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Maximilian Wolf vor Relegation in Rostock: „Die Enttäuschung ist einer Jetzt-erst-recht-Stimmung gewichen“

Simon-Toelke-und-Maximilian-Wolf-HSG-Konstanz-Neuhausen "Von uns muss mehr kommen": Die HSG-Torhüter Simon Tölke (links) und Maximilian Wolf freuen sich auf die Relegation gegen Rostock.

Zwei Spiele bleiben der HSG Konstanz, um den direkten Wiederaufstieg in die 2. Handball-Bundesliga zu realisieren. Das Hinspiel der Aufstiegsrelegation findet am Sonntag, 16.30 Uhr, im knapp 1000 Kilometer entfernten Rostock statt. Das finale Rückspiel steigt am 1. Juni um 20 Uhr im gelb-blauen Hexenkessel „Schänzle-Hölle“. Tickets für das Rückspiel der HSG sind ab sofort über www.hsgkonstanz.de/tickets im Online-Vorverkauf erhältlich.

 

HSG-Eigengewächs Maximilian Wolf studiert an der mit der HSG kooperierenden Exzellenzuniversität Konstanz Wirtschaftspädagogik mit Nebenfach Sport. Der 25-Jährige gebürtige Singener ist 1,88 Meter groß und hütet seit neun Jahren in Konstanz das Tor.

 

Im Gespräch mit HSG-Pressesprecher Andreas Joas blickt Maximilian Wolf auf die Enttäuschung nach der ersten Chance gegen Eisenach, „ein stets halb volles Glas“ und mit viel Vorfreude auf die Aufgabe vor großer Kulisse an der Ostsee.

 

Max, wie groß war die Enttäuschung am Samstag nach der Niederlage gegen Eisenach und wie wurde sie verarbeitet?

Wir wussten, dass, trotz der Vorzeichen, etwas drin war im Heimspiel. Wir hatten Vertrauen in uns und unser Team. Die Hoffnung war da, dass wir im Heimspiel noch einmal zurückkommen können. Wenn Hoffnung da ist, ist die Enttäuschung hinterher umso grösser, wenn es nicht geklappt hat. Das war in den letzten fünf Spielminuten und danach zu spüren. Dies mussten wir verarbeiten, aber nun sind alle heiß auf Rostock. Es ist eben nichts verloren. Wir haben die Chance, unseren Traum in den nächsten zwei Wochen zu verwirklichen.

 

In den letzten Spielminuten gab es Standing Ovations, danach viel persönlichen Zuspruch und viele gute Wüsche in den sozialen Netzwerken, auch von Eisenacher Seite. Hat das ein wenig geholfen?

Schon beim Abklatschen mit den Eisenacher Spielern nach dem Schlusspfiff gab es viel Zuspruch. Sie haben uns viel Erfolg gewünscht. Sie haben uns gesagt, dass wir das bestimmt schaffen können. So, wie sie uns das gesagt haben, waren das keine Phrasen sondern wirklich so gemeint. Natürlich waren auch viel Familie und viele Freunde mit dabei. Da konnte man sich den Frust von der Seele reden und Aufmunterung abholen. Jetzt geht es weiter. Es war eine riesige Party in unserer Halle, mit phänomenaler Unterstützung in jeder Minute. Das und die Standing Ovations gibt dir etwas zurück. Wenn man viel bekommt, gibt man auch mehr zurück. Das war super und trotz der Niederlage ein gutes Gefühl und Balsam für die Seele.

 

Jetzt gibt es zwei weitere Endspiele vor tollen Kulissen.

Darauf freuen wir uns sehr. Zunächst auf das Auswärtsspiel in einer großen Halle, wo wir vor einer schönen Kulisse spielen werden. Wir werden alles geben und wollen uns für den Aufwand belohnen. Bei uns daheim ist es auch immer laut, das kennen wir.

 

Wo liegen jetzt in der Vorbereitung die wichtigsten Aufgaben: Wieder mehr auf sich selbst konzentrieren, wieder besser in der Abwehr stehen und so die eigenen Stärken entfalten?

Ja, unsere Stärken müssen wir besser zur Geltung bringen. Dazu gehört vor allem die Defensive. Und im Angriff schneller zu spielen, weniger parallel. Wobei es natürlich auch sehr schwer war gegen die körperlich robuste Deckung des ThSV Eisenach, der seine Angriffe selbst sehr lange ausgespielt hat. Dazu mussten wir am Ende immer mehr Risiko gehen, um noch etwas zu versuchen. In der Abwehr und wir Torhüter müssen uns jedoch auf jeden Fall steigern, mehr Zugriff bekommen. Das ist ein Wechselspiel, man ist gegenseitig voneinander abhängig. Von uns Torhütern muss dabei mehr kommen. Wir sind ein junges Team, das in manchen Situationen noch etwas die Abgeklärtheit fehlt. Wir hatten es mit einer erfahrenen Truppe inklusive Trainer zu tun, die wirklich alles schon einmal miterlebt hat.

 

Was erwartet die HSG in Rostock?

Wir wissen, dass Rostock sich gerne etwas Spezielles für jeden Gegner einfallen lässt. Wir werden uns jedoch auf unsere Stärken besinnen. Gegen Eisenach ist es uns nicht gelungen, das zu spielen, was wir können. Jeder weiß das. Jeder für sich und als Team wollen wir zeigen, dass wir es besser können. Die Enttäuschung ist einer Jetzt-erst-recht-Stimmung gewichen. Wir wollen zeigen, was wir draufhaben und dass es besser geht.

 

Es warten zwei Nervenspiele.

Einerseits ist das eine Do-or-die-Situation. Wir sind aber vor allem dankbar für die zweite Chance und wollen alle hoch, dorthin, wo wir letzte Saison gespielt haben. Dabei wird es auf Kleinigkeiten ankommen. Mit einem starken Hinspiel wollen wir uns eine gute Grundlage für unser Handball-Fest in der Schänzle-Hölle erarbeiten.

 

Um die 3000 Menschen werden an der Ostsee gegen Euch sein: Ist das zusätzlicher Ansporn?

Es ist immer schön, vor vielen Zuschauern zu spielen. Auch auswärts. Das macht immer mehr Spaß, selbst wenn die Zuschauer für den Gegner und gegen uns sind. Das ist Extra-Motivation. Es kann auch schön sein, mit einem Lauf von zwei, drei Toren die Halle ruhigzustellen. Wir werden die Atmosphäre genießen, das ist ein Grund, warum man den Sport ausübt und den Aufwand auf sich nimmt. Für solche Erlebnisse, auswärts wie daheim.

 

Dein Motto für die zweite und letzte Runde der Relegation?

Bei mir ist das Glas immer halb voll. Wir sind nicht chancenlos. Hätten wir unser Spiel gemacht, hätte es auch gegen eine sehr starke Eisenacher Mannschaft besser laufen können. Leider haben wir es in beiden Partien nicht geschafft, das zu zeigen, worauf es in der Relegation ankommt. Wir sind aber in kein tiefes Loch gefallen, sondern werden aus den gewonnenen Erfahrungen noch stärker. Wir ziehen unsere Lehren daraus.

 

Fragen: Andreas Joas

 

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