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Klein angefangen – (fast) ganz groß herausgekommen: HSG schrammt knapp an drittem Auswärtssieg vorbei

Klein angefangen – (fast) ganz groß herausgekommen: HSG schrammt knapp an drittem Auswärtssieg vorbei

Handball 3. Liga:

SV Salamander Kornwestheim – HSG Konstanz 26:26 (16:11)

Deutliche Leistungsseigerung in zweiter Halbzeit führt zu großer Aufholjagd.

Vor allem bärenstarker Max Folchert, nervenstarker Marc Hafner und durchsetzungsstarker Mathias Riedel sichern zumindest einen Punkt.

 

Schluss, aus, vorbei. 26:26-Unentschieden zwischen dem Tabellenvorletzten und dem bis dato Fünften hieß es nach einer spannenden und abwechslungsreichen Drittligapartie. Große Freude brach nach der Schlusssirene zunächst dennoch bei keinem Team aus. Im ersten Moment herrschte nur Ratlosigkeit vor – und etwas Enttäuschung. Zu unterschiedlich waren beide Spielhälften verlaufen, als das die Spieler den gewonnen oder verlorenen Punkt – je nach Sichtweise – schon in irgendeiner Art und Weise einordnen konnten. Der als Spieler des Tages ausgezeichnete Maximilian Folchert beschrieb die Gefühlslage so: „Wir haben uns lange schwer getan, hatten am Ende aber noch mehrmals die Chance zu gewinnen. Deswegen kann man sich im ersten Moment auch nicht richtig freuen, obwohl man es angesichts des Spielverlaufs eigentlich müsste.“

 

Die Gastgeber, denen als Aufsteiger das Wasser gerade bis zum Hals steht, hatten die Begegnung gegen die HSG Konstanz bereits als Alles-oder-Nichts-Spiel ausgerufen. Dementsprechend aggressiv gingen sie in die Begegnung und legten von Beginn an ein enorm hohes Tempo vor. Gerade im Angriff übten die Schützlinge von SVK-Trainer Mirko Henel großen Druck auf die HSG-Defensive aus – dem diese in den Anfangsminuten nicht standhalten konnte. Die Konstanzer bekamen keinen Zugriff auf ihre Gegenspieler, konnten sie nicht rechtzeitig oder nicht entscheidend stören. Indem Konstanz auch im Angriff nicht zielstrebig genug agierte, immer wieder Fehlwürfe und technische Fehler produzierte, konnte der SVK durch schnelles Spiel über die erste oder zweite Welle den Druck auf die noch nicht richtig formierte 6:0-Abwehr der Gäste weiter erhöhen. Mit Erfolg, denn sie lagen von Beginn an in Front und hatten bis zur 15. Spielminute einen Fünf-Tore-Vorsprung herausgeworfen. 

 

Daniel Eblen hatte genug gesehen und nahm seine erste Auszeit. Und seine Korrekturen schienen zu funktionieren, denn fortan wirkte die etwas offensiver aufgestellte Konstanzer Defensive wesentlich entschlossener und aggressiver. Kurzzeitig konnte der Rückstand auf zwei Tore verringert werden, zur Pause lag Kornwestheim jedoch wieder deutlich mit fünf Treffern in Front.

 

War in der ersten Halbzeit das Fehlen von Matthias Faißt, der nach einem im letzten Spiel zugezogenen Handbruch wahrscheinlich erst wieder am 11. Januar beim Superball einsatzfähig sein wird, augenfällig, so entwickelte sich nun ein komplett anderes Spiel. Die Mannschaft war nach einer wohl deutlichen Ansprache ihres Trainers bereits nach wenigen Minuten wieder auf dem Parkett zurück und wartete auf die Heimmannschaft. Darauf, endlich richtig loslegen und ihre wahre Leistungsstärke zeigen zu können.

 

Und allen voran zeigte nun ein bärenstarker Maximilian Folchert nach seiner Einwechslung eine gute Parade nach der anderen und ebnete den Weg zur großen Aufholjagd. Dazu behielt Marc Hafner insgesamt sechs Mal die Nerven am Siebenmeterpunkt und der neun Mal erfolgreiche Mathias Riedel durchbrach immer wieder mit ganzer Kraft und voller Wucht die SVK-Abwehr. Spätestens ab der 41. Minute, als der HSG der Anschluss zum 18:20 gelang, war es ein verbissener Kampf, der sich in hochspannender Manier langsam auf ein echtes Hitchcock-Finale zubewegte.

 

Der SVK musste seinem hohen Anfangstempo zusehends Tribut zollen und die HSG legte nun noch einmal einen Zahn zu. Als dann beim 23:23 in der 50. Minute der Ausgleichstreffer fiel, war das Spiel nicht mehr an Dramatik zu überbieten. Kornwestheim ging noch einmal mit 25:23 (52.) und 26:24 (53.) in Führung – doch danach traf nur noch die HSG. Max Folchert hatte einen Wurf festhalten können und mit einem langen Pass Fabian Schlaich auf die Reise geschickt. Der Ausgleich zum 26:26 – und noch knapp dreieinhalb Minuten waren zu spielen.

 

In den letzten Minuten bot sich den Konstanzern dann sogar noch mehrmals die Gelegenheit, als Gewinner vom Feld zu gehen – doch genutzt werden konnte sie nicht mehr. Nach dem Unentschieden meinte HSG-Trainer Daniel Eblen: „Hätte mir jemand in der Halbzeit das Remis angeboten, ich hätte es sofort gekauft. Wir mussten uns einiges einfallen lassen, um das Spiel noch zu drehen. Ich habe auch Sachen probiert, die taktisch eigentlich keinen Sinn machen – aber psychisch haben sie die Kiste wieder ins Laufen gebracht.“

 

Nach dem Motto der Kornwestheimer Hallenzeitschrift begann die HSG ganz klein und kam am Ende doch noch groß heraus. Um ein Haar sogar ganz groß, mit einer furiosen Aufholjagd und zwei weiteren Auswärtspunkten. Doch eine erste Hälfte „in der die Konstanzer wohl noch auf der Autobahn waren“ verhinderte den vollen Erfolg, auch wenn „sie in der zweiten Halbzeit richtig Gas gegeben haben“ – so umschrieb der Interviewer bei der Pressekonferenz die HSG-Leistung, die nicht hätte unterschiedlicher sein können. So unterschiedlich wie die Leistung der Gastgeber, die auch nicht recht wussten, ob sie sich angesichts eines Punktes freuen oder ärgern sollten. „Wir haben lange geführt, eine tolle erste Halbzeit und einen tollen Kampf hingelegt, mussten aber in den letzten zwei Minuten um den Punkt zittern und froh sein, diesen noch zu haben – auch weil wir wohl etwas Angst vor der Sensation hatten. Ein Punkt ist toll, vor ein paar Wochen hätten wir das Glück nicht gehabt und verloren. Und wenn wir die Leistung der ersten Halbzeit länger bringen könnten, würden wir nicht so weit unten stehen“, versuchte sich Mirko Henel in einer Einordnung des Remis.

 

Am kommenden Samstag empfängt die HSG im letzten Spiel dieses Jahres um 20.00 Uhr zum Hinrundenabschluss den Tabellendritten TV Hochdorf in der Schänzlehalle.

 

HSG Konstanz: Glatt, Folchert (Tor); Kaletsch (1), Mittendorf, Oesterle, Groh (1), Riedel (9), Hafner (8/6), Flockerzie, Schlaich (2), Schatz (4), Lauber, Bruderhofer (1).

Zuschauer: 472

 

Zum Video mit Tor von Mathias Riedel zum 25:24-Anschlusstreffer.

 

Zum Video mit Tor von Mathias Riedel.

 

Spielbericht: HGW Hofweier - HSG Konstanz II 34:34...
Vorbericht: HSG Konstanz A - SG Pforzheim-Eutingen

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