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HSG Konstanz stürmt mit Offensivspektakel auf Platz vier

HSG Konstanz stürmt mit Offensivspektakel auf Platz vier

Handball 3. Liga:

SV Salamander Kornwestheim – HSG Konstanz 32:38 (19:16)

HSG Konstanz klettert nach zuletzt 16:6 Punkten drei Plätze nach oben.

38 Tore hatte die HSG auswärts seit April 2009 nicht mehr erzielt.

 

Was für ein Spektakel, was für ein Abschluss der Hinrunde: 70 Tore in 60 Minuten, davon 38 durch die HSG Konstanz. Mit einem wahren Offensivspektakel holte sich die HSG Konstanz durch den 38:32 (16:19)-Erfolg beim SV Salamander Kornwestheim zum dritten Advent den dritten Auswärtssieg und rangiert nach der Hälfte der Drittliga-Saison und 16:6 Punkten nach einem missglückten Saisonstart nun auf dem vierten Tabellenplatz. Der Bundesliga-Superball am 10. Januar kann kommen.

 

Besinnlich ging es in Kornwestheim nicht zu. Fair dagegen schon. Nur drei Zeitstrafen verhängten die Unparteiischen – alle drei für die Gastgeber. Die HSG Konstanz hingegen kam ohne jede Zweiminutenstrafe aus. Allerdings musste die Anfangsphase jeden, der es mit der HSG hielt, nachdenklich stimmen. Angst und Bange konnte es einem werden. Gerade einmal dreieinhalb Minuten waren gespielt, da führte Kornwestheim schon mit 4:1. Und schon jetzt war absehbar, dass dies kein gewöhnliches Spiel werden würde. „Wir werden versuchen, denen unser Spiel aufzuzwingen und zwei Punkte zu holen“, hatte der dänische SVK-Coach Hans Christensen im Vorfeld optimistisch geäußert.

 

Zumindest der erste Teil seines Plans ging voll auf. Nachdem Konstanz auf 3:4 (6.) verkürzt hatte, ging es erst so richtig los, das Offensivspektakel. Zunächst zeichneten dafür vor allem die Hausherren verantwortlich, die mit enorm hohem Tempo und ihrem großen spielerischen Potenzial die Gäste formlich schwindelig spielten. 10:5 nach etwas mehr als zwölf Minuten. Die drittbeste Offensivreihe der Liga lief auf Hochtouren gegen die sonst so sichere Konstanzer 6:0-Deckung. „Wir haben zwar gewusst, was hier auf uns zukommt, aber der Angriffswirbel der Kornwestheimer war schon wahnsinnig. Das war ganz schwer zu verteidigen“, so HSG-Cheftrainer Daniel Eblen.

 

Zumindest in der gewohnten defensiven Deckungsformation fand Konstanz kein Mittel gegen das Offensiv-Feuerwerk des SVK und den in der ersten Hälfte allein sechsmal aus dem Spiel und zweimal vom Siebenmeterpunkt erfolgreichen ehemaligen Bundesligaspieler Peter Jungwirth auf Rechtsaußen. „Es war das zweite Spiel, bei dem wir aus der gewohnten 6:0-Formation herausgehen mussten“, erklärte Daniel Eblen seinen Schachzug nach der zweiten Auszeit beim 16:10-Zwischenstand (21.). Nach den verletzungsbedingen Ausfällen von Matthias Stocker (Fingerbruch) und Alexander Lauber (Handbruch) sowie dem berufsbedingten Ausfall von Marc Hafner musste die HSG ohne Linkshänder in Kornwestheim antreten. Der 19-Jährige Luis Pfliehinger zeigte in seinem zweiten Drittligaspiel allerdings eine gute Partie und konnte nicht nur mit einem erfolgreichen Gegenstoß und einem Treffer von Rechtsaußen seine ersten beiden Drittliga-Tore erzielen, sondern störte fortan als vorgezogener Spieler die SVK-Angreifer – in der nun insgesamt wesentlich offensiver agierenden 5:1-Abwehrformation der HSG – schon frühzeitig beim Spielaufbau.

 

Und das mit großem Erfolg. Kornwestheim hatte nun zunehmend Probleme, eine Lücke in der Abwehr der Konstanzer zu finden. Da auch in der Offensive der Gäste langsam aber sicher die Fehlerquote drastisch sank, und damit dem SVK die zuvor reichlich genutzten Chancen zum Tempogegenstoß fehlten, konnte Konstanz zur Pause zumindest den 16:19-Anschluss herstellen.

 

19 Gegentore in einer Halbzeit haben sicherlich Seltenheitswert bei den Konstanzern, womit Kornwestheim es geschafft hatte, ihnen ihr Spiel aufzuzwingen. Auch wenn den Junglöwen zuletzt lediglich 18 Tore gegen Konstanz gelangen, Kornwestheim schon in der Hälfte der Zeit eines mehr: Die HSG Konstanz schlug den SVK nun mit den eigenen Waffen. Während sich die Hausherren schon verausgabt zu haben schienen, schaltete Konstanz nun gleich mehrere Gänge nach oben. Im Turbo-Modus dauerte es nicht einmal ganze acht Minuten im zweiten Durchgang und der zwischenzeitliche Sechs-Tore-Rückstand war erstmals seit dem Anpfiff wieder zum Gleichstand egalisiert (22:22, 38.).

 

Kurz darauf hatte Konstanz das Kommando endgültig übernommen und den ersten Führungstreffer überhaupt erzielt (25:24, 41.). Nach 48 Minuten konnten sich die Anhänger der HSG langsam zurücklehnen und entspannen. Und genießen. Nach dem 29:25 zauberte Konstanz ein ums andere Mal und überrollte die Gastgeber nun mit einem Angriffswirbel, der es in sich hatte. Weder ein Torwartwechsel, noch immer wieder wechselnde Abwehrformationen wie eine offene Deckung der Kornwestheimer konnten diesen stoppen. Vor allem der eingewechselte und als Man of the Match ausgezeichnete Stefan Bruderhofer traf mit sechs wunderschönen Toren aus dem Rückraum fast nach Belieben (siehe Bild oben). „Er hat uns mit wichtigen Toren wieder zurückgebracht“, zollte ihm Daniel Eblen ein Sonderlob. Bruderhofer selbst analysierte bei der Pressekonferenz gewohnt kurz und bündig: „Die erste Halbzeit war scheiße, die zweite geil – am Ende gewonnen, was will man mehr?“. Später fügte er aber noch hinzu, dass „wir heute wieder bewiesen haben, dass wir ein Team sind, zusammengehalten haben, toll gekämpft und am Ende auch noch richtig geil gewonnen haben.“

 

Während Torhüter Matti Hengst (18) die letzten drei Minuten erneut Drittliga-Luft schnuppern durfte, konnten die mitgereisten Fans der HSG längst feiern. 38 HSG-Tore hatte es auswärts seit April 2009 nicht mehr gegeben, mehr als 70 Tore bei einem Auswärtsspiel der Konstanzer gar seit Mai 2007 nicht mehr. „Ich kann mich heute richtig freuen, weil wir es in der zweiten Halbzeit geschafft haben, das Spiel unter Kontrolle zu bekommen. Weil wir im Angriff immer effektiver wurden und die richtigen Antworten auf die wechselnden Abwehrformationen gefunden haben, bin ich sehr glücklich. Die Mannschaft hat mit Kopf gespielt und als Team gewonnen, weil sie immer an sich geglaubt hat. Auf diese Leistung kann ich stolz sein, da wir in der Halbzeit noch etwas bedröppelt dasaßen und uns anschließend aber selbst da heraus gezogen haben. Das freut mich für die Jungs“, so Daniel Eblen freudestrahlend bei der Pressekonferenz. Die Zahlen drücken das eindrucksvoll aus: 22 eigenen Toren stehen im zweiten Durchgang nur 13 Gegentore gegenüber. Sein Pendant auf Kornwestheimer Seite, Hans Christensen, stimmte ihm daher zu: „Konstanz hat verdient gewonnen. Für uns war es schade, dass wir aus der ersten Hälfte nicht noch mehr für uns herausholen konnten. Wir wurden immer unsicherer, haben dann komplett den Faden verloren und die Anspiele an den Kreis nicht verhindern können.“

 

HSG Konstanz: Hengst, Folchert (Tor); Kaletsch (6/1), Schlaich (5), Schweda, Groh (5), Riedel (2), Mittendorf, Flockerzie (6), Faißt (6), Oesterle, Pfliehinger (2), Bruderhofer (6).

Zuschauer: 400.

 

 

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