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HSG wie im Rausch: Mit spektakulärem Finish zum sechsten Heimsieg

HSG wie im Rausch: Mit spektakulärem Finish zum sechsten Heimsieg

Handball 3. Liga:

HSG Konstanz – TV Hochdorf 27:22 (10:11)

Schlussphase mit einigen Highlights verzückt über 1.000 Zuschauer.

Gute Aussichten angesichts der Weiterentwicklung der jungen Mannschaft.

 

Es war wie in der gesamten Hinrunde: Ein durchwachsener Beginn, ein stetiges Auf und Ab mit den unterschiedlichsten Phasen – mal begeisternd, mal weniger – aber am Ende mit deutlichem Aufwärtstrend. Und einem packenden Finish, das Lust auf mehr macht. Schließlich konnte die HSG Konstanz im letzten Spiel des Jahres gegen den Ligadritten TV Hochdorf einen verdienten 27:22 (10:11)-Heimsieg feiern und verzückte die über 1.000 Zuschauer in den letzten Minuten mit einigen unglaublichen Highlights. „Wenn die Abwehr steht und die Sicherheit dadurch ins eigene Spiel kommt, klappt es auch in der Offensive – so einfach ist Handball nun mal“, übte sich Torhüter Patrick Glatt, der selbst für eines dieser Highlights gesorgt hatte, in einer simplen Erklärung für die neuerliche Leistungsexplosion in der packenden Schlussphase.

 

Dabei begann die Partie als perfektes Spiegelbild der gesamten Hinrunde zunächst denkbar ungünstig für die Einheimischen. Die Gäste aus der Pfalz, die mit nur neun Feldspielern angereist waren, zeigten sich – vielleicht gerade auf Grund dieses Umstandes – hochmotiviert und bestens auf das Konstanzer Spiel eingestellt. Aggressiv, beweglich und hellwach in der Defensive, schnell, ideenreich und abgezockt in der Offensive – schnell hatte der TV Hochdorf seine individuelle Klasse demonstriert und zum 0:3-Zwischenstand nach vier Minuten genutzt. Stimmte die Quantität im Kader des TVH an diesem Abend vielleicht nicht, die Qualität tat es allemal.

 

Die Konstanzer hingegen hatten zunächst einige Probleme sich auf das Spiel der Gäste einzustellen und mussten sich bis zur sechsten Minute gedulden, bevor auch sie ihren ersten Treffer erzielen konnten. Bezeichnenderweise konnte der Bann erst vom Siebenmeterpunkt durch Yannick Schatz gebrochen werden. „Wir hatten Probleme mit der TV-Deckung, es hat oft der letzte Schritt gefehlt, bis wir langsam besser zurechtkamen“, meinte Kai Mittendorf zu den Anlaufschwierigkeiten seines Teams.

 

Doch nach den schon fast gewohnt ungünstig verlaufenen Anfangsminuten entwickelte sich eine hart aber fair geführte Partie, in die die HSG immer besser hineinfand. Über den nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Matthias Faißt einen schweren Stand habenden Mathias Riedel, der dennoch wieder ein tolles Spiel machte, gelang es den Gastgebern den Anschluss wieder herzustellen. Und entgegen der letzten Spiele wurden die letzten Minuten der ersten Halbzeit dieses Mal jene der HSG. Erst fing sich der TVH eine Zeitstrafe ein, dann verkürzte Yannick Schatz erneut per Siebenmeter zum 10:11-Pausenstand.

 

Nach der Pause konnte dann Mathias Riedel beim 11:11 erstmals den Ausgleich herstellen (33.), über den dann in der 36. Minute die erste Führung für die HSG Konstanz erzielt werden konnte. Beide Abwehrreihen rackerten vorbildlich und machten es den Angreifern schwer, klare Torchancen zu erspielen, wodurch die Torhüter sich immer wieder mit guten Paraden auszeichnen konnten. Angetrieben von einem nun wie entfesselt aufspielenden Yannick Schatz fand die HSG in der Folge jedoch immer öfter die Lücke in der TV-Abwehr und konnte sich zunächst etwas absetzen (15:12, 39.).

 

Doch nach einer Auszeit von TV-Trainer Benjamin Matschke zeigten die Gäste großes Kämpferherz und demonstrierten, warum sie auf Platz drei der 3. Liga stehen, denn binnen weniger Minuten war die Partie wieder richtig spannend, eng und ausgeglichen. Bis zur 52. Minute, als die HSG Konstanz beim 21:18 schon auf der Siegerstraße schien. Hochdorfs Top-Torjäger Jonas Kupijai stellte aber knapp sechs Minuten vor dem Ende noch einmal den 20:21-Anschluss für seine Mannschaft her, ehe die Kräfte endgültig schwanden. Zu hart musste sich Hochdorf jedes einzelne Tor gegen die gute HSG-Defensive erarbeiten.

 

Was dann folgte war kaum zu fassen: Hochdorf riskierte mit offener Deckung und siebtem Feldspieler alles – und Konstanz bestrafte dies eiskalt und auf spektakuläre Art und Weise. Erst erzielte Torhüter Patrick Glatt mit einem langen Wurf in das verwaiste Hochdorfer Tor das 24:21, dann trafen noch Mathias Riedel mit brachialer Gewalt aus zehn Metern, Marc Hafner von außen und Sebastian Groh bei einem Gegenstoß per im Sprung in den Kreis vollführter Pirouette. 27:22, der sechste Heimsieg im siebten Versuch und der erhoffte gute Hinrundenabschluss waren unter Dach und Fach. Hochdorf als mit Abstand offensivstärkste Mannschaft der Liga blieb dabei bei 22 eigenen Treffern stehen – weniger hatten sie bis hierhin noch nicht erzielt. „Wir sind gut gestanden und in der zweiten Hälfte gut in die Lücken gegangen“, meinte ein zufriedener Kai Mittendorf, „das Ende war dann überragend.“ Und Patrick Glatt ergänzte angesichts seines Geniestreiches: „Ich habe nur gesehen, dass der siebte Feldspieler nicht wusste, ob er raus soll oder nicht. Dann habe ich einfach geworfen – und es eigentlich schon direkt danach bereut, weil mir solche Dinger im Training immer wieder missglückt sind.“ Dieses Mal jedoch nicht.

 

Die HSG hatte sich angesichts der fantastischen Unterstützung der über 1.000 begeisterten Zuschauer in der „Schänzle-Hölle“ in einen regelrechten Rausch gespielt. Auch dieses starke Finish war sinnbildlich für die Hinrunde, in der die HSG immer wieder im Schlussspurt zu überzeugen wusste. Und sollte das Spiel vollends beispielhaft für die (Weiter-)Entwicklung der jungen Mannschaft stehen, so können sich die vielen Zuschauer schon auf die am 11. Januar beginnende Rückrunde freuen. Dann steht mit dem Bundesliga-Superball schon das nächste Highlight mit einer eventuell noch größeren Kulisse an… „Das wird bestimmt sensationell, eine ganz besondere Atmosphäre und ein tolles Event, ein großes Ereignis für die ganze Handballregion“, ist auch Mannschaftskapitän Patrick Glatt schon voller Vorfreude. Gute Aussichten also für die HSG, die sich so langsam richtig gefunden zu haben scheint – und jetzt schon auf Platz fünf überwintern darf.

 

HSG Konstanz: Glatt (1), Folchert (Tor); Kaletsch (2), Mittendorf, Oesterle (1), Groh (1), Riedel (6), Hafner (4), Flockerzie (2), Schlaich (2), Schatz (8/3), Krüger, Lauber, Bruderhofer.

Zuschauer: 1.000

 

Zum Video mit der Siegesfeier.

Zum Video mit einem herrlichen Tor von Marc Hafner nach Zuckerpass von Yannick Schatz.

Zum Video mit einem schönen Tor von Yannick Schatz.

Zum Video mit einem weiteren tollen Tor von Marc Hafner.

 

Spielbericht: HSG Konstanz II - TV Oberkirch 33:32...
HSG B - SG Allensbach/Dettingen 54:31

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