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HSG dreht Sechs-Tore-Hypothek in mitreißender Partie gegen Großsachsen und springt auf Rang drei

HSG dreht Sechs-Tore-Hypothek in mitreißender Partie gegen Großsachsen und springt auf Rang drei

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Während im Hintergrund die HSG-Spieler den 26:24-Erfolg bejubeln, sitzt TVG-Akteur Jannik Schneider enttäuscht am Boden.

 

Handball 3. Liga:

HSG Konstanz – TV Germania Großsachsen 26:24 (13:15)

Dramatisches Spiel wird erst kurz vor Schluss entschieden.

Tolle Aufholjagd der HSG Konstanz findet glückliches Ende.

 

In einer hochdramatischen und mitreißenden Partie konnte die HSG Konstanz in der zweiten Halbzeit eine Sechs-Tore-Hypothek aufholen und in einen 26:24 (13:15)-Erfolg drehen. Nach dem dritten Heimsieg rangiert Konstanz mit einem Spiel weniger nun auf Tabellenplatz drei.

 

Kurz nach halb zehn in der bebenden Konstanzer „Schänzle-Hölle“: Im Vordergrund feiert die HSG Konstanz überschwänglich einen nicht mehr für möglich gehaltenen Heimsieg mit ihren 600 enthusiastischen Zuschauern, direkt dahinter die enttäuscht zu Boden gesunkenen Akteure des TV Großsachsen. Gegensätzlicher konnten die Gefühle nach einer emotionalen Achterbahnfahrt nach einem Drama in fünf Akten nicht sein. Keinen in der Halle ließen diese Gefühle und die vorangegangen 60 Minuten kalt.

 

„Dass wir so einen Rückstand noch aufholen ist überragend“, meinte ein freudestrahlender Jugend-Nationaltorhüter Stefan Hanemann nach dem nervenaufreibenden Match gegen starke Großsachsener. „Ich habe immer daran geglaubt, dass wir das noch umbiegen können.“ Der zum Matchwinner avancierte Konstanzer Schlussmann meinte die Anfangsphase, den ersten Akt des Dramas. Dabei sorgte der Tabellenvorletzte mit einer konzentrierten Vorstellung von Beginn an dafür, dass die sonst übliche Exposition in ein solches, die Einführung, ausfiel. Stattdessen erwischte der TVG die Konstanzer auf dem völlig falschen Fuß und lag nach zehn Minuten schon mit 7:1 in Front.

 

„Wie ein Schlag am frühen Morgen ins Gesicht“, so HSG-Cheftrainer Daniel Eblen, habe er sich dabei gefühlt. Seinen Spielern dürfte es nicht viel anders ergangen sein. Großsachsen, angetrieben vom nach längerer Verletzungspause erst kürzlich zurückgekehrten Linkshänder Jan Triebskorn im Rückraum, stellte die HSG mit taktisch gutem Spiel vor ungeahnte Probleme, auf die die Gastgeber zunächst keine Antworten fanden. Die Abwehr wirkte ungewohnt unsortiert und offenbarte immer wieder große Lücken, die die Kurpfälzer eiskalt ausnutzten. Dazu gesellten sich große Probleme im Abschluss bei der Eblen-Equipe, die reichlich uneffektiv in der Offensive agierte, weil Großsachsen aggressiv deckte und in Torwart Patrick Jahnke einen sicheren Rückhalt im Tor hatte. Der 35-Jährige brachte mit seiner ganzen Routine die HSG-Offensive ebenso wie das Aluminium des TVG-Tores bei zahlreichen Pfosten- und Lattentreffern immer wieder schier zur Verzweiflung.

 

Allerdings, der Kampfgeist der jungen HSG-Mannschaft war längst geweckt. Über 6:9 und 9:12 (23.) verkürzte Mittelmann Matthias Stocker kurz vor dem Pausenpfiff unter großem Jubel der lautstarken HSG-Fans auf 13:15 und sorgte damit erstmals wieder für einen nur zwei Tore betragenden Rückstand. Der zweite Akt hatte, mit üblicher steigender Handlung, seinen erregenden Moment gefunden. „Wir haben uns in der ersten Halbzeit zwingen müssen, weil wir den Beginn komplett verschlafen haben und dadurch der Druck, scheinbar aus dem Nichts, immer größer wurde“, analysierte Daniel Eblen die ersten schwachen 30 Minuten seiner Mannschaft.

 

Die zweite Halbzeit war spannend und an Dramatik kaum zu überbieten. Die HSG konnte durch Kapitän Fabian Schlaich direkt zum 15:15 ausgleichen (32.), nur um acht Minuten später wieder mit 16:19 im Hintertreffen zu liegen. Doch als die HSG endlich ihre „Abwehr gefunden hatte“, wie Daniel Eblen sagte, und damit in den Tempogenstoß kam, war der – vorläufige – emotionale Höhepunkt erreicht. 21:20 nach 47 Minuten und die „Schänzle-Hölle“ stand angesichts der ersten HSG-Führung überhaupt Kopf. „Ohne die Gegenstöße hätten wir heute sicher nicht gewonnen“, stellte Daniel Eblen erschöpft fest und fügte an, „wir haben versucht Druck zu machen und Großachsen ins Laufen zu bringen. Es hat allerdings lange gedauert, bis wir das umsetzten konnten, was wir uns vorgenommen hatten.“ Aber noch rechtzeitig und mit Erfolg, denn der dritte Akt brachte die erhoffte Peripetie, den erhofften plötzlichen Umschlag, und die Lösung des Knotens im HSG-Spiel.

 

Mit aggressiver Deckung bekam Konstanz Großsachsen, das dem hohen Tempo und dem verletzungsbedingen Ausscheiden von Zweigner und Rybakov nun etwas Tribut zollen musste, jetzt vollends in den Griff und konnte sich auf 25:21 (55.) absetzen. Die ganz große Anspannung bei allen, die es mit den Konstanzern hielten, schien nun abzufallen, die Spannung etwas abzunehmen. Doch der vierte Akt hatte noch einen retardierenden Moment, der den Höhepunkt noch etwas hinauszögerte und kurzzeitig gar noch einmal einen ganz anderen Ausgang möglich werden ließ. In nur drei Minuten hatten die Gäste von der Bergstraße noch einmal den Anschluss zum 24:25 markiert und noch waren zweieinhalb Minuten zu spielen. Tatsächlich hatte Großsachsen in der letzten Spielminute noch einmal die Chance zum Ausgleich, doch wie schon zuvor rettete der eingewechselte Stefan Hanemann mit glänzender Reaktion und Paul Kaletsch markierte mit der im Jubel der tobenden Zuschauer untergehenden Schlusssirene den 26:24-Endstand.

 

Die Katastrophe, das bittere Ende für den unermüdlich kämpfenden Gast aus Großsachsen war perfekt, während die HSG-Akteure ihr Glück nach einer furiosen Aufholjagd noch gar nicht glauben konnten. Daniel Eblen fasste das Geschehene nach Worten ringend aber selbstkritisch zusammen: „Wir haben die Punkte, insofern ist fast alles gut. Wir waren aber alle, inklusive mir selbst, schon einmal besser. Wir müssen schauen, dass wir uns in der Abwehr zügig wieder sicherer präsentieren und im Angriff schnell die nötige Effektivität wiedererlangen. Vielleicht wollten wir es zu Hause zu gut machen oder dachten, dass es schon laufen wird – wahrscheinlich irgendwo dazwischen liegt die Wahrheit. Am Ende haben wir aber dennoch gegen eine gute Mannschaft gewonnen.“

 

Schließlich gab es so doch noch die erhoffte Kabinenparty, die später in das Foyer verlegt wurde und mit Tänzen auf den Tischen bis tief in die Nacht andauerte. „Ich habe gehofft, dass wir den Sack nach dem 25:21 früher zu machen. Respekt vor dem TVG, der noch einmal so dicht herangekommen ist. Am Ende war es vielleicht einfach ein wenig Glück.“ Und diese Glücksgefühle wurden ausgiebig gefeiert.

 

HSG Konstanz – TV Germania Großsachsen 26:24 (13:15)

HSG Konstanz: Konstantin Poltrum, Stefan Hanemann (Tor); Luis Weber (1), Fabian Schlaich (6), Manuel Both, Mathias Riedel (7), Kai Mittendorf, Simon Flockerzie, Matthias Stocker (4), Michael Oehler, Paul Kaletsch (7/2), Felix Krüger, Fabian Maier-Hasselmann (1), Tim Jud.

Zuschauer: 600.

 

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