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Konstanz überrascht, feiert und überholt Tabellendritten Hochdorf

Konstanz überrascht, feiert und überholt Tabellendritten Hochdorf

Handball 3. Liga:

HSG Konstanz – TV Hochdorf 24:18 (15:9)

Trotz großer Personalsorgen kämpft Konstanz Hochdorf souverän nieder.

Fünf A-Jugendliche setzen Konstanzer Handball-Fest am Ende das Sahnehäubchen auf.

 

Wieder war ein Favorit zu Gast in Konstanz, wieder herrschte eine phänomenale Stimmung in der „Schänzle-Hölle“ – und wieder feierten am Ende die Konstanzer mit ihren 750 begeisterten Fans einen Heimsieg. Der 24:18 (15:9)-Erfolg gegen den bisherigen Tabellendritten TV Hochdorf bedeutete den sechsten Heimsieg in Serie sowie den insgesamt zehnten Sieg im zwölften Heimspiel – der zweitbeste Wert der Liga. Trotz großer personeller Sorgen liegt das Team von Daniel Eblen mit nunmehr 29:19 Punkten vor Hochdorf auf dem vierten Rang der 3. Liga.

 

Wieder einmal hatten die als äußerst emotional bekannten Konstanzer Zuschauer ein packendes Spiel ihrer Mannschaft erlebt, in dem die HSG trotz großer Verletzungsprobleme – Spielmacher Matthias Stocker fiel mit einem Muskelfaserriss in der Schulter ebenso aus wie Kreisläufer Simon Flockerzie mit mehreren gebrochenen Zehen und der am Knie operierte Paul Kaletsch – überrascht und überzeugt hatte. Zeitgleich sicherte sich die zweite Mannschaft im Derby beim TuS Steißlingen den zehnten Südbadenliga-Sieg in Folge und eilt als souveräner Spitzenreiter mit Siebenmeilenstiefeln in Richtung 4. Liga.

 

Aus der Kabine der Konstanzer waren die Jubelschreie auch einige Zeit nach dem Schlusspfiff nicht zu überhören und im Foyer feierten die HSG-Fans ausgelassen den etwas unerwarteten Erfolg. Nur auf dem Spielfeld war es langsam ruhig geworden. HSG-Cheftrainer Daniel Eblen lief glücklich mit seinem kleinen Sohn auf dem Arm über das Spielfeld und blickte genauso zufrieden auf die leere Tribüne wie sein Sohnemann.

 

Daniel Eblen freute sich am HSG-Nachwuchs auf seinem Arm. Nur wenige Minuten vorher, die Halle glich einem Hexenkessel, hatte er seine wahre Freude am etwas älteren HSG-Nachwuchs. Mit den fünf A-Jugendlichen Leon Sieck, Jonas Besemann, Jonas Löffler, Noah Kehl und Luis Weber setzten die HSG-Youngster einem beeindruckenden Erfolg gegen den bisherigen Tabellendritten Hochdorf das Sahnehäubchen auf. Linkshänder Luis Weber vernaschte seinen Gegenspieler im Eins-gegen-Eins und netzte zum 23:17 ein, bevor wenig später Jonas Löffler den Schlusspunkt zum 24:18 setzte.

 

Überhaupt war es ein Abend, den Daniel Eblen lange in guter Erinnerung behalten dürfte, hatte seine ersatzgeschwächte Mannschaft gegen einen mit vollständigem Kader angetretenen Gast doch von Anfang an die 750 Konstanzer Zuschauer beeindruckt. Mit einer hervorragenden Mannschaftsleistung, wo sich in der schwierigen Situation jeder Spieler für seinen Nebenmann zerriss, zeigte Konstanz der gefährlichen Angriffsreihe des TV Hochdorf von Beginn an die Grenzen auf. Von den Trainern top eingestellt, wurde das Spiel der Gäste schon im Keim erstickt, der Rückraum frühzeitig gestört und immer mehr entnervt. Die erste Duftmarke hatten die Konstanzer wohl nicht nur zur Überraschung des lautstarken Konstanzer Publikums schon nach knapp acht Minuten gesetzt: 3:0 für die HSG! Hochdorf verkürzte zwar auf 4:5 (14.), hatte aber große Probleme, die genialen Anspiele vom gehandicapten Mathias Riedel, der zwar seine sonst so gefährlichen Würfe aus dem Rückraum nicht ausführen konnte, dafür aber als Takt- und Ideengeber begeisterte, zu verteidigen. Gerade die sehenswerten Pässe auf den nicht zu stoppenden und insgesamt siebenmal erfolgreichen Kreisläufer Sebastian Groh konnte Hochdorf nicht verhindern. In dieser Woche wird sich noch herausstellen, ob sich der Verdacht eines Leistenbruchs bei Mathias Riedel bestätigt und er operiert werden muss.

 

Schon zur Pause stand die Halle Kopf. Minutenlang tobten die 750 Zuschauer, als ob der Sieg gegen den bisherigen Tabellendritten schon sichergestellt worden wäre. Beim 15:9-Pausenstand war die HSG immerhin auf einem guten Weg. HSG-Torhüter Maximilian Folchert hatte mit einem Wurf in das verwaiste Tor der Hochdorfer für Standing Ovations gesorgt, als die Gäste in Unterzahl mit einem zusätzlichen Feldspieler ein hohes Risiko eingegangen waren – und dafür bestraft wurden. „Das war schon geil, vor allem, weil wir so zur Halbzeit noch ein Tor mehr als Polster drauflegen konnten. Stefan Bruderhofer meinte kurz zuvor noch zu mir, dass es toll wäre, wenn wir mit fünf Toren Vorsprung in die Kabine gehen könnten. Ich habe ihm gesagt, dass wir mit sechs Toren in die Pause gehen, weil ich doch noch ein Tor machen würde – dass es dann so klappt: genial!“, strahlte Max Folchert nach seinem ersten Tor in dieser Saison.

Tolles Spiel mit viel Dynamik: Allrounder Kai Mittendorf mit emotionalem Jubel nach einem seiner zwei Tore

Aber auch spielerisch wusste die HSG Konstanz mit Kai Mittendorf und Benjamin Schweda zu überzeugen, denn gerade Allrounder Kai Mittendorf zeigte seine Qualitäten mit seiner Dynamik nicht nur als Mittelmann, sondern auch als Rückraumschütze und Kreisläufer. Allerdings tat sich die HSG gegen einen Gegner, der keinen guten Tag erwischt hatte, in der zweiten Halbzeit deutlich schwerer. Mit viel Einsatz und Kampf sowie einer überragenden Defensive gelang es den Gastgebern dennoch, den Vorsprung konstant und komfortabel zu halten (17:10, 38.). Näher als auf fünf Tore kam Hochdorf nie heran (20:15, 52.). Gerade unter den ungünstigen Vorzeichen, unter denen das Spiel für die Gastgeber stand, war es kein Sieg wie jeder andere. Daniel Eblen freute sich trotzdem mehr nach innen, als nach außen und wusste den Sieg auch realistisch einzuordnen: „Wir haben heute einfach nur gehofft, wettbewerbsfähig zu sein. Dass Mathias Riedel doch mitwirken konnte, hat uns natürlich geholfen – aber mit einem solchen Spiel habe ich sicher nicht gerechnet. Wie so oft haben uns die Abwehr und ein guter Torhüter im Spiel gehalten. Hochdorf hatte aber sicher einen schlechten Tag und konnte sein großes Potenzial zu selten abrufen. Da uns solche Spiel auch schon zur Genüge passiert sind, wissen wir auch um die bedingte Aussagekraft dieses Sieges.“ Sebastian Groh hob den großen Kampfgeist seines Teams hervor: „Hervorragende Abwehr, hervorragender Torwart. Heute müssen wir höchst zufrieden sein. Wenn man sich einmal überlegt: 18 Gegentore gegen eine Mannschaft wie Hochdorf, die mit Sicherheit mit die besten Rückraumspieler der Liga hat – das ist schon richtig stark. Wir sind heute ohne viele wichtige Spieler noch mehr zusammen gewachsen. Es gab schon lange kein Spiel mehr, wo wir so extrem füreinander gekämpft haben. Es hat wirklich richtig Spaß gemacht und war einfach ein richtig cooler Abend.“

 

Schon am Samstag um 20 Uhr empfängt die HSG Konstanz die SG H2Ku Herrenberg zum nächsten Heimspiel in der Schänzle-Sporthalle.

 

HSG Konstanz: Leon Sieck, Maximilian Folchert (1) (Tor); Fabian Schlaich (2), Benjamin Schweda (1), Sebastian Groh (7), Mathias Riedel (3), Marc Hafner (4/3), Kai Mittendorf (2), Jonas Besemann, Jonas Löffler (1), Matthias Faißt (2), Noah Kehl, Luis Weber (1), Stefan Bruderhofer.

Zuschauer: 750

So sieht Zufriedenheit aus: Die HSG-Bank im kollektiven Jubel über den unerwarteten Erfolg gegen den bisherigen Tabellendritten

 

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