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Yannick Schatz vor dem großen Schritt in die USA: „Ich freue mich auf das Abenteuer“

Yannick Schatz vor dem großen Schritt in die USA: „Ich freue mich auf das Abenteuer“

Yannick Schatz bekleidet bei der HSG Konstanz seit 2008 die Position des Spielmachers und hat sich in dieser Zeit zu einem echten Leistungsträger entwickelt, der das Spiel der Konstanzer nicht nur schnell, sondern auch schwer ausrechenbar macht. Zudem hat sich der aus Mimmenhausen stammende 25-Jährige Mittelmann unter Trainer Daniel Eblen auch zu einem starken Abwehrspieler weiterentwickelt. Nach seinem Bachelor-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften wird er demnächst für ein Jahr in die Vereinigten Staaten auswandern. Ein Gespräch mit HSG-Pressesprecher Andreas Joas über große Veränderungen und gemischte Gefühle, eine gelungene Saison sowie die geplante Rückkehr nach Konstanz.

 

Yannick, die Saison ist beendet. Jetzt stehen bei Dir große Veränderungen ins Haus. Haben sich Deine Pläne mittlerweile konkretisiert? Wann geht es los in die USA?

 

Eine Weile bin ich auf jeden Fall noch in Deutschland. Ich werde zunächst ein Praktikum in Frankfurt machen und dann, je nachdem wann ich das Visum erhalte, zwischen Juli oder spätestens September nach Los Angeles aufbrechen. Dort möchte ich für ungefähr ein Jahr arbeiten oder ein weiteres Praktikum machen.

 

Und dann? Sehen wir Dich wieder?

 

Mein Plan ist es schon, nach dieser Zeit wieder nach Deutschland zurück zu kommen. Ich möchte unbedingt noch den Master machen. In den USA wäre dies allerdings mit sehr hohen Kosten verbunden. Daher ist es mein Ziel, hier in Konstanz meinen Master-Abschluss zu machen. Die Kombination aus Studium und Handball ist für mich einfach unschlagbar – und hier bietet die HSG Konstanz mit der Kooperation mit der Universität Konstanz einfach das Optimum der Möglichkeiten. Hier kann ich gleichzeitig auf hohem Niveau Handball spielen und ein qualifiziertes Studium an einer ausgezeichneten Uni absolvieren.

 

An Sportmöglichkeiten wird es Dir in den sportverrückten USA sicher nicht mangeln, aber ausgerechnet Handball ist dort weniger populär. Kannst Du es Dir schon ohne den Sport, der Dich von Kindesbeinen an begleitet hat, vorstellen?

 

Ganz verzichten muss ich auf Handball ja nicht. Schon in einem meiner kürzeren USA-Aufenthalte konnte ich bei Los Angeles Team Handball Club mittrainieren. Das werde ich dann auch in diesem Jahr machen. Zudem werde ich mich mit Fitnesstraining und Basketball fit halten. Direkt nach der Saison ist man sowieso erst einmal froh über die Pause. Nach ein paar Wochen juckt es dann jedoch wieder ganz schön in den Fingern und man vermisst das Training mit den Jungs. Angesichts meiner Verletzung bin ich aber zunächst sowieso gezwungen, etwas kürzer zu treten.

 

So betrachtet, nachdem Du schon fast die gesamte Rückrunde nach Deiner Innenmeniskusruptur nur wenig und unter Schmerzen spielen konntest, kommt dann die Pause vom Leistungssport sogar zur rechten Zeit?

 

Zumindest habe ich jetzt die nötige Zeit, um die Verletzung ganz in Ruhe auszukurieren. Manche Verletzungen brauchen eben länger als eine normale Sommerpause, um vollständig auszuheilen. Vielleicht lässt sich dadurch sogar eine Operation vermeiden. Neben Physiotherapie kann ich mich nämlich erst einmal auf Kraftaufbau und Stabilisationsübungen konzentrieren. Ein gutes Fitnessprogramm kann auch Spaß machen, ich kann ganz gezielt trainieren und muss mich nicht „durchschleppen“. Vielleicht ein ganz guter Weg, um dann sogar gestärkt zurück zu kommen. Es gibt viele Beispiele, wo verletzte Spieler nach einer Pause durch gezieltes Aufbautraining noch besser zurückkamen.

 

Nachdem die Drittliga-Saison mit 36:24 Punkten und Platz vier für die HSG Konstanz zu Ende ging: Wie sieht Dein Fazit aus bzw. was ist Dir besonders in Erinnerung geblieben?

 

Ganz besondere Spiele waren die Aufeinandertreffen mit dem Meisterteam HSC Coburg. In der tollen Coburger Arena hätten wir vor fast 2.500 Zuschauern um ein Haar gewonnen. Eine extrem bittere Niederlage, die wir im gerade auch von den Zuschauern sehr emotional geführten Heimspiel mit einem grandiosen Sieg in letzter Sekunde durch einen Kempa-Trick wieder wettgemacht haben. Es war eine gute Saison, mit der wir alle zufrieden sein können, nachdem wir unsere Ziele erreichen konnten. Außerdem werde ich die Stimmung im Team vermissen, wo wir alle echte Freunde geworden sind. Und auch die Entwicklung des Vereins HSG Konstanz mit dem ganzen Drumherum ist schon beachtlich, ebenso wie das Vertrauen, dass immer in mich gesetzt wurde – selbst, als ich mich damals am Rücken verletzt hatte und längere Zeit ausgefallen bin. Mir wurde immer die nötige Zeit gegeben und ich habe stets große Unterstützung erfahren. Dafür bin ich sehr dankbar, das ist beileibe nicht alles selbstverständlich.

 

An dieser Stelle kann man Dir mit 106 Treffern noch zum zweiten Platz in der Torschützenliste der HSG Konstanz gratulieren. Trotz geringer Einsatzzeit und großen Verletzungsproblemen in der Rückrunde haben Dir auf den HSG-Torschützenkönig Mathias Riedel nur vier Tore gefehlt…

 

Das habe ich gar nicht gewusst. Mit solchen Dingen beschäftige ich mich sonst auch nicht. Trotzdem danke dafür, doch man muss auch ehrlich sein und sagen, dass da viele (55, d. Red.) Siebenmeter mit dabei sind. Glückwunsch von mir also auch an Helle (Mathias Riedel, d. Red.)!

 

Was waren die schwierigsten Momente in Deiner knapp sechsjährigen Zeit hier in Konstanz?

 

Persönlich sind als Sportler die schon erwähnten Verletzungen natürlich immer das Schlimmste und Schwierigste. Als Team waren die zwei schweren Qualifikations-Saisons zur neu geschaffenen 3. Liga nicht einfach, weil es um wirklich alles ging und wir hohen Druck zu meistern hatten, als jeweils die halbe Liga absteigen musste. Für den Verein, aber auch für die Spieler war das eine nervenaufreibende Zeit. Durch unseren starken Zusammenhalt haben wir schließlich alles gemeistert. Das hat uns noch enger zusammen geschweißt.

 

Du hast einen schweren Abschied zum Teil hinter Dir, zum Teil noch vor Dir. Wie sieht es vor dem großen Schritt über den großen Teich in Dir aus?

 

Ich weiß, dass ich alle extrem vermissen werde. Meine Familie, meine Freunde, meine Teamkameraden und Kommilitonen. Aber ich freue mich auch auf das große Abenteuer. Noch halten sich die Gefühle von Wehmut und Vorfreude die Waage und ich werde noch die eine oder andere Abschiedsparty mit geliebten Menschen feiern. Natürlich habe ich ebenfalls Respekt vor dem, was mich alles erwarten wird. Allerdings mache ich mir darüber noch nicht so viele Gedanken, ich genieße die verbleibende freie Zeit mit meinen Freunden und lasse alles auf mich zukommen. Es ist mir auch noch gar nicht so richtig bewusst, dass es vorerst die letzten Momente zusammen sind – aber es handelt sich schließlich auch nur um ein Jahr.

 

Wir alle wünschen Dir nun viel Glück, Erfolg und Spaß bei Deinem großen Abenteuer und freuen uns schon auf Deine Rückkehr. Apropos Glück: Du trägst seit Jahren die Trikotnummer 13 bei der HSG Konstanz. Eine Glückszahl für Dich?

 

Danke. Ja, sicher, ich habe viel Erfolg mit ihr gehabt. Kurios war aber schon die Geschichte, wie ich zu ihr kam. Damals, als Bambini, habe ich in Mimmenhausen die Nummer 13 von meinem Cousin und damaligen Trainer Markus Baur (in Meersburg geborener Ex-Nationalspieler, Weltmeister und derzeitiger Trainer beim aktuellen Schweizer Meister Kadetten Schaffhausen, d. Red.) zugeteilt bekommen. Da hatte ich keine Wahl. (lacht) Und bei der HSG Konstanz zunächst auch nicht, da die Nummer 13 schon vergeben war. Erst später konnte ich sie mir wieder sichern. (grinst)

 

Zum Schluss noch eine nicht ganz ernst gemeinte Frage: Ist der Aufbruch in die Vereinigten Staaten auch der nächste Schritt zur Erfüllung Deines Traumes, einmal für die New York Knicks zu spielen?

 

(lacht) Ich bin zwar jetzt etwas näher dran – räumlich gesehen! – aber da bleibe ich lieber bei der PlayStation. Und vielleicht kann ich mir die Knicks dazu bald einmal live in der NBA ansehen.

 

Fragen: Andreas Joas

 

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