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Lange dran am Ligaprimus: Bergischer HC muss sich in Schänzlehölle strecken

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Der Moment zum 16:16-Ausgleich: Sebastian Bösing lässt die Schänzlehölle explodieren.

 

2. Handball-Bundesliga:

HSG Konstanz – Bergischer HC 26:30 (10:13)

 

Wie eng es lange zwischen der HSG Konstanz und dem nun nach 14 Spielen immer noch ungeschlagenen Spitzenreiter Bergischer HC in der Schänzlehölle war, vermag das Endresultat von 30:26 (13:10) für den Erstliga-Absteiger nicht auszudrücken. Nach einem katastrophalen 1:6-Start aus Sicht der Gastgeber drehten diese, angepeitscht von über 1200 frenetischen Fans, die Partie und schnupperten beim 17:17 an der großen Sensation. Der mit Nationalspielern gespickte Ligaprimus behielt, ganz abgezockt und routiniert, jedoch die Nerven, zieht weiter einsam seine Kreise an der Spitze und scheint ungefährdet auf direktem Weg zurück in die stärkste Liga der Welt zu sein.

 

So mag man sich im Konstanzer Lager gar nicht ausmalen, was möglich gewesen wäre, ohne die heftige Fünf-Tore-Hypothek nach etwas mehr als zehn gespielten Minuten. Konstanz zeigte bis zu diesem Zeitpunkt noch viel zu viel Respekt vor dem großen Namen und scheiterte entweder an den eigenen Nerven oder am bärenstarken ehemaligen Junioren-Nationaltorwart Christopher Rudeck im BHC-Tor. Ganze neun Minuten hatte es gedauert, bis Chris Berchtenbreiter den starken Gästeschlussmann mit einem gefühlvollen Heber vom Kreis erstmals überwunden hatte, dann kam Konstanz und vor allem Rückraumkanonier Mathias Riedel in Fahrt. Zweimal hämmerte er die Kugel in den Kasten und ließ Rudeck keine Chance. Es war der Auftakt zu einem „guten Handballspiel“, so HSG-Cheftrainer Daniel Eblen, zu einem „sehr schön anzusehenden Match“, wie BHC-Coach Sebastian Hinze seinem Trainerkollegen beipflichtete.

 

Ohne fünf Verletzte, darunter auch Konstantin Poltrum, kämpfte sich die HSG zurück in das Spiel. Felix Klingler ließ seinen Gegenspielern aussteigen und stellte auf 7:11, vor allem aber war Stefan Hanemann, der erst in letzter Sekunde nach einer Muskelverletzung von der medizinischen Abteilung fitbekommen war, nun auf dem Posten und fischte selbst einen freien Gegenstoß weg. „Wir sind sehr gut in das Spiel gekommen“, zeigte sich Gästetrainer Hinze später erleichtert über den wichtigen Vorsprung. „In der Abwehr haben wir gut gedoppelt und sind in die Gegenstöße gekommen.“ Als dann jedoch wieder Mathias Riedel den Ball unter die Latte hämmerte kochte die Schänzlehölle – nur noch 10:12.

 

Nach der Pause verwandelte sich der Konstanzer Hexenkessel bald in ein Tollhaus, als Stefan Hanemann einen abgefälschten Wurf im Sitzen parierte, immer noch auf dem Boden liegend Felix Klingler millimetergenau auf die Reise schickte und der den freien Sebastian Bösing am Kreis bediente. Der Ausgleich, 16:16 und jetzt saß wirklich niemand mehr. Auf die schnelle Antwort der Gäste war wieder Bösing zur Stelle, herrlich in Szene gesetzt von Mathias Riedel. Wieder Ausgleich, 17:17 nach knapp 39 Minuten. Es roch nach Sensation, denn nun schien die Partie tatsächlich zu kippen und der erste Punktverlust des Erstliga-Absteigers möglich.

 

„Wir haben etwas gebraucht, um in der Abwehr in das Spiel zu kommen“, erklärte Daniel Eblen. „Uns ist es dann allerdings gelungen, zunehmend diszipliniert zu agieren, nachdem wir die ganz schnellen Abschlüsse abgestellt haben. Der Start in die zweite Halbzeit war sehr gut, wir sind perfekt in der Abwehr gestanden.“ Doch dann scheiterte die HSG zweimal frei vom Kreis und die routinierten Gäste nutzten gnadenlos die Fehler der Gelb-Blauen aus. „Zwei, drei Eins-gegen-Eins-Gegentore waren dann der Knackpunkt“, so Eblen weiter.

 

Tatsächlich legte der Bergische HC, gestützt auf eine spektakuläre Doppelparade von Rudeck, noch einmal zu, blieb hochkonzentriert und stellte nach dem 23:20 ganz abgeklärt auf 26:20. Näher als auf vier Tore kam Konstanz nicht mehr heran, obwohl sich immer wieder die Chancen dazu boten. „Die Jungs haben das emotional und taktisch dennoch sehr gut gemacht“, lobte der A-Lizenzinhaber die tolle Vorstellung seiner Mannschaft, die dem Topteam der Liga lange alles abverlangt hatte. Dafür wurde sie trotz der Niederlage nach dem Schlusspfiff erneut minutenlang mit stehenden Ovationen  gefeiert. Auch Sebastian Hinze zollte den Bodensee-Handballern Respekt: „Ich habe davor gewarnt, Konstanz in das Spiel kommen zu lassen, das ist eine Mannschaft die sehr diszipliniert agiert und auf ihre Chance wartet. Mit einer guten Spielidee, Kampf und Emotion ist ihr das gelungen. Es war ein schweres Spiel bei einer heimstarken Mannschaft – aber wir haben sehr hohe Stressresistenz bewiesen.“

 

Obwohl sein Gegenüber auf Konstanzer Seite sich wie schon in den letzten Spielen in Coburg und gegen Bietigheim nur über eine gute Leistung, jedoch nicht über Zählbares freuen konnte, blickte er zuversichtlich auf die kommenden Wochen. Mit der ansteigenden Formkurve und konstant guter Auftritte rüstet sich die HSG Konstanz für die wichtigen Spiele im Dezember gegen direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Vorher muss die HSG am Samstag in Lübeck antreten, beim Tabellenvierten.

 

HSG Konstanz – Bergischer HC 26:30 (10:13)

 

HSG Konstanz: Maximilian Wolf, Lukas Herrmann, Stefan Hanemann (9 Paraden) (Tor); Fabian Schlaich (1), Mathias Riedel (7), Tom Wolf (2), Paul Kaletsch (5/1), Felix Krüger, Fabian Maier-Hasselmann (2), Felix Gäßler (1), Samuel Löffler, Tim Jud, Chris Berchtenbreiter (4), Maximilian Schwarz, Sebastian Bösing (2), Felix Klingler (2).

Trainer: Daniel Eblen

 

Bergischer HC: Rudeck (16 Paraden), Boieck (Tor); Kotrc (3), Artmann, Gutbrod (6), Bettin, Arnesson (7), Babak (3), Darj, Petrovsky (1), Nippes (1), Criciotoiu (3), Gunnarsson (6/5).

Trainer: Sebastian Hinze

 

Zuschauer: 1200 in der Schänzle-Sporthalle Konstanz.

 

Schiedsrichter: Jannik Otto aus Syke Barrien und Raphael Pieper aus Kiel.

 

Zeitstrafen: 2 Min. (Bösing, 33.) – 0 Min.

 

Siebenmeter: 1/1 – 5/5


 

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