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Junge Talente trumpfen auf: Dezimierte HSG holt sich Last-Minute-Sieg gegen Großwallstadt

Michael-Hassferter-HSG-Konstanz-TVG Starker Rückhalt: Michael Haßferter.

2. Handball-Bundesliga:

HSG Konstanz – TV Großwallstadt 31:30 (14:15)

 

Veränderungen waren angekündigt und die HSG Konstanz zeigte sich mit einem ganz anderen Gesicht als zuletzt. Trotz vier Toren Rückstand gelang mit dem letzten Angriff und einem Block in letzter Sekunde der wichtige 31:30 (14:15)-Sieg gegen den Altmeister TV Großwallstadt. Zum Abschluss des Jahres tritt die HSG am 26. Dezember in Hamm an, ehe Emsdetten am 30. Dezember nach Konstanz kommt.

 

Anderes Aufwärmprogramm, anderes Videostudium, andere Aufstellung. Viel wurde umgekrempelt bei der HSG Konstanz. Mit Erfolg. Von Beginn an machte sich trotz des Fehlens von Kapitän Tom Wolf, Joschua Braun, Fabian Schlaich und nach 30 Minuten auch Peter Schramm durch eine Rote Karte die Hereinnahme der Youngster David Knezevic und Patrick Volz bezahlt. Beide hatten großen Anteil am gelungenen Start der HSG und harmonierten prächtig auf der linken Angriffsseite. Der 19-Jährige Knezevic fand dabei immer wieder erfolgreich seinen 21-jährigen Linksaußen. Der hinterließ mit fünf Treffern bei fünf Versuchen einen bärenstarken Eindruck. Ebenso wie Michael Haßerter im Tor der Gelb-Blauen. Elf Paraden, darunter alleine drei parierte Siebenmeter steuerte er als wichtiger Rückhalt bei.

 

Dennoch konnte sich Konstanz nie richtig absetzen, legte immer mit einem Tor vor, bis nach dem 11:10 ein erster kleiner Bruch folgte. Großwallstadt nutze den erneut großzügigen Umgang mit freien Großchancen und kam immer besser ins Spiel. Nun wurden die Lücken in der Konstanzer Deckung wieder größer und viele Zweikämpfe fingen an das zuvor in vier Auswärtsspielen hintereinander ungeschlagene Gästeteam, das mit 8:4 Punkten in der Fremde angereist war. Binnen Minuten hatte sich der TVG auf 14:11 abgesetzt. Für Daniel Eblen dennoch ein Fortschritt, denn „schlechte Phasen wird es immer geben. Der Rückstand darf nur nicht gleich vier bis sechs Tore betragen, sondern nur zwei bis drei. Es muss dann Verantwortung übernommen werden.“

 

Wie Knezevic mit dem erneuten Anschluss, Fabian Maier-Hasselmann nach missglücktem Versuch sofort folgenden wichtigen Toren, Markus Dangers vom Kreis oder aber Patrick Volz nervenstrak vom Siebenmeterpunkt. Alles steuerte so schon wieder auf das nächste Drama zu. Situationen, in denen Anführer gebraucht werden. Kapitän Tim Jud nahm diese Rolle hervorragend an. Mit klugen Pässen und Spielsteuerung blies Konstanz über ihren Mittelmann in den letzten zehn Minuten zur nächsten Aufholjagd. Michael Haßferter partiere hier den Siebenmeter von Dennis Weit und den Nachwurf aus kürzester Distanz auch gleich noch. Vorne besorgte Tim Jud das 29:29 sowie den Führungstreffer eineinhalb Minuten vor dem Ende. Als Tom Jansen wieder auf 30:30 gestellt hatte, kam das große Finale von Tim Jud. Wie schon zuvor zog er mit Entschlossenheit und kühlem Kopf an und verwandelte bei angedrohtem passiven Spiel zum umjubelten 31:30. „An solche Minuten wird man sich nie gewöhnen“, atmete Daniel Eblen tief durch. Einen letzten Angriff hatte Großwallstadt noch, doch Tim Jud und Michel Stotz waren gemeinsam zur Stelle und blockten den finalen Wurf von Savvas Savvas. Jetzt tanzten die Konstanzer über das Spielfeld und schrien ihre Freude und Erleichterung heraus.

 

Für Eblen war dies darauf zurückzuführen, dass seine Mannschaft gegen Ende wieder freier geworden sei und den längeren Atem hatte. „Wir benötigen zwei, drei Spieler, die große Verantwortung übernehmen. Dass mit David und Patrick zwei ganz junge direkt zu Beginn so gut aussehen hat alle gepusht.“ In diese Liste reihte sich Felix Jaeger mit einem Tor und konzentrierter Leistung nach langer Leidenszeit und monatelanger Verletzungspause ein. „Es gab immer wieder schwierige Momente“, so der HSG-Coach, „aber anschließend positive Zeichen. Wir haben uns gesagt, dass wir immer weitermachen und dass uns diese Einstellung irgendwann hilft. Wenn Leistungsträger ausfallen, schaffen es die Jungen auch.“ Was gegen Großwallstadt eindrucksvoll bewiesen wurde. Auf den Sieg folgte eine Nachtschicht für den Übungsleiter am Videoschnitt sowie am nächsten Morgen noch ein Training. Am ersten Weihnachtsfeiertag folgt die weite Reise in Hotel in Hamm, ehe dort einen Tag später gespielt und danach weiter täglich bis zum Jahres-Finale am 30. Dezember gegen Emsdetten trainiert wird. Nun mit einem deutlich besseren Gefühl als zuletzt, aber nicht euphorisch. Eine neue Entschlossenheit strahlte das Team aus.

 

>> Komplettes Spiel im Re-live

 

HSG Konstanz: Maximilian Wolf, Michael Haßferter (11 Paraden/davon 3 Siebenmeter), Moritz Ebert (1 Parade) (alle Tor); Michel Stotz, Aron Czako, Felix Jaeger (1), Matthias Hild (1), Markus Dangers (7), Felix Krüger, Fabian Maier-Hasselmann (3), Fynn Beckmann (4), Tim Jud (7), Samuel Wendel, Patrick Volz (5/1), Peter Schramm (1), David Knežević (2).

Trainer: Daniel Eblen

 

TV Großwallstadt: Redwitz (10 Paraden/davon 1 Siebenmeter), Adanir (2 Paraden) (beide Tor); Jansen (4), Eisenträger (5/1), Bandlow, Matijasevic (5), Bransche, Natsia (3), Weit (3/3), Corak (3), Stark (1), Pfeifer, Spieß, Savvas Savvas (3), Busch (3/1).

Trainer: Ralf Bader

 

Zuschauer: - in der Schänzle-Sporthalle Konstanz

Schiedsrichter: Andre Kauth und Markus Kolb.

Zeitstrafen: Konstanz 10 Min. (Schramm, Beckmann, Volz je 2 Min, Hild 4 Min.) / Großwallstadt 10 Min. (Spieß, Savvas Savvas, Stark je 2 Min., Natsia 4 Min.)

Siebenmeter: Konstanz 1/2 (Jud scheitert an Redwitz) – Großwallstadt 4/7 (Eisenträger, Busch und Weit scheitern an Haßferter)

Bes Vorkommnis: Rote Karte für Peter Schramm (30.)

 

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