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Max Folchert im Interview: „Wir haben die Qualität, zu Hause gegen jedes Team der Liga punkten zu können!“

Max Folchert im Interview: „Wir haben die Qualität, zu Hause gegen jedes Team der Liga punkten zu können!“

Im letzten Auswärtsspiel war Maximilian Folchert der Matchwinner und ebnete den Weg zur Aufholjagd, die der HSG Konstanz am Ende noch einen wichtigen Punkt in Kornwestheim sicherte. Der 20-jährige Torhüter, dessen größten Erfolge die deutsche Meisterschaft mit dem Handballverband Schleswig-Holstein, sowie die Berufung in das DHB-Allstarteam sind, kam vor dieser Saison vom Zweitligisten VfL Bad Schwartau nach Konstanz. Auch seinen ersten Profivertrag mit 17 Jahren zählt er zu seinen größten Erfolgen, denn der gebürtige Lübecker verfolgt ehrgeizige Ziele: Profi werden, in der 1. oder 2. Bundesliga spielen und sich den ehrgeizig verfolgten Kindheitstraum von vollen Arenen und Duellen mit den besten Gegenspielern der Welt erfüllen.

 

Im Gespräch mit HSG-Pressesprecher Andreas Joas erzählt Max Folchert, der eine große Schwäche für Käsefondue und Käsespätzle hat, vor dem am Samstag um 20.00 Uhr in der Schänzlehalle stattfindenden Drittliga-Hinrundenabschluss gegen den Tabellendritten TV Hochdorf von seinen ersten Eindrücken und dem Zusammenleben mit den Schweizer Nachbarn in Konstanz. Zudem blickt der angehende Bankkaufmann auf seine persönliche Entwicklung und die der HSG zurück und wagt einen Blick voraus auf die Rückrunde – und muss schließlich einräumen, dass trotz aller Zuversicht diese Saison wohl eine lange Serie zu Ende gehen wird.

 

Max, du warst im letzten Spiel in Kornwestheim einer der Matchwinner. Bist du jetzt so richtig in der Liga und in Konstanz angekommen?

 

Dass ich das Niveau habe, davon bin ich überzeugt. Trotzdem – für einen jungen Spieler ist es von enormer Bedeutung, viel zu spielen und die Möglichkeit zu bekommen, sich ein gewisses Standing und das Vertrauen des Trainers zu erarbeiten. Um eine starke Leistung abrufen zu können, ist es für mich immer wichtig einen gewissen Adrenalin-Kick zu bekommen. Dafür ist es notwendig, dass man ein wenig Zeit bekommt, um erst einmal ins Spiel hineinzufinden. Dies war gegen Kornwestheim der Fall und dafür bin ich sehr dankbar. Ich bin absolut heiß auf mehr Chancen, mein Können unter Beweis stellen zu können.

 

Als Nordlicht muss der Kulturschock hier im Süden schon groß gewesen sein, oder? Gerade was den Dialekt und vielleicht auch die Mentalität der Leute angeht…wo liegen deiner Meinung nach die größten Unterschiede zwischen deiner Heimatstadt Lübeck und Konstanz?

 

Ich muss sagen, dass mir der Einstieg hier relativ leicht fiel. Den Dialekt höre ich mittlerweile kaum noch. Am Anfang musste ich bei all den Verniedlichungsformen schon öfters mal schmunzeln (grinst), aber nun erwische ich mich ab und zu sogar schon selbst bei einigen Wörtern oder Betonungen, die ich übernommen habe. Ich habe mit Lübeck auch eine ausgesprochen schöne Heimatstadt, die direkt an der Ostsee liegt. Trotzdem ist der Tourismus hier in Konstanz noch deutlich mehr zu spüren. Außerdem ist für mich die Situation mit unseren Schweizer Nachbarn absolut neu. Mein erster Einkauf in einem Supermarkt an einem Samstagvormittag kam mir vor, als hätte es auf das gesamte Sortiment 80 Prozent Rabatt gegeben – so voll war es dort. Da war ich schon leicht irritiert. (grinst) Aber mittlerweile ist das alles ganz normaler Alltag.

 

Gut 1.000 Kilometer von der Heimat entfernt: Bekommt man da nicht manchmal ein bisschen Heimweh?

 

Ehrlich gesagt hatte ich dieses klassische Heimweh bis jetzt noch gar nicht. Ich habe den ganzen Tag so viel „um die Ohren“, dass ich gar nicht wirklich dazu komme Heimweh zu haben. Tagsüber bin ich mit meiner Ausbildung beschäftigt, abends geht es ins Training und die wenige Zeit dazwischen verbringe ich mit meiner Freundin, die zum Glück auch mit nach Konstanz gezogen ist, und Freunden. Da bleibt nicht viel Gelegenheit, um überhaupt mal über Heimweh nachzudenken. Ich muss aber auch sagen, dass es in der heutigen Zeit des Internets und der Medienwelt einfach ist, guten Kontakt zu halten. Ich telefoniere häufig mit meiner Familie und Freunden und sende Bilder per Whatsapp oder E-Mail – da kommen einem 1.000 Kilometer schnell nicht mehr ganz so weit vor. Allerdings freue ich mich nun schon riesig darauf, Weihnachten und Silvester das erste Mal wieder nach Hause zu kommen – es ist ja schon bald soweit!

 

Die Hinrunde ist fast beendet. Wie sieht dein persönliches Fazit im Hinblick auf die eigene Leistung und Entwicklung aus?

 

Ich bin ganz zufrieden mit meiner Entwicklung. Ich versuche im Training immer Vollgas zu geben und mich anzubieten und freue mich, dass die Trainer das registrieren. Das Zusammenspiel mit der Abwehr funktioniert auch schon gut. Natürlich ist es der Anspruch eines jeden ehrgeizigen Sportlers, immer das Maximum an Erfolg und Spielzeit herauszuholen. Was den weiteren Saisonverlauf und meine persönliche Entwicklung angeht, bin ich sehr zuversichtlich.

 

Nach 14 Spielen stehen 15:13 Punkte und Tabellenplatz sechs in der 3. Liga zu Buche. Wie beurteilst du das Abscheiden des Teams mit dem derzeit eingenommen sechsten Tabellenplatz?

 

Ich denke, das geht in Ordnung. Aus Spielen wie in Coburg oder Köndringen-Teningen, wo wir alle Möglichkeiten hatten, hätten wir natürlich gerne die zwei Punkte mitgenommen und uns dadurch auf dem vierten Platz hinter Hochdorf eingereiht. Angesichts der vielen Neuzugänge, die zu integrieren waren, können wir aber dennoch zufrieden sein.

 

Am Samstag kommt um 20.00 Uhr der Tabellendritte aus Hochdorf in die Schänzlehalle. Letztes Jahr noch knapp dem Abstieg entronnen, profitieren die Pfälzer nun von einer erfolgreichen Kooperation mit dem auf Aufstiegskurs in die 1. Bundesliga befindlichen Zweitliga-Spitzenteam TSG Friesenheim. Was kommt auf euch zu und was habt ihr euch vorgenommen?

 

Hochdorf ist ein absolutes Spitzenteam und steht völlig zu Recht auf dem dritten Tabellenplatz. Allerdings ist mit unseren Fans im Rücken in der „Schänzle-Hölle“ alles möglich und wir haben die Qualität, zu Hause gegen jedes Team der Liga punkten zu können. Wir möchten uns von unseren Fans mit einem gelungenen Auftritt in die Weihnachtszeit verabschieden und hoffen wieder auf große Unterstützung, so wie wir es hier gewohnt sind.

 

Bis jetzt hat das Team, du hast es bereits angedeutet, einige Zeit gebraucht um sich angesichts der vielen jungen – und meist aus unteren Klassen gekommenen – Neuzugänge erst richtig einzuspielen. Was ist nach der Winterpause, in der man weiter an der Abstimmung feilen wird, in der Rückrunde noch drin, wohin wird die Reise gehen?

 

Es ist in erster Linie unser Ziel, weiter möglichst viele Spiele zu gewinnen und uns als Team weiterzuentwickeln. Ich gehe davon aus, dass Bad Neustadt und Coburg an der Tabellenspitze ihre eigenen Kreise ziehen werden. Wir versuchen von Woche zu Woche unsere Tabellenplatzierung zu verbessern und am Ende möglichst weit oben zu stehen. Wir geben Vollgas und am Ende wird sich zeigen, was dabei herauskommt.

 

Und was hast du dir für persönliche Ziele gesetzt bzw. wie sieht deine Zukunftsplanung aus?

 

Im sportlichen Bereich möchte mich stetig weiterentwickeln und Leistungsträger dieses Teams werden. Wichtig ist, verletzungsfrei und gesund zu bleiben und immer hart an sich zu arbeiten – der Rest kommt von selbst. In beruflicher Hinsicht ist es mir wichtig, meine Ausbildung als Bankkaufmann gut abzuschließen, alles Weitere wird sich zeigen.

 

Direkt nach der Winterpause steht am 11. Januar der Bundesliga-Superball an. Freut sich das Team auch schon darauf – und kann die erhoffte große Zuschauerkulisse als zusätzliche Motivation weitere Kräfte freisetzen?

 

Das ist sicherlich ein Highlight. Ich persönlich freue mich sowohl auf den Event als solches, als auch auf die Zuschauerkulisse. Es macht einfach riesigen Spaß, vor vielen sportbegeisterten Menschen zu spielen und seine Emotionen zu teilen. Dass die Zuschauer den achten Mann auf dem Handballfeld bilden, kommt nicht von ungefähr – sie sind Motivation pur!

 

Zuletzt noch die Frage nach deinem Plan, um deine bisherige lange Serie auch über diese Saison hinaus aufrecht zu erhalten: Wann und wie möchtest du dein Tor für diese Saison erzielen?

 

Also wenn sich nicht zufällig die gesamte Mannschaft spontan verletzt und ich der Einzige bin, der für einen Siebenmeterwurf in Frage käme, wird dieses Tor lange auf sich warten müssen. (lacht) In den letzten Jahren war es wohl einfach Glück, dass ich die Möglichkeit hatte, einen langen Ball direkt ins gegnerische Tor zu werfen. Das ist jedoch nicht der Regelfall – daher sollte man meine im Vorfeld der Saison getätigte Aussage nicht allzu ernst nehmen. (grinst)

 

Die Fragen stellte Andreas Joas.

 

Vorbericht: HSG Konstanz - TV Oberkirch
Spielbericht: HSG Konstanz A - SG Pforzheim-Euting...

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