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Grandioser Abschluss in der Schänzlehalle

Grandioser Abschluss in der Schänzlehalle

Handball 3. Liga:

HSG Konstanz – SV Salamander Kornwestheim 24:22 (13:11)

Torhüter Patrick Glatt glänzt zum Abschluss auch als Torschütze.

Große Emotionen bei Verabschiedung von Yannick Schatz und Patrick Glatt.

 

Der Drehbuchautor des letzten Heimspiels der HSG Konstanz ist wahrlich ein Meister seines Fachs. Das letzte Heimspiel der Saison 2013/14 war wieder einmal ein Spiegelbild einer tollen Saison. So hatte das Spiel viele Höhen und Tiefen, dann in einer nervenzerfetzenden Schlussphase erneut Dramatik pur und schließlich einen grandiosen Schlusspunkt zu bieten, bevor die HSG mit dem 24:22 (13:11)-Sieg gegen den SV Salamander Kornwestheim den elften Heimsieg und den vierten Platz in der 3. Liga endgültig unter Dach und Fach gebracht hatte.

 

Es steht 23:22, noch sind eineinhalb Minuten zu spielen. Die HSG Konstanz ist in Ballbesitz – und scheitert im Angriff. Die letzten Sekunden gehören somit dem SV Salamander Kornwestheim, der den Torhüter für einen siebten Feldspieler auswechselt. Und genau dieser nimmt sich den finalen Wurf – und scheitert am Block der HSG-Abwehr. Torhüter Patrick Glatt schnappt sich den Ball und wirft. Luft anhalten. Sekunden später tobt die Schänzlehalle. Die Schlusssirene ertönt und geht im tosenden Jubel der HSG-Fans unter. In seinem letzten Auftritt im HSG-Trikot vor den eigenen Fans hat Patrick Glatt mit dem letzten Treffer der Partie den Sieg perfekt gemacht. „In der Tat, man hätte das Drehbuch nicht schöner schreiben können“, meinte ein aufgewühlter Patrick Glatt nach der turbulenten Partie, „es war heute echt heftig für mich. Ich bin emotional schon zwei, drei Tage komplett am Anschlag. In neun Jahren habe ich hier eine zweite Heimat gefunden.“

 

Emotional war schon der ganze Abend, wurde neben Patrick Glatt doch auch noch Spielmacher Yannick Schatz für voraussichtlich ein Jahr in die Vereinigten Staaten verabschiedet. Wirklich unbelastet wirkte der Beginn der Begegnung dann auch nicht. Zwar war auf beiden Seiten großes Engagement erkennbar, doch spielerisch wusste in den ersten Minuten keines der Teams zu überzeugen. Viele technische Fehler führten zunächst zu einem torarmen Spiel, in dem in den ersten acht Minuten nur vier Tore gefallen waren (2:2). Doch die Höhepunkte sollten noch kommen. Marc Hafner etwa traf aus sehr spitzem Winkel von außen und düpierte den SVK-Schlussmann mit einem tollen Heber. Und wieder Marc Hafner war es, der die HSG-Fans mit einem ganz frechen Dreher beim 7:5 durch einen Siebenmeter verzückte. Bis zur Halbzeit ließen wacker kämpfende Gäste aus Kornwestheim, die den Klassenerhalt noch nicht gesichert haben, aber nicht locker und blieben beim 13:11-Pausenstand auf Tuchfühlung zu den nun immer besser werdenden Konstanzern.

 

Direkt nach der Halbzeit folgte die stärkste Phase der HSG Konstanz, als die Gastgeber schnell auf 18:13 davon gezogen waren. In der Folge konnte Konstanz die Führung konstant halten und profitierte davon, dass der eingewechselte Max Folchert den HSG-Kasten nun regelrecht vernagelte. Weder aus dem Rückraum, noch von außen oder gar im freien Gegenstoß konnten die SVK-Akteure Max Folchert nun bezwingen. Nach dem 21:16 (47.) schien die HSG Konstanz einem der bisher wenigen entspannten Siege entgegen zu steuern. Doch der Schein trog. Nach 54 gespielten Minuten war wieder alles offen, die Kornwestheimer hatten sich mit aufopferungsvollem Einsatz zurück gekämpft und den 20:21-Anschlusstreffer geschafft. „Uns hat am Ende ein bisschen die Kraft gefehlt, zudem haben wir einige freie Chancen ausgelassen und technische Fehler produziert“, beschrieb der Anfang der Woche Vater eines Sohnes gewordene Cheftrainer Daniel Eblen die kritische Phase für sein Team, „Kornwestheim hat gut gespielt und uns wirklich alles abverlangt.“

 

Im Anschluss schien die HSG Konstanz trotzdem auf dem Weg zu einem am Ende ungefährdeten Heimerfolg. Allerdings wurde aus einer 23:20-Führung nochmals eine ganz enge Angelegenheit, da der SVK, begünstigt durch eine offene Deckung, abermals zum 23:22-Anschluss kam. Die Halle hatte sich zu diesem Zeitpunkt schon längst komplett erhoben. Jetzt waren nur noch eineinhalb Minuten zu spielen. Zeit für den großen Auftritt von Patrick Glatt und ein großes Happy End für seine Mannschaft. 24:22, elfter Heimsieg im 15. Spiel und mit jetzt 36 Punkten Tabellenplatz vier zum Saisonende – unabhängig vom letzten Auftritt beim Tabellendritten TV Hochdorf – gesichert. Die guten Nachrichten ließen den emotionalen Abschied zumindest für einen kurzen Augenblick vergessen. „Wir haben uns für hartes Training belohnt und mit dem vierten Platz eine tolle Saison gespielt. Und heute: Einfach ein tolles Ding am Ende für Rossi“, so Paul Kaletsch. Die wichtigste Nachricht kam aber nicht aus der Halle: HSG-Präsident Otto Eblen befindet sich nach seiner Herz-OP auf dem Weg der Besserung und wird voraussichtlich diese Woche aus der Reha entlassen.

 

In die große Freude nach dem Schlusspfiff mischte sich bei Patrick Glatt auch etwas Trauer und Wehmut: „Was die Fans hier veranstalten, ist in der ganzen Region einmalig, da wundert es mich schon, dass ich nicht heulend auf dem Boden liege. Das Gefühlschaos ist groß. Ich freue mich aber auch schon auf meine neue Herausforderung in Kreuzlingen.“ Sprach‘s und musste ganz fest schlucken. „Rossi“, so emotional wie er in Konstanz von den Fans geliebt und mit Szenenapplaus verabschiedet wird.

 

HSG Konstanz: Glatt (1), Folchert (Tor); Kaletsch (2), Mittendorf (1), Oesterle, Groh (3), Riedel (1), Hafner (9/6), Flockerzie (2), Schlaich (1), Faißt (4), Schatz, Lauber, Bruderhofer.

Zuschauer: 500

 
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