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HSG Konstanz zündet Offensivfeuerwerk gegen Herrenberg

HSG Konstanz zündet Offensivfeuerwerk gegen Herrenberg

Gewohnt starker Rückhalt: Torhüter Konstantin Poltrum hielt seinen Vorderleuten mit tollen Paraden den Rücken frei.

 

Handball 3. Liga:

HSG Konstanz – SG H2Ku Herrenberg 37:29 (18:12)

Toller Offensivhandball mit sehenswerten Toren.

42:8 Punkte bedeuten zweitbeste Ausbeute aller 64 Drittligisten.

 

Die HSG Konstanz konnte auch gegen Herrenberg ihren Siegeszug fortsetzen und überzeugte dabei vor allem mit tollem Offensivhandball. Mit dem 37:29-Heimsieg vor über 800 Zuschauern konnte zudem der Fünf-Punkte-Vorsprung auf Verfolger Leutershausen verteidigt werden – damit genügen Konstanz drei Siege aus den letzten fünf Spielen für die Rückkehr in die 2. Bundesliga nach dem dreijährigen Gastspiel von 2001 bis 2004 im Bundesliga-Unterhaus. 42:8 Punkte bedeuten darüber hinaus die derzeit zweitbeste Ausbeute unter allen 64 Drittligisten Deutschlands.

 

„37 Tore, das ist schon ein Wort“, sagte Cheftrainer Daniel Eblen zufrieden nach dem Schlusspfiff. Er konnte sich ebenso wie die begeisterten Zuschauer über das ein oder andere Kabinettstückchen seiner Schützlinge freuen, die von Beginn an keinen Zweifel an der eindeutigen Rollenverteilung aufkommen ließen. Nicht einmal sechs Minuten waren gespielt, als Paul Kaletsch, jetzt zweitbester Torschütze der 3. Liga Süd, mit einem seiner insgesamt 13 Treffer – seinem 182. in dieser Saison – den frühen Drei-Tore-Vorsprung hergestellt hatte (4:1). Konstantin Poltrum machte hinten mit tollen Reflexen zusammen mit einer konzentrierten Deckung dicht und vorne wurde gnadenlos das Tempo gesucht. Nach dem zweiten Herrenberger Tor blieben die Gäste fast acht Minuten ohne Torerfolg. Konstanz hingegen schraubte das Zwischenergebnis bis dahin mit großer Spielfreude schon auf 10:2 nach oben.

 

Nur einer musste bald weitestgehend dem munteren Offensivreigen seiner Mitspieler zusehen. Rückraumkanonier Mathias Riedel wurde schon auf Höhe der Mittellinie in Manndeckung genommen. „Ich hatte trotzdem meinen Spaß“, verwies Riedel lächelnd auf die entstandenen Räume für seine Mannschaftskameraden. Diese wussten den Raum für tolle Tore und sehenswerte Spielzüge zu nutzen, auch wenn die Schwaben mit einem kuriosen Tor zum 13:6 kamen. Konstantin Poltrum war aus dem Tor geeilt, konnte den Angreifer aber nur regelwidrig stoppen und wurde von Ingo Krämer überlupft. Dazu musste er zwei Minuten auf der Bank Platz nehmen.

 

Konstanz ließ sich allerdings auch in Unterzahl nicht aufhalten, fand Linksaußen Fabian Schlaich, der mit einem herrlichen Abschluss in den Winkel auf 14:6 erhöhte (20.). Manchmal wirkte die HSG allerdings etwas unkonzentriert und vergab die Chance, die Führung weiter auszubauen. Schließlich trug auch der unbändige Kampf der Schwaben dazu bei, dass der Vorsprung zur Pause auf sechs Tore geschmolzen war (18:12).

 

Herrenberg stellte in der Folge seine 6:0-Abwehr zunächst auf eine 4:2-Formation um, schickte auch Spielmacher Matthias Stocker immer wieder einen Sonderbewacher zu und setzte nun – nicht nur in Unterzahl – auf einen zusätzlichen Feldspieler. Daniel Eblen lobte deshalb auch: „Wir haben mit spielerischen Mitteln immer neue Lösungen für die gestellten Aufgaben gefunden. Dabei haben wir es nicht unnötig kompliziert gemacht, sondern die einfachen Möglichkeiten gesucht.“ Angefangen hatte dies schon damit, dass Herrenberg, für den HSG-Coach durchaus etwas überraschend, nicht auf die übliche 3:2:1-Deckung gesetzt hatte, sondern sich defensiver im klassischen 6:0 formierte. „Manchmal ging aber auch etwas die nötige Konzentration abhanden, da wir so immer neu ins Spiel finden mussten. Mental war das sehr anstrengend. Umso zufriedener bin ich, wie die Jungs das gemacht haben.“

 

Dabei hatte er auch angeordnet, bei Ballgewinn nicht sofort den langen Wurf auf das leere SG-Tor zu suchen, sondern das Risiko zu vermeiden. „Wenn man deutlich führt, ist man auf solche Tore nicht angewiesen“, stellte er klar. Stattdessen wurde der Ball mit zwei, drei Pässen schnell nach vorne getragen und dort gegen einen Feldspieler im Gästetor sicher untergebracht. Oder aber die HSG streute wieder eines jener spielerischen Highlights ein, wie beim Treffer zum 21:15 (35.). Schon der Pass von Tim Jud auf Fabian Schlaich war sehenswert, dann setzte dieser mit einem herrlichen Anspiel auf Simon Flockerzie noch eins drauf, während dieser wiederum mit einer Pirouette vollendete.

 

Herrenberg, das seinen auffälligsten Spieler im siebenfachen Torschützen Marvin Fuß hatte, kämpfte trotzdem verbissen weiter, hielt mit gesunder Härte dagegen und setzte seinerseits ein Highlight zum zwischenzeitlichen 20:25 (41.), als Ingo Krämer seine Farben über einen gelungenen Kempa-Trick jubeln ließ. Als Tim Jud mit einem Slalomlauf durch die SG-Abwehr auf 34:25 (54.) erhöht hatte, sorgten allerdings längst die ganz jungen HSG-Akteure wie Benjamin Schweda, Marius Oßwald und Michael Oehler sowie Torhüter Stefan Hanemann für die letzten Akzente, bevor am Konstanzer Schänzle der deutliche 37:29-Sieg gefeiert werden konnte.

 

Mathias Riedel fasste zufrieden zusammen: „Konstantin hat sehr gut gehalten, vor allem in der ersten Halbzeit haben wir sehr schnell und gut nach vorne umgeschaltet und insgesamt betrachtet war das einfach ein geiles Spiel. Wir hatten zwar durchaus die Chance, die 40-Tore-Marke zu knacken, können aber gegen einen nie aufsteckenden Gegner auch so total zufrieden sein.“ Der Zweikampf an der Tabellenspitze mit Verfolger Leutershausen nach den neuerlichen Erfolgen beider Teams im Gleichschritt interessiert ihn hingegen überhaupt nicht. „Mich beschäftigt nur der nächste Gegner, sonst nichts“, fügte er entschlossen an, „und das geht uns allen so. Genau das macht uns auch stark.“

 

Das Interesse gilt somit einzig dem SV 64 Zweibrücken, zu dem die HSG nach dem spielfreien Oster-Wochenende am 2. April reist. Ob die Pause nun zum rechten Zeitpunkt kommt, beantwortet Daniel Eben mit einem Schulterzucken. „Sie kommt eben. Jeder kann nun ein wenig Zeit mit der Familie verbringen, das ist auch nicht verkehrt.“ Das Osternest hat ihm seine Mannschaft mit 37 Toren und nun 42 Punkten jedenfalls reichlich gefüllt.

 

HSG Konstanz – SG H2Ku Herrenberg 37:29 (18:12)

HSG Konstanz: Konstantin Poltrum, Stefan Hanemann (Tor); Fabian Schlaich (4), Benjamin Schweda, Marius Oßwald, Mathias Riedel (4), Kai Mittendorf (3), Simon Flockerzie (4), Matthias Stocker (1), Michael Oehler (1), Paul Kaletsch (13/6), Alexander Lauber (1), Fabian Maier-Hasselmann (2), Tim Jud (4).

Zuschauer: 800.

 

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