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Marc Hafner im Gespräch über pures Adrenalin, einen möglichen Aufstieg sowie Ehrgeiz, Leidenschaft und hartes Training

Marc Hafner im Gespräch über pures Adrenalin, einen möglichen Aufstieg sowie Ehrgeiz, Leidenschaft und hartes Training

Der 27-jährige gebürtige Heininger Marc Hafner hat in seiner Handballkarriere schon viel durch- und erlebt. Schon früh entdeckte er seine Liebe für den Handball, sicher auch durch die räumliche Nähe seines handballbegeisterten Heimatortes zum Bundesligisten FrischAuf Göppingen, aber vor allem durch seinen großen Bruder, der ihm immer sein größter Förderer und Unterstützer war. So begann alles bei den „Minis“ des TSV Heiningen und führte ihn über die E-Jugend in die erste Auswahlmannschaft des Bezirks. Stolz und voller geweckten Ehrgeizes nahm der kleine Nachwuchshandballer Kurs auf die nächste Etappe auf dem Weg nach oben: die HVW-Auswahl (Württemberg). Ehrgeiz, hartes Training, Talent und gute Auftritte bei vielen Sichtungsturnieren verhalfen ihm dann sogar von Anfang an zu zahlreichen Nominierungen für die Jugend-, später die Juniorennationalmannschaft (DHB). So sammelte der nur 1,74 Meter große Rechtsaußen unvergessliche Eindrücke bei 34 Jugend- bzw. 42 Junioren-Länderspielen.

 

2004 wagte er auch im Verein den nächsten Schritt und wechselte zum VfL Waiblingen in die Regionalliga. Eine Entwicklung wie im Traum, besser hätte sie sich auch der quirlige Rechtsaußen nicht vorstellen können. Ein Jahr später folgte jedoch mit einem Kreuzbandriss im linken Knie der erste Rückschlag. Doch allen Widrigkeiten zum Trotz kämpfte er sich sowohl im Verein, als auch in der Juniorennationalmannschaft zurück, wurde mit der Nationalmannschaft 2006 Europameister und wechselte 2007 zum TBV Lemgo in die lange Zeit als Erfüllung aller Träume erstrebten 1. Bundesliga. Im Dienste der Sportfördergruppe der Bundeswehr und des TBV Lemgo folgte allerdings die nächste Katastrophe: wieder ein Kreuzbandriss, dieses Mal im rechten Knie.

 

Wegen mangelnder Spielpraxis und zur besseren Genesung hatte er sich anschließend entschlossen, kurzfristig zur HR Ortenau (2. Bundesliga) zu wechseln und parallel sein Abitur nachzuholen, bevor es ihn 2009 zur HSG Konstanz an den Bodensee zog. Im nächsten Jahr möchte er seinen schulischen Werdegang in der Fachrichtung Maschinenbau erfolgreich abschließen. Im Gespräch mit HSG-Pressesprecher Andreas Joas blickt er auf seine schon in recht jungen Jahren sehr bewegte Laufbahn zurück und wagt neben einem kurzen Rückblick auf die aktuelle Situation auch einen Ausblick auf seine Zukunft und seine Ziele bei bzw. mit der HSG Konstanz.

 

Marc, du konntest in der Vorbereitung nach deiner Meniskusoperation immer wieder nicht voll trainieren. Wie geht es dir mittlerweile, bist du wieder völlig beschwerdefrei und fit?

Es war leider ein langwieriger Genesungsprozess mit immer wieder auftretenden Rückschlägen und Schmerzen. Ich habe viele Ärzte und Therapeuten besucht und mache gerade endlich super Fortschritte. Ohne Schmerzen macht es jetzt wieder richtig Spaß zu trainieren. Dabei liefen vor allem die letzten Wochen schon sehr gut und ich hoffe, dass ich mein volles Leistungsvermögen bald wieder erreiche. Ich bin zuversichtlich. (grinst)

 

Mit fünf Neuzugängen hat die Mannschaft ein etwas anderes Gesicht bekommen. Inwieweit konnte das Zusammenspiel mit den neuen Spielern bereits abgestimmt und perfektioniert werden?

Wir sind in dieser Saison mit unserem neuen Kader breiter aufgestellt und haben mehr Wechselmöglichkeiten als die Jahre zuvor. Die Neuen haben sich schon gut integriert und passen hervorragend in die Mannschaft. Wir trainieren zwar schon eine Weile täglich miteinander, doch verständlicherweise gibt es immer noch hin und wieder kleine Abstimmungsprobleme - z.B. in der Abwehr. Aber das entwickelt sich und wird schon Stück für Stück besser.

 

Die ersten Spiele in der neuen Drittligasaison brachten 4:8 Punkte ein, danach gelangen drei Siege in Folge und zuletzt musstet ihr eine bittere Derby-Niederlage einstecken. Wie bewertest du den Saisonstart mit nunmehr 10:10 Punkten?

Ich finde ihn alles in allem trotzdem noch in Ordnung. Klar hätten die ersten Spiele besser laufen können, aber z.B. war unsere Leistung gerade in Coburg schon richtig gut - nur sollte es dort wohl einfach nicht sein und wir mussten uns sehr unglücklich geschlagen geben. Deswegen weiß ich, dass wir imstande sind, jede Mannschaft der Liga zu schlagen. Das Niveau der Mannschaften in der 3. Liga Süd liegt aber so dicht beieinander, sodass oftmals Kleinigkeiten über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.

 

Und woran liegt es, dass ihr euch gerade auswärts – bis jetzt gelang erst ein Auswärtssieg – offenbar deutlich schwerer tut als in eigener Halle?

Auswärts ist es einfach immer schwerer als zu Hause. Außerdem hatten wir in dieser Saison gleich zum Anfang ausschließlich schwere Auswärtsspiele bei richtig starken Gegnern. Ich bin mir aber sicher, dass wir jetzt auch auswärts besser punkten werden.

 

Du hast bereits in jungen Jahren viel erlebt und kannst schon auf eine bewegte Handballkarriere zurückblicken. Was ist dir besonders in Erinnerung geblieben? Was hat dich geprägt, was oder welche Momente würdest du als deine absoluten Highlights bezeichnen?

Da fallen mir spontan zwei Dinge ein: Zum Ersten war da mein erster Kreuzbandriss.

Das war ein großer Schock, denn zu diesem Zeitpunkt war ich in absoluter Top-Form und bereit für die erste Bundesliga. Darüber hinaus haben mich die anschließenden sechs Monate in der Rehabilitation sehr geprägt. Man muss wissen, dass es in dieser Zeit eine Menge Höhen und vor allem Tiefen gibt, die man durchstehen muss. Zum Anderen, das absolute Highlight, die Europameisterschaft mit der Junioren-Nationalmannschaft 2006, die mit der Goldmedaille in der Hand endete.

 

Was geht einem als sehr junger Spieler durch den Kopf, wenn man in der stärksten Handballliga der Welt in rappelvollen und stimmungsvollen Arenen auflaufen darf?

Pures Adrenalin!

 

Du hast unter Trainer Markus Baur und auch Volker Zerbe trainiert und zusammen mit großen Spielern wie z.B. Florian Kehrmann, Carsten Lichtlein, Lars Kaufmann, Michael Kraus sowie Welthandballer Daniel Stephan – um nur einige wenige zu nennen – in der 1. Bundesliga gespielt. Wie schafft man es dorthin? Hast du einen Tipp für alle Handballtalente um ganz nach oben zu kommen?

Das Wichtigste ist Talent. Wenn man das und zudem sehr viel Ehrgeiz, Leidenschaft und ein Umfeld, das einen unterstützt, hat, kann man es schaffen. Die Grundvoraussetzung ist aber: Training, Training und nochmals Training! Ein großer Dank gilt hier meinem Bruder, der mich von Anfang an im Handball trainiert, geformt und ausgebildet hat. Auch meinen Eltern, die mich immer unterstützt haben und immer noch tatkräftig unterstützen, möchte ich danken. Sie sind treue Fans der HSG Konstanz und immer auf der Tribüne zu finden!

 

Bist du als mittlerweile schon sehr erfahrener Spieler vor einem Spiel immer noch nervös oder aufgeregt?

Nervös schon lange nicht mehr. Ich würde es eher angespannt und konzentriert nennen.

 

Hast du dann eigentlich ein bestimmtes Ritual vor den Spielen?

Ein bestimmtes Ritual pflege ich nicht, aber einen kleinen Glücksbringer habe ich immer dabei: Seit vielen Jahren ist mir mein blauer Knieschützer ein treuer Begleiter bei meinen Spielen.

 

Was ist denn deiner Meinung nach mit der HSG Konstanz noch möglich?

Ich denke, bei der HSG ist noch sehr, sehr viel möglich und wir sind immer wieder für neue Überraschungen gut.

 

Hast du dir bestimmte Ziele gesetzt, oder gibt es etwas, was du unbedingt erreichen möchtest?

Ich möchte irgendwann mit der HSG Konstanz in die 2. Bundesliga aufsteigen! Vielleicht sogar schon in den nächsten Jahren?!

 

Im Vergleich zur 1. und 2. Bundesliga: Wie stark schätzt du die 3. Liga Süd ein?

Natürlich ist ein Leistungsunterschied zwischen erster und dritter Liga vorhanden. In der dritten Bundesliga Süd selbst ist der Leistungsunterschied zwischen den einzelnen Mannschaften jedoch kaum spürbar. Nahezu alle Mannschaften spielen auf dem gleichen Level und so ist jedes Spiel an jedem Wochenende ein harter Kampf mit oftmals bis zum Schluss offenem Ausgang.

 

Wie hast du über Lemgo und die HR Ortenau an den Bodensee zur HSG Konstanz gefunden?

Ein wichtiger Grund war, Handball mit meinem Studium optimal kombinieren zu können. Hier ist das sehr gut machbar, hier habe ich die idealen Möglichkeiten dazu.

 

Abseits des Handballfeldes: Was machst du gerne, wie kannst du am besten abschalten und dich regenerieren?

Ich schaue gerne einen spannenden Film an oder treibe mit meinen Freunden viel Sport.

 

Hast du einen Lieblingsplatz im oft als nördlichste Stadt Italiens bezeichneten Konstanz?

Ja, meine neue Wohnung. (lacht)

 

Und eine Frage zum Schluss muss noch sein: Wie ist es, als echter Schwabe im (süd-)badischen Konstanz zu leben?

Ach, das ist für mich gar kein Problem. Solange ich „Spätzla mit Soß“ essen darf, ist alles in Ordnung. (grinst)

 

Fragen: Andreas Joas

 

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