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Hitziges Duell: HSG punktet vor 1350 Fans in doppelter Unterzahl gegen Aue

Hitziges Duell: HSG punktet vor 1350 Fans in doppelter Unterzahl gegen Aue

Großer Jubel über einen Punkt: Die HSG Konstanz feiert angesichts der doppleten Unterzahl in der letzten Minute den Teilerfolg gegen Aue ausgelassen.

 

2.Handball-Bundesliga:

HSG Konstanz – EHV Aue 21:21 (11:11)

 

Das Remis der HSG Konstanz gegen den EHV Aue war emotional und hitzig bis zur letzten Sekunde. Selbst nach Schlusspfiff hatten sich die Gemüter noch nicht beruhigt. Während die HSG Konstanz nach dem Punktgewinn vor mehr als 1350 Fans am Freitagabend das 21:21 (11:11)-Remis sowie den zehnten Punkt in der 2. Handball-Bundesliga feierte, fühlte sich der EHV Aue um einen zweiten Punkt betrogen.

 

Ex-Nationalspieler und EHV-Trainer Maik Handschke zürnte auf der Pressekonferenz: „Uns wurde ein Punkt geklaut.“ Stein des Anstoßes war der Zusammenprall von HSG-Kapitän Fabian Schlaich und Aues Rechtsaußen Jan Faith wenige Sekunden vor dem Schlusspfiff. Der Ball zappelte bereits im Netz, doch die Schiedsrichter entschieden auf Stürmerfoul. Kein Tor, kein Siebenmeter – eine umstrittene Entscheidung. Nur wenige Sekunden zuvor fühlten sich allerdings die Gastgeber zweimal ungerecht behandelt. Erst musste Michael Oehler vom Spielfeld, dann auch noch Mathias Riedel – ebenfalls umstrittene Entscheidungen. Unter einem gellenden Pfeifkonzert musste Konstanz so die letzten 21 Sekunden in doppelter Unterzahl bestreiten.

 

Der Sportliche Leiter und Co-Trainer der HSG Konstanz, Andre Melchert, sprach seiner Mannschaft dann auch ein Kompliment aus: „Bei vier gegen sechs am Ende musst du froh sein, wenn du einen Punkt holst. Allerdings haben wir mindestens zehn 100-prozentige Chancen ausgelassen, dadurch hätten wir nach schlechtem Beginn dann schon etwas weiter davonziehen können. Dann wäre das Spiel vielleicht anders gelaufen.“ Der Beginn war für die HSG sogar richtig schlecht gelaufen. 1:6 nach elf Minuten leuchtete es von den Anzeigetafeln und während im Angriff schon hier die Chancenverwertung der Konstanzer Sorgen bereiten musste, wirkte zudem die Abwehr noch zu passiv und kam meist einen Schritt zu spät. Aue hingegen spielte seine Angriffe ganz anders als Konstanz ruhig, überlegt und effektiv zu Ende.

 

Erst nach 15 Minuten und dem 8:3 für die Sachsen wirkten auch die Gastgeber im Spiel angekommen. Knapp zehn Minuten fand Aue nun kein Mittel mehr gegen die jetzt wieder hervorragend deckende Abwehrformation der HSG Konstanz, die von einem bärenstarken Konstantin Poltrum abgesichert wurde. 14 Paraden, bei einer Abwehrquote von 40 Prozent konnte der junge Schlussmann am Ende vorweisen. Sein Gegenüber Robert Wetzel setzte da sogar noch eins drauf, brillierte mit 16 Paraden und über 43 Prozent gehaltener Würfe und trieb die HSG-Offensive teilweise schier zur Verzweiflung.

 

Getragen vom frenetischen Konstanzer Publikum und durch kluge Wechsel im Rückraum war es schließlich doch Konstanz, dass sich gegen die 5:1-Abwehr der Gäste aus dem Erzgebirge Vorteile erarbeiten und mit zwei Toren absetzen konnte (14:12, 38.). Felix Krüger war mit einem satten Wurf in den Winkel zurück im Spiel, als zuvor Michael Oehler und Fabian Schlaich mit brachialen Durchbrüchen in der zweiten Welle deutliche Zeichen auf unbedingten Kampf gesetzt hatten. Nach einem Pfostentreffer der HSG, der zum EHV Aue zurücksprang und in der ersten Welle zum 16:17 in den Maschen landete, war es Matthias Stocker, der mit einem Doppelschlag letztmals dafür sorgte, dass sich eine der beiden Mannschaften mit zwei Toren absetzen konnte (20:18, 51.). Der quirlige Spielmacher hinterher: „Das war sehr intensiv, ein offener Schlagabtausch, der letzten Endes auch ein verdientes Endresultat gefunden hat.“

 

In elektrisierender Atmosphäre mit längst von den Sitzen erhobenen Zuschauern schlug Aue jedoch mit gar deren drei Treffern in Folge zurück (20:21, 56.), ehe Felix Gäßler die „Schänzle-Hölle“ knapp eine Minute vor dem Abpfiff mit einem tollen Tor zum 21:21 zum Explodieren brachte. In einer turbulenten Schlussminute offenbarte die HSG noch einmal ihr riesengroßes Kämpferherz und überstand auch die doppelte Unterzahl. Der letzte Ballbesitz der HSG brachte nichts mehr ein, sodass die über 1350 Konstanzer Fans lautstark einen weiteren Punkt des Aufsteigers gegen ein Zweitliga-Urgestein feiern konnten.

 

„Ab der zehnten Minute haben wir mit der Einwechslung von Michael Oehler und Simon Flockerzie eine sehr gute Abwehr gespielt“, lobte Andre Melchert, „dadurch hat sich alles stabilisiert, kam Sicherheit auch in den Angriff und Konstantin kam ins Spiel. Es war eine Abwehrschlacht mit zwei tollen Torhütern. Wir nehmen den Punkt nach vielen vergebenen Chancen gerne mit.“ Hervorheben wollte er die einmal mehr großartige Unterstützung von der Tribüne: „Überragend, was die Zuschauer veranstalten, ist Wahnsinn. Das hilft uns in solchen Spielen wie heute und trägt die Jungs förmlich.“

 

Rechtsaußen Fabian Maier-Hasselmann war nach der doppelten Unterzahl in der letzten Minute ebenfalls froh über den Punktgewinn, hatte aber auch den gesamten Spielverlauf im Blick, als er konstatierte: „Im Spielverlauf war allerdings vielleicht sogar noch mehr drin. Ein Punkt in dieser Liga ist aber zunächst immer ein gewonnener Punkt für uns, zumal gegen eine so gute Mannschaft wie Aue, die bislang sicher unter ihren Möglichkeiten gespielt hat.“

 

In der nun folgenden kleinen Spielpause können einige Verletzungen und Krankheiten – wie im Fall des erneut zum Zuschauen verdammten Leistungsträgers Paul Kaltesch – auskuriert werden, bevor am 13. November die 2000-Kilometer-Reise nach Rostock bevorsteht.

 

HSG Konstanz – EHV Aue 21:21 (11:11)

 

HSG Konstanz: Konstantin Poltrum (14 Paraden), Patrick Glatt (Tor); Fabian Schlaich (2), Benjamin Schweda, Gregor Thomann (4/1), Mathias Riedel (5), Simon Flockerzie (1), Matthias Stocker (4/1), Michael Oehler (1), Felix Krüger (2), Fabian Maier-Hasselmann, Felix Gäßler (2), Tim Jud, Chris Berchtenbreiter.

Trainer: Daniel Eblen

 

EHV Aue: Robert Wetzel (16 Paraden) (Tor); Marcel Schäfer (1), Eric Meinhardt (2), Kevin Roch, Bengt Bornhorn, Janar Mägi (3), Arni Sigtryggsson (3), Jan Faith (2), Philip Jungemann, Bjarki Mar Gunarsson (1), Gregor Remke (4), Sebastian Paraschiv, Marc Pechstein (5/2).

Trainer: Maik Handschke

 

Schiedsrichter: König/Siebert

 

Zuschauer: 1350.

 

Strafminuten (min): 10 Min. (Krüger (4., 53.), Riedel (37., 60.), Oehler (60.)) – 8 Min. (Jungemann (22.), Pechstein (24.), Roch (28., 36.))

 

Siebenmeter (T/V): 2/3 (Thomann (35.) scheitert an Robert Wetzel) – 2/2

 

Die letzte nervenaufreibende Minute im Hexenkessel Schänzle-Hölle:

 

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