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„Konnten mit mehr Tempo mithalten“: HSG zieht Lehren aus Pokal-Aus in Aue

„Konnten mit mehr Tempo mithalten“: HSG zieht Lehren aus Pokal-Aus in Aue

Durchpusten vor dem Zweitliga-Saisonstart: Matthias Stocker konnte mit seiner Mannschaft nach einer Leistungssteigerung in Aue mithalten und freut sich nun auf den Startschuss im Bundesliga-Unterhaus.

 

DHB-Pokal, 1. Runde:

EHV Aue – HSG Konstanz 31:23 (18:12)

 

Noch haben sie eine Woche Zeit, die Konstanzer Handballer. Am 3. September erfolgt der Zweitliga-Saisonstart gegen Erstliga-Absteiger TuS N-Lübbecke in eigener Halle. Was vor allem die Auswärtsspiele in Liga zwei bedeuten, erfuhr das junge Team von Daniel Eblen in der ersten Runde des DHB-Pokals. Nach der 23:31 (12:18)-Niederlage beim Zweitliga-Spitzenteam EHV Aue gestand der A-Lizenzinhaber ein: „Aue war heute deutlich besser als wir.“

 

Allein die nackten Zahlen zeigen die Unterschiede auf: während Aue auf eine Wurfquote von 62 Prozent kam, konnte Konstanz nur 23 seiner 51 Angriffe erfolgreich abschließen. Eine Quote von 45 Prozent. Für den HSG-Coach auch der Grund, warum seine Mannschaft nach gutem Beginn und eigener 2:1-Führung (2.) die routinierten und sehr motivierten Gastgeber auf 9:4 davonziehen lassen musste. Die Sachsen waren von ihrem neuen Trainer, Ex-Nationalspieler Maik Handschke, bestens auf die HSG Konstanz eingestellt und stellten vor allem die linke Seite im Konstanzer Rückraum mit aller Macht zu. Eblen: „Wir kamen vorne so erst nicht zum Zug und haben die Verunsicherung aus dem Angriff mit in die Abwehr gebracht.“

 

Mit gleich zwei Auszeiten innerhalb von zwei Minuten versuchte er seine jungen Talente zu stabilisieren. Aue demonstrierte aber zunächst weiter unbeeindruckt seine große Klasse als letztjähriger Tabellensiebter des Bundesliga-Unterhauses. Jeder kleine Fehler der Gäste vom Bodensee wurde sofort eiskalt bestraft. Gegenstoß über Gegenstoß rollte auf Konstantin Poltrum zu und hätte dieser nicht mehrmals mit großartigen Reflexen Schlimmeres verhindert, es hätte dank der brandgefährlichen Außen des EHV Aue bereits nach 20 Minuten noch höher als 14:5 stehen können.

 

„Jungs, gebt jetzt Gas“, war Daniel Eblen bis weit hinauf auf die Tribüne zu hören. Und tatsächlich, Konstanz erhöhte das Tempo. Anstatt an der aggressiven, sehr offensiven 5:1-Abwehr der Gastgeber immer wieder hängen zu bleiben und in die Wurffallen zu tappen, setzte Konstanz zum Zwischenspurt an. Chris Berchtenbreiter tankte sich erfolgreich durch, Fabian Schlaich verkürzte in der ersten Welle ebenso wie Gregor Thomann und erneut Kapitän Schlaich brachte die Konstanzer zurück in das Spiel und mit vier Treffern in Folge bis auf vier Tore heran (12:16, 28.). „Wir haben uns immer wieder berappelt und sind immer wieder herangekommen“, sprach Daniel Eblen den Willen seines Teams an, „aber immer in dem Moment, wo man sagen könnte, wir kommen noch einmal in die Nähe der Auer, haben wir einen freien Fehlwurf oder dem Gegner den Ball hingeworfen. Dann ist es natürlich schwer, dort zu bestehen.“ So vergab seine Mannschaft die Chance, den Rückstand auf drei Tore zu verkürzen – stattdessen vergrößerte Sebastian Paraschiv mit einem weiteren Gegenstoß den Vorsprung wieder auf fünf Tore.

 

Gerade die Chancenverwertung ließ ihn und die treuen mitgereisten HSG-Fans verzweifeln. 15 Würfe der HSG mussten die Keeper des langjährigen Zweitligisten gar nicht abwehren, weil sie entweder am Ziel vorbei oder aber immer wieder an Pfosten oder Latte landeten. Mut machen dürfte der HSG Konstanz aber der Kampfgeist und die Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit, in der es nun ein Spiel auf Augenhöhe war. Mit zwei Kreisläufern schafften die Konzilstädter mehr Räume und ein schnelleres Aufbauspiel, das der eingewechselte Felix Gäßler und Matthias Stocker zum 22:28 (57.) nutzen konnten.

 

Für Daniel Eblen war das Spiel daher eine wertvolle Generalprobe mit wichtigen Erkenntnissen: „Wir müssen einfach ein bisschen cleverer agieren und das Risiko, das wir gehen, besser abwägen. Heute waren das oft zum falschen Zeitpunkt die Risiko-Varianten.“ In diesem Punkt war ein starker EHV Aue deutlich überlegen. Für den Saisonstart hat er aber vielversprechende Ansätze beobachtet: „Auch wenn der Gegner dominant gespielt hat: wir hatten doch immer wieder die Möglichkeit, wieder ins Spiel zu kommen und sind uns dabei teilweise selbst ein bisschen im Weg gestanden.“

 

Neuzugang Felix Gäßler war deshalb auch nicht völlig unzufrieden und verwies auf das komplette Neuland in Liga zwei für seine Mitspieler. In diesem Sinne sei das Pokalspiel eine wichtige Erfahrung vor dem Ernstfall am Samstag in der Schänzle-Sporthalle gewesen. „Jetzt weiß jeder, was auf ihn zukommt. Vor allem an der Härte müssen wir noch arbeiten. Wenn wir hier die Aggressivität reingebracht haben, lief es im Angriff mit mehr Tempo auch besser. So konnten wir beim letztes Jahr viertbesten Heimteam mithalten.“ Kommt dann das Glück beim Torwurf zurück, dürfte die Profis des TuS N-Lübbecke ein heißer Saisonstart in der wohl bestens gefüllten „Schänzle-Hölle“ erwarten.

 

EHV Aue – HSG Konstanz 31:23 (18:12)

 

HSG Konstanz: Maximilian Wolf, Konstantin Poltrum (Tor); Fabian Schlaich (3), Gregor Thomann (1), Mathias Riedel (2), Simon Flockerzie (2), Matthias Stocker (3), Michael Oehler (1), Paul Kaletsch (4/1), Fabian Maier-Hasselmann (1), Felix Gäßler (2), Tim Jud (2), Chris Berchtenbreiter (1), Sebastian Bösing (1).

 

EHV Aue: Robert Wetzel, Erik Töpfer (Tor); Marcel Schäfer, Eric Meinhardt (3/2), Kevin Roch (2), Janar Mägi (4), Arni Sigtryggsson (3), Jan Faith (5), Philip Jungemann (5), Bjarki Mar Gunnarson, Gregor Remke (1), Sigtryggur Dadi Runarsson (1), Sebastian Paraschiv (3), Marc Pechstein (4).

 

Zuschauer: 300.

 

Das erste Zweitligaspiel:

  • Samstag, 3. September, 20 Uhr, Saisonstart 2. Bundesliga: HSG Konstanz – TuS N-Lübbecke

 

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