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Markus Schoch im großen Interview zum Saisonende und Abschied von der HSG Konstanz: „Es war eine wunderschöne, mega tolle Zeit und die HSG kann noch viel erreichen!“

Markus Schoch im großen Interview zum Saisonende und Abschied von der HSG Konstanz: „Es war eine wunderschöne, mega tolle Zeit und die HSG kann noch viel erreichen!“

Seit einigen Jahren war Markus Schoch vor allem der Abwehrdirigent der HSG Konstanz, unauffällig, bescheiden – aber sehr effektiv und enorm wichtig für die Mannschaft und zudem auch abseits des Handballfeldes immer im Verein engagiert. Nun hat der erst 32-jährige Kreisläufer, der 2009 vom TV Ehingen aus der Südbadenliga zur HSG kam, seinen zumindest vorläufigen Abschied aus dem Kader der Bundesligamannschaft verkündet. Angesichts des möglichen Karriereendes und dem gleichzeitigen Ende der ereignisreichen und erfolgreichen Saison 2012/2013 unterhielt sich Pressesprecher Andreas Joas mit dem von den Fans immer wieder liebevoll gerufenen „Roggisch von Konstanz“ über die abgelaufene Saison, sein wohl voraussichtliches Karriereende sowie mögliche Perspektiven – für ihn persönlich „im Leben nach dem Handball“ und für die HSG Konstanz in der kommenden Saison in der 3. Bundesliga.

 

Markus, du hast voraussichtlich erst einmal dein letztes Spiel in der 3. Bundesliga bestritten. Aus beruflichen Gründen bist du gezwungen etwas kürzer zu treten. Dennoch besteht vielleicht die Chance auf ein Comeback in absehbarer Zeit. Wie genau sieht deine berufliche und sportliche Zukunft zur neuen Saison aus?

Ich habe das Glück, dass ich als Computer Science Expert einen super interessanten Beruf ausüben kann und darf. Meine Arbeit bereitet mir unwahrscheinlich viel Spaß, allerdings bin ich zeitlich auch sehr eingespannt. Im Moment stellt sich meine Zukunft noch völlig offen dar, eine Aussage was genau ich mache, kann ich demnach noch nicht treffen. Was ich aber sagen kann, ist, dass ich die Sommerzeit in unserer schönen Stadt Konstanz und am Bodensee jetzt erst einmal richtig genießen werde. Als Ausgleich und für die innere Ruhe werde ich aber sicherlich die ein oder andere Sportart ausprobieren – auch um fit zu bleiben. (lacht)

Zu einem möglichen Comeback möchte ich nur Eines sagen: Man sollte niemals nie sagen. (grinst)

 

Wenn du noch einmal auf die eben beendete Saison zurückblickst: Wie sieht dein Fazit aus? Was waren die Highlights, was die Tiefpunkte bzw. schwierigsten Situationen?

Für mich war die abgelaufene Runde eine gute. Wir haben die beste Defensive der Liga gestellt und durften solch tolle Highlights wie das Spiel gegen Friedberg mit richtig vielen Zuschauern, einer Wahnsinnsatmosphäre und unwahrscheinlichen Emotionen in der Halle erleben. Das war ein überwältigendes Gefühl, einfach Gänsehautstimmung pur.

Die größten Herausforderungen waren sicherlich die beiden Jahre der Umstrukturierung der 3. Ligen mit den vielen Absteigern. Diese Situation hat schon an den Nerven gezerrt. Tiefpunkte sind dabei für mich eigentlich alle Niederlagen.

 

Kannst du angesichts der phänomenalen Hinrunde mit dem zweiten Tabellenplatz zum Saisonende mit dem sechsten Platz leben oder hättest du dir doch noch mehr erhofft, sodass die gute Saison auch noch besser im Endklassement sichtbar geworden wäre?

Unsere Hinrunde war sensationell und klar, dadurch hat man sich schon mehr erhofft. In der Rückrunde hatten wir jedoch derart viele Ausfälle zu verkraften, dass man angesichts unseres kleinen Kaders bis auf wenige Ausnahmen doch zufrieden sein kann. Die Ausfälle waren in dieser großen Zahl und über den teils sehr langen Zeitraum für uns einfach nicht zu kompensieren.

 

Du hast eine intensive Zeit bei der HSG Konstanz erlebt, dabei viele Höhepunkte und einige Tiefen durchschritten.  Was bleibt dir persönlich dabei ganz besonders im Gedächtnis – sowohl in positiver als auch vielleicht negativer Hinsicht?

Ich hatte bei der HSG Konstanz eine wunderschöne, mega tolle Zeit. Ganz besonders toll war immer die großartige Unterstützung durch so viele Zuschauer und unseren Fanclub in der Schänzlehalle. Ich durfte hier so viele nette Leute kennenlernen, in einer tollen, super sympathischen Mannschaft spielen und konnte mir der Unterstützung auch durch das Team um das Team und das ganze sagenhafte Umfeld zu jeder Zeit gewiss sein. Ich bin so dankbar dafür, dass ich das alles erleben durfte, diese Chance erhalten habe und mir das Vertrauen geschenkt wurde.

 

Apropos Höhepunkt: Bei der HSG Konstanz scheint dieser derzeit noch längst nicht erreicht zu sein… Die Mannschaft konnte weiter qualitativ und quantitativ verstärkt werden, die bisherigen HSG-Spieler verlängerten bis auf eine Ausnahme ihre Verträge, die Jugend ist überaus erfolgreich und eilt von Sieg zu Sieg - z.B. bis in die A-Jugend-Bundesliga - und auch die II. Mannschaft hat mit vielen jungen Talenten den Aufstieg in die Südbadenliga geschafft. Abgesehen vom Sportlichen bewegt sich zudem auch im Umfeld der HSG Einiges, wodurch sich die HSG immer professioneller aufstellen kann. Wie siehst du als langjähriger Webmaster, der daran unmittelbar beteiligt ist, die Entwicklung der HSG in den letzten Jahren im sportlichen und organisatorischen Bereich?

Also ich finde, die HSG Konstanz befindet sich auf einem super Weg. Es ist ein tolles Gefühl, dazu etwas beigetragen zu haben. Es muss einfach so weitergehen, man muss versuchen sich ständig weiterzuentwickeln und auch Neues zu schaffen. Das Problem ist nur, dass es nicht einfach ist, engagierte Leute gerade für die Umsetzung oder auch Entwicklung der vielen Ideen und Konzepte zu finden.

 

Kannst du dir die Wochen nun gänzlich ohne Handball vorstellen, oder hast du dir deinen Rücktritt nach dem Motto „wenn‘s am schönsten ist, soll man aufhören“ wohl überlegt?

Meine Handballzeit war wunderschön, ich möchte wirklich keine Erfahrung missen, nur: Nach 15 Jahren als aktiver Handballer möchte ich einfach ein Stück weit „frei sein“ und meine knapp bemessene Freizeit auch einmal für andere, neue Dinge nutzen. Ich denke, nun ist ein guter Zeitpunkt dafür.

 

Wie wirst du die neu hinzugewonnene Zeit nun nutzen, hast du ein bestimmtes Hobby oder andere Ziele, die du nun verfolgen möchtest?

Ich habe derzeit noch gar keine bestimmten Pläne oder Ziele, ich möchte einfach erst einmal alles auf mich zukommen lassen.

 

Reizt es dich bei den bei der HSG gegebenen Aussichten mit einem schlagkräftigen Kader und dem professionellen Umfeld nicht doch, in der nächsten Saison noch einmal richtig mit dem Team oben in der 3. Bundesliga anzugreifen?

Ein gewisser Reiz ist da sicherlich vorhanden, als Sportler möchte man immer gerne weitere Erfolge mit seinem Verein und seinem Team erreichen. Glücklicherweise bin ich bis jetzt immer von größeren Verletzungen verschont geblieben, ich merke aber zunehmend, dass es doch an immer mehr Körperstellen zwickt. Insofern sendet der Körper jedenfalls eindeutige Signale… (grinst)

 

In Anbetracht der sportlichen und organisatorischen Weiterentwicklung: Was kann die HSG Konstanz deiner Meinung nach in der nächsten Saison und den nächsten Jahren erreichen? Wohin wird die Reise der HSG gehen?

Die HSG befindet sich auf dem richtigen Weg, es ist wirklich beachtlich, was in den letzten Jahren alles passiert ist, was sich alles verändert hat: das Umfeld, der Hintergrund alles hat sich entwickelt, es sind hervorragende Grundlagen geschaffen worden. Die HSG kann viel erreichen – was genau, das wird die Zeit zeigen.

 

Wirst du diesen Weg der HSG weiterverfolgen und der HSG Konstanz möglicherweise in anderer Funktion erhalten bleiben?

Mit Sicherheit werde ich in den Hallen, in denen die HSG Konstanz gerade aufläuft, öfters zu sehen sein. Und wenn es mir langweilig wird, lässt sich bestimmt auch eine passende Funktion für mich finden. Nur Langeweile wird bei mir wohl erst einmal keine einkehren. (lacht)

 

Möchtest Du zum Abschluss noch etwas loswerden?

Ich möchte mich noch einmal bei allen Beteiligten bedanken. Die Zusammenarbeit mit einem super Trainergespann Daniel Eblen/Andre Melchert, einer wahnsinnig coolen Mannschaft und die vielen Erlebnisse und Erfahrungen mit der HSG haben mich beeindruckt. Herzlichen Dank für alles, was mir die HSG ermöglicht hat. Ganz besonders möchte ich dabei Otto Eblen (Präsident der HSG Konstanz, d. Red.) hervorheben, der sich immer für alle Spieler einsetzt und versucht, stets alles möglich zu machen, sowie Dr. Thomas Binninger (Mannschaftsverantwortlicher, d. Red.), der den Spielern jeden Wunsch bereits von den Augen abliest. Ich wünsche der Mannschaft und der HSG Konstanz alles Gute für die Zukunft.

 

Fragen: Andreas Joas

 

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