, sich auszuzeichnen. Allerdings konnten die Gastgeber nur ein Tor Vorsprung mit in die Pause nehmen (14:13). Gorr: „Konstanz hat alles investiert, wieder unglaublich kämpferisch agiert.“

 

Nach kurzem Rückstand zu Beginn der zweiten Hälfte marschierte wieder die HSG voran und ging mit 19:17 in Front. Die Sensation lag weiter in der Luft und Coburg hatte schwer mit den bissigen Hausherren zu kämpfen, die, angetrieben von ihren begeistert mitgehenden Zuschauern, dieses Mal endlich ihre Chance beim Schopfe packen wollten. Paul Kaletsch besorgte mit einem Siebenmeter zehn Minuten vor Schluss das 22:22, doch danach ging es dahin. Konstanz vergab zweimal völlig freistehend vor dem Coburger Tor, einmal ging der Wurf am Tor vorbei, einmal war der ehemalige tschechische Nationaltorhüter Jan Kulhanek (38) zur Stelle. Und schon hatten sich die Gäste mit ihrer ganzen Klasse in Person des langjährigen Erstligaspielers Andreas Schröder und dem bereits für die A-Nationalmannschaft aufgelaufenen Florian Billek auf 25:22 abgesetzt. Dazu kam das nötige Quäntchen Glück: Billek etwa prallte der Siebenmeter an die Latte zurück in die Hände, später der Lattenkracher zum völlig freien Coburger. Konstanz verkürzte immer wieder auf zwei Tore, mehr gelang nicht mehr. Weil „die Schlussphase insofern entschieden hat, als es uns dort gelungen ist, effektiver zu sein“, so Gästecoach Gorr. „So ist am Ende ein enges Spiel zu unseren Gunsten ausgegangen.“ Daniel Eblen nickte bei diesen Worten und ergänzte dann: „Am Ende gab es eine ganz lange Kreuzung, da haben wir es nicht mehr geschafft, die letzten Schritte zu gehen und die Aggressivität zu halten, die wir 55 Minuten hatten.“

 

Der 45-Jährige lobte vor allem jene Spieler, die sonst nicht so zum Zug kommen. „Das war sehr überzeugend, genauso, was ihr Fans heute wieder gezeigt habt“, hob er hervor. „Ich sehe bei meinen Jungs jetzt schon ein paar hängende Köpfe, aber wir können stolz drauf sein, was wir gegen einen Gegner wie Coburg leisten konnten.“  Sein Appell deshalb: Weiterarbeiten, „dann wird das irgendwann alles mal auf unsere Seite fallen. Ich weiß, das erzähle ich schon seit einigen Wochen, aber davon bin ich immer noch überzeugt.“ Manchmal sind es Kleinigkeiten, die den vollständigen Genuss verhindern. Ab Samstag im wichtigen Spiel bei Tabellennachbar Ferndorf sollen sämtliche Parameter der HSG genauestens eingestellt sein. Damit die Platte fortan bis zum Ende durchläuft. Die Feinjustierung hat bereits begonnen, mit neuen, viel Mut machenden Erkenntnissen aus einem starken Auftritt gegen ein absolutes Topteam der 2. Bundesliga.

 

Das komplette Spiel im Re-live: www.hsgkonstanz.de/livestream

 

HSG Konstanz – HSC 2000 Coburg 25:28 (14:13)

 

HSG Konstanz: Maximilian Wolf (9 Paraden), Simon Tölke, Michael Haßferter (alle Tor); Michel Stotz (5), Fabian Schlaich (2), Aron Czako, Matthias Hild (1), Tom Wolf (5), Paul Kaletsch (7/2), Felix Krüger, Fabian Maier-Hasselmann, Fynn Beckmann (2), Tim Keupp, Samuel Wendel (3).

 

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek (3 Paraden), Konstantin Poltrum (6 Paraden) (beide Tor); Max Jaeger (1), Lukas Wucherpfennig (1/1), Felix Sproß (3), Sebastian Weber, Florian Billek (8/2), Marcel Timm, Pontus Zetterman (4), Girts Lilienfelds, Tobias Varvne (1), Stepan Zeman (6), Andreas Schröder (4), Christoph Neuhold.

 

Zuschauer: 1400 in der Schänzle-Sporthalle Konstanz

 

Schiedsrichter: Katharina Heinz und Sonja Lenhardt

 

Zeitstrafen: Konstanz 6 Min. (Tom Wolf 2 Min., Krüger 4 Min.) – Coburg 6 Min. (Varvne 4 Min., Zeman 2 Min.)

 

Siebenmeter: 2/3 (Maier-Hasselmann am Tor vorbei) – 3/4 (Billek an die Latte)

 

 

 

 

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