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Bester Feldtorschütze Fabian Schlaich über Jubel-Posen, großes Selbstbewusstsein und den Bundesliga-Superball: „Man steht 60 Minuten komplett unter Strom“

Bester Feldtorschütze Fabian Schlaich über Jubel-Posen, großes Selbstbewusstsein und den Bundesliga-Superball: „Man steht 60 Minuten komplett unter Strom“

Der 23-jährige Linksaußen Fabian Schlaich kam zur Saison 2013/14 vom HBW Balingen-Weilstetten zur HSG Konstanz und ist nach der Hinrunde in der aktuellen Spielzeit mit 74 erzielten Toren der beste Feldtorschütze seines Teams. Der 1,80 Meter große flexible Allrounder, der auch ein hervorragender Abwehrspieler ist, konnte in seiner jungen Handballkarriere einen Regionalligaaufstieg bei den Aktiven sowie den Gewinn der Süddeutschen A-Jugendmeisterschaft und gar den Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit der Auswahl des HVW feiern. In Konstanz hat er ein Sportwissenschaftsstudium begonnen und betreut die Bundesliga-A-Jugend der HSG als Co-Trainer sowie die D1-Jugend zusammen mit Paul Kaletsch als Trainer. Im Gespräch mit HSG-Pressesprecher Andreas Joas unterhielt er sich über den Bundesliga-Superball am 10. Januar, bei dem er gleich an zwei Spielen beteiligt ist, die Begeisterung Handball sowie sein großes Selbstbewusstsein und seine speziellen Jubel-Posen nach Torerfolgen.

 

Fabi, alles steht derzeit im Zeichen des Bundesliga-Superballs am Samstag. Was weckt dieser Begriff bei Dir für Gefühle? Nach der Vorfreude muss ich gar nicht fragen, aber steigt langsam auch die Aufregung?

 

Ich denke vor allem an eine volle Halle und ein tolles Rahmenprogramm, das ist auch für uns Spieler nochmal ein anderer Reiz – aufgeregt bin ich aber nicht. Die Vorfreude ist in der Tat riesengroß. Dass wir gleich zu Beginn der Rückrunde ein so geiles Spiel haben, ist natürlich klasse. Für mich ist es zudem doppelt schön, denn ich kann als Co-Trainer auch noch meine Jungs der A-Jugend in ihrem Bundesliga-Spiel beim Superball um 15 Uhr unterstützen. Da möchten wir unsere kleine Erfolgsserie weiter ausbauen und den dritten Erfolg in Serie.

 

Wie empfindest Du es als Spieler: Ist es bei einem großen Event wie dem Bundesliga-Superball tatsächlich eine Gratwanderung zwischen Motivation und Übermotivation?

 

Bei uns im Team nicht. Jeder weiß, wie er das einzuordnen hat. Wir werden von Dani (Cheftrainer Daniel Eblen, d. Red.) top auf die Aufgabe eingestellt sein und wissen alle, worauf es ankommt.

 

Was macht denn Handball im Allgemeinen als Sportart aus?

 

Für die Zuschauer ist Handball ein unglaublich attraktiver Sport. Handball ist schnell, es gibt keine langweiligen Pausen, sondern es geht immer hin und her – Handball bietet immer Action, die ganze Spielzeit. Man steht die gesamten 60 Minuten komplett unter Strom und erlebt viele spektakuläre Aktionen und Würfe. Es macht einfach Spaß, dabei zuzuschauen.

 

Du selbst hast in der Hinrunde für viele spektakuläre Aktionen gesorgt und mit 74 Toren die meisten Treffer im Team der HSG aus dem Spiel heraus erzielt. Was ist Dein Erfolgsrezept?

 

In meiner zweiten Saison hier in Konstanz funktioniert das Zusammenspiel mit Mathias Riedel noch besser. Wir kamen letzte Saison beide neu zur HSG, da ist es am Anfang schwer, sich zu finden. Jetzt bekomme ich immer mehr Bälle, die ich auch brauche. Mit meiner Wurfquote bin ich jetzt auch zufrieden. Ganz wichtig ist auch, dass mir Dani das Vertrauen schenkt und ich mich nicht einschränken muss. Es tut gut zu wissen, dass auch bei einem missglückten Dreher oder Heber auf dich gesetzt wird.

 

Schon in Balingen und jetzt auch in Konstanz bist Du für Dein großes Selbstvertrauen bekannt. Woher kommt das?

 

Ich weiß selbst, dass das mitunter ein schmaler Grat zwischen Arroganz und großem Selbstbewusstsein ist. Ich sage mir aber immer: Wenn man nicht von sich selbst überzeugt ist, schafft man es auch nicht, gute Leistungen zu erbringen.

Emotional: Fabian Schlaich schreit seine Freude nach einem wichtigen Tor heraus

Was den Konstanzer Fans ebenfalls aufgefallen ist und unter anderem bei den Jugendspielern für Nachahmung sorgt: Deine besonderen Jubel-Posen. Sind die einstudiert oder machst Du Dir überhaupt keine Gedanken um die besonderen Momente nach wichtigen Torerfolgen?

 

Wer mich schon einmal hat spielen sehen, weiß, dass ich ein sehr emotionaler Spieler bin, der seiner Freude bei Toren genauso freien Lauf lässt, wie bei Misserfolgen seinem Ärger. 90 Prozent meines Jubels sind spontan und den Emotionen geschuldet. Allerdings bin ich auch ein großer Mario Gomez-Fan. Bei ihm habe ich mir unter anderem den Torero-Jubel abgeschaut.

 

Du bist – wie schon angesprochen – Co-Trainer der A-Jugend und zusammen mit Paul Kaletsch Trainer der D1-Jugend der HSG Konstanz. Hilft das, den eigenen Trainer besser zu verstehen? Und worauf legt der Trainer Fabian Schlaich wert?

 

Ich mache das unglaublich gerne. In der D-Jugend sieht man extrem, wie sich die Jungs weiterentwickeln und jede Woche besser werden. In der A-Jugend-Bundesliga kommt vor allem die taktische Komponente hinzu. Wichtig ist mir, dass meine Spieler immer 100 Prozent Einsatz zeigen und immer alles geben, dann kann ich auch Fehler verzeihen. Fehlt allerdings der letzte, unbedingte Wille oder Einsatz, kann es auch schon einmal deutlichere Worte geben. Ich helfe den Jungs gerne, denn die Trainertätigkeit macht mir sehr viel Spaß. Ich möchte die Gelegenheit deshalb auch nutzen und alle Fans schon zum Bundesliga-Spiel der A-Jugend beim Superball um 15 Uhr einladen. Die Jungs sind richtig gut, das Team ist stark und der derzeitige Tabellenplatz entspricht absolut nicht dem Leistungsniveau der Mannschaft. Alle HSG-Fans können sich dies am Samstag anschauen und gerne selbst davon überzeugen. Meinen eigenen Trainer Dani zu verstehen ist leicht. Er erklärt mir immer alles sehr gut und kommuniziert viel mit mir.

 

Was braucht denn ein guter Außen- und Abwehrspieler, so wie Du einer bist?

 

Eine gute Grundschnelligkeit, einen schnellen Antritt und eine gute Sprungkraft sowie einige gute Wurfvarianten. Es geht eigentlich nur darum, die richtigen Entscheidungen zu treffen, wenn man den Ball bekommt. Dann muss er rein. In der Abwehr ist es wichtig, in Eins-gegen-eins-Situationen besser als der Gegenspieler zu stehen – kombiniert mit einer guten Abwehr wie bei uns die 6:0-Deckung, wo wir uns gut aushelfen und zusammenarbeiten.

 

Dein kurzes Fazit zur Hinrunde und Dein Ausblick auf die Rückrunde?

 

Mit der Punktausbeute und dem vierten Tabellenplatz bin ich zufrieden. Nicht zufrieden kann ich aber mit dem Saisonstart sein. Da haben wir unnötigerweise einige Punkte liegen lassen und hätten die Partien anders bestreiten müssen. Dennoch befinden wir uns in einer guten Position, um angreifen zu können. Wir haben einen guten Lauf und ein super Spiel zum Rückrunden-Auftakt – da möchten wir gut starten. In der 3. Liga kann aber wirklich jeder jeden schlagen, deshalb ist es auch offen, wo wir am Ende landen. Ich bin aber ehrgeizig und möchte gerne noch ein bis zwei Plätze in der Tabelle nach oben klettern.

 

Innerhalb von Minuten hast Du in der letzten Saison auf der Fahrt zu einem Auswärtsspiel mit einem Einsatz von zwei Euro stolze 280 Euro an einem Raststätten-Spielautomaten abgeräumt. Ist das spiegelbildlich für Deine Karriere, würdest Du Dich als vom Glück begleiteten Menschen bezeichnen?

 

Das hatte alles weniger mit Glück, sondern mit viel harter Arbeit zu tun, zu der ich manchmal auch gezwungen werden musste – wie beim Fitnesstraining. Wenn ich trainiere, gebe ich aber immer 100 Prozent. Daneben profitiere ich auch davon, dass ich in der Jugend sehr gute Trainer hatte und top ausgebildet wurde. Ein klein bisschen Talent habe ich vielleicht auch von meinem Vater geerbt, der mit dem TV Weilstetten in der Regionalliga gespielt hat. (lacht)

 

Fragen: Andreas Joas

 

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