Tom-Wolf-HSG-Konstanz-Loewen Tom Wolf lässt sich nicht stoppen und von seinem Ziel abbringen.

Mit einem 29:24-Sieg im Topspiel gegen den Tabellendritten Rhein-Neckar Löwen hat sich die HSG Konstanz bereits am fünftletzten Spieltag die insgesamt vierte Drittliga-Meisterschaft gesichert. Nach dem emotionalen letzten Schritt der ersten Etappe vor über 1400 Fans unterhielt sich HSG-Pressesprecher Andreas Joas mit den Kapitänen Tom Wolf und Tim Jud über noch ausstehende Wünsche, den nun folgenden Spagat zwischen Spannung und Vorbereitung auf die Relegation zur 2. Bundesliga und die Emotionen nach dem Meisterstück.

 

Herzlichen Glückwunsch, Tim und Tom. Dazu ein perfektes Drehbuch: Rückstand, Aufholjagd, Halle zum Kochen gebracht und Meistertitel vorzeitig gesichert. Ihr seid wunschlos glücklich?

Tim Jud: Wunschlos glücklich noch nicht. Wir haben mehr vor, das ist so, das ist kein Geheimnis. Das ist sicherlich ein schöner Erfolg. Den nehmen wir mit, den genießen wir. Den müssen wir auch genießen. Aber ein Wunsch ist noch da. Wir wissen, dass noch ein Stück Arbeit vor uns liegt und wir die Geschichte fortsetzen wollen.

 

Die Halle tobt, man steht kurz vor einem der ganz großen Karriere-Highlights. Wie erlebt man diese besonderen Momente, was ging in euch vor?

Tom Wolf: Es war eine super Atmosphäre hier. Ich glaube fünf Minuten vor Schluss sind die Zuschauer schon aufgestanden und haben tierisch Stimmung gemacht in der Halle. Das hat uns jedes Mal nach vorne gepusht. Hinten hält Max Wolf noch einige Bälle und irgendwann geht es dem Ende zu und man weiß, man hat es. Man sieht sich dann schon ein bisschen an und weiß, okay: Jetzt kriegen sie es nicht mehr hin, das Spiel zu drehen. Am Ende ist dann nur noch pure Freude da. Eine schöne Momentaufnahme. Wir genießen es jetzt erstmal in vollen Zügen, aber wir wissen: Da kommt noch einiges auf uns zu.

 

Im kurzen Rückblick auf die Saison, die so ganz anders begonnen hat als sie nun ihrem Ende zugeht. Wie habt Ihr das letzte Dreivierteljahr erlebt?

Tim Jud: Heute nehmen wir nicht mehr viel wahr, wie es Anfang der Saison war. Das sind die Emotionen von heute, die hochkochen, die Freude, die hochkocht, Erleichterung für die Arbeit, die wir die Saison hineingesteckt haben. Klar lief es am Anfang nicht rund, aber das kann man auch nicht erwarten. Schwierige Phasen gibt es immer in der Saison. Die haben wir zum Glück überwunden und stehen jetzt hier, wo wir sind. Wichtig ist, dass wir das jetzt genießen können.

 

Das Ziel war, Spuren zu hinterlassen. Ihr seid auf dem besten Wege dorthin. Was zeichnet Euch aus?

Tom Wolf: Wie wir nach Rückschlagen reagieren. Du hast den Saisonstart schon angesprochen, mit engen Spielen und Niederlagen. Dann haben wir eine riesige Serie gestartet, die uns zusammengeschweißt und nach vorne gebracht hat. Dazu nach Pforzheim und der derben Niederlage in Dansenberg heute wieder eine Reaktion gegen eine gute Mannschaft mit sehr, sehr guten Spielern. Das macht besonders Spaß, gegen solch gute Mannschaften und vor dieser Kulisse den Titel perfekt zu machen.

 

Jetzt kommt der Spagat zwischen Spannung halten und Vorbereitung auf die Aufstiegsspiele gegen Eisenach am 11. und 18. Mai.

Tim Jud: Was da jetzt alles kommt und wie wir es angehen, müssen wir mit dem Trainerteam und den Spielern besprechen. Klar ist es nicht einfach. Du musst eine Belastung finden, die hoch sein, die aber auch Phasen von Erholung zulassen muss. Dieses Belastungsmanagement wird sicher nicht einfach, aber wir haben genügend erfahrene Leute dabei, die das sicherlich gut steuern werden.

 

Fragen: Andreas Joas