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Wochen der Wahrheit: Erstes Big-Point-Match gegen Hagen

HSG-Konstanz-Team-BBM

"Beweisen, dass wir mehr als nur die Summe vieler Einzelteile sind", Cheftrainer Daniel Eblen und die HSG Konstanz wollen gegen Hagen als Team einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen.

 

2. Handball-Bundesliga:

HSG Konstanz – VfL Eintracht Hagen

(Samstag, 20 Uhr, Schänzle-Sporthalle)

 

Der Dezember wird für die HSG Konstanz zu den Wochen der Wahrheit. Nachdem zuletzt fünf Spiele hintereinander gegen die „Big Five“ der 2. Handball-Bundesliga bestritten werden mussten, warten nun fünf Duelle fast ausschließlich gegen direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt in der stärksten zweiten Liga der Welt. Den Auftakt bildet das eminent wichtige erste Big-Point-Match am Samstag, 20 Uhr, in der „Schänzlehölle“ gegen den VfL Eintracht Hagen.

 

Vor dem Duell der beiden nur durch vier Punkte getrennten Rivalen knistert es, die Hochspannung ist spürbar. Doch die Aufgabe hat es zugleich in sich, denn beim vor zwei Jahren und nun insgesamt schon elf Jahre in der 2. Bundesliga angetretenen Club aus der 189 000 Einwohner zählenden Ruhrpott-Metropole handelt es sich nicht um einen klassischen Aufsteiger. Meint auch Hagens 31 Jahre alter Kapitän Sebastian Schneider, der mit Flensburg, den Füchsen Berlin und dem TBV Lemgo insgesamt vier Jahre lang in der „stärksten Liga der Welt“ agierte: „Das sind wir vielleicht nicht, weil wir einige Spieler haben, die über jede Menge Potenzial verfügen.“ Und vor allem ganz, ganz viel Erfahrung. Wie etwa Torwart Dragan Jerkovic. Der 41-Jährige ist nicht nur 65-facher kroatischer Nationalspieler, sondern war nach Stationen unter anderem in der Schweiz, Portugal und Frankreich zuletzt vier Jahre lang für den Erstligisten TVB Stuttgart aktiv. Torwart Nummer eins ist Tobias Mahncke (33), er trug bereits das Trikot des HSV Hamburg und des VfL Bad Schwartau. Der 32-jährige Serbe Dragan Tubic, 2009 zum „Besten Spieler“ der einheimischen Liga gewählt, besitzt internationale Erfahrung aus zahlreichen Länder- und Europapokalspielen und spielte mit dem HBW Balingen-Weilstetten auch schon in der 1. Bundesliga und Jan von Boenigk kam 2015 aus Lemgo, Daniel Mestrum (24) war zuletzt per Doppelspielrecht für den VfL Gummersbach und den TuS Ferndorf aktiv.

 

Star des vom ehemaligen Erstligatrainer Niels Pfannenschmidt (TBV Lemgo) trainierten und über einen Ein-Millionen-Etat verfügenden VfL Eintracht ist jedoch der von Pfannenschmidt als „Königstransfer“ bezeichnete Bartosz Konitz. Der sowohl im zentralen wie im linken Rückraum einsetzbare Nationalspieler Polens war bei der Europameisterschaft 2016 Spielmacher des polnischen Nationalteams, das durch einen 26:24-Abschlusserfolg gegen Schweden mit fünf Konitz-Treffern den siebten Platz belegte. Zuvor stand er auch schon 71 Mal für die niederländische Nationalmannschaft auf dem Parkett (213 Treffer) und ging zuletzt für den polnischen Erstligisten Pogon Szczecin auf Torjagd. Alleine seine letzten Vereine sprechen für die Klasse des 1,97-Meter-Manns: Vive Targi Kielce, TuS N-Lübbecke, DHC Rheinland und Wisła Płock.

 

„Das zeigt, dass es sich wirklich nicht um einen klassischen Aufsteiger handelt“, sagt dann auch HSG-Cheftrainer Daniel Eblen. „Dieses Team hat über den Trainer bis zu den Spielern schon ganz viel höherklassige Erfahrung gesammelt. Da weiß jeder konstant, was kommt.“ Der 43-Jährige warnt deshalb nicht nur vor dem „extrem schnellen Umschaltspiel“ des Gegners aus Nordrhein-Westfalen, sondern vor vielen sehr starken Einzelspielern auf allen Positionen. Dazu erwartet er eine unangenehme 5:1-Deckung, die so Eblen, „mit vielen Varianten und viel Interpretationsspielraum“ ausgeführt wird. „Zur Not spielen sie aber auch die 6:0-Formation. Vor allem auf das Umschaltspiel müssen wir dabei aufpassen.“

 

Die Anspannung vor einem für beide Seiten richtungsweisenden Duell stieg diese Woche von Tag zu Tag deutlich vernehmbar an. Gästetrainer Pfannenschmidt meint: „Das ist schon ein sehr interessantes und wichtiges Spiel für beide.“ Und Daniel Eblen ergänzt: „Man merkt den Jungs schon an, dass sie dieses Spiel unbedingt gewinnen wollen und die Konzentration ansteigt.“ Zwar gebe es keine leichten Spiele in der 2. Bundesliga, doch die Bedeutung der Partien gegen die direkten Konkurrenten möchte Eblen gar nicht kleinreden. Jedoch macht er im gleichen Atemzug deutlich, wie schwer diese Spiele für seine blutjunge Mannschaft werden.  Er warnt eindringlich: „Es liegt nahe, dass man davon ausgeht, dass eine Wiederholung der Leistungen gegen die Topteams – das Spiel in Lübeck einmal ausgenommen – ausreichen wird. Genau darin liegt ein ganz großer Fehler.“

 

Und Eblen konkretisiert, sagt, dass dies eben nicht genügen werde. „Da muss man noch viel mehr leisten, noch viel mehr Entschlossenheit und Konzentration reinbringen. Es wird ein ganz anderes Spiel als gegen die Spitzenmannschaften, in denen man großer Außenseiter ist. Jetzt ist eine ganz andere Qualität gefragt.“ Zusammenhalt und Nervenstärke etwa, denn der HSG-Coach rechnet mit einem Kampf auf Biegen und Brechen. „Wer weniger Fehler macht und den längeren Atem hat, wird gewinnen“, ist er sich sicher. Dafür stehen den am Freitag anreisenden Gästen alle Akteure zur Verfügung. Ein Luxus, in dessen Genuss Konstanz in dieser Saison noch nicht einmal kam – und auch am Samstag nicht kommen wird. Neben drei Langzeitverletzten plagen die HSG nach wie vor große Sorgen auf der eigentlich bärenstark besetzten Torwartposition. Während Stefan Hanemann sich nach einer Muskel- nun auch noch eine schwerere Schulterverletzung zugezogen hat und damit für einige Wochen ausfällt, wird der Einsatz von Konstantin Poltrum wieder zur Zitterpartie bis zur letzten Sekunde und kurzfristig entschieden. „Er wurde von der medizinischen Abteilung  intensiv behandelt und ist auf dem Weg der Besserung“, berichtet Eblen. Erfreulich ist zudem, dass Chris Berchtenbreiter wieder gesund ist und Julius Heil eventuell nach längerer Pause wieder zum Einsatz kommen wird.

 

Für den A-Lizenzinhaber ist nun vor allem wichtig, dass Ruhe bewahrt wird und man gemeinsam durch schwere Zeiten geht. Bestes Beispiel dafür ist Eintracht Hagen. 0:14 Punkte, letzter Platz und schon minus 45 Tore lautete deren Bilanz nach sieben Spielen gegen die Topteams der Liga – doch es wurde Ruhe bewahrt. Ruhe, die sich ausgezahlt hat. Mit 8:8 Punkten in den letzten vier Spielen zog der VfL mit den Nichtabstiegsplätzen gleich – und an der HSG vorbei. „Jetzt kommen die Wochen der Wahrheit“, blickt der Konstanzer Übungsleiter voraus. „Mit Spielen, in denen wir bis Weihnachten noch unbedingt Punkte holen wollen.“ Sein Appell: „Jetzt können wir beweisen, dass wir mehr als nur die Summe vieler Einzelteile sind. Nur so kann es funktionieren. Das ist zwar keine Garantie, dass es klappt – aber die Voraussetzung dafür.“


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