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Herz und Hirn in Einklang: HSG macht mit Big Points gegen Eisenach Boden gut

Jubel-HSG-Konstanz-Eisenach Jubel, Erleichterung, zwei Big Points!

2. Handball-Bundesliga:

HSG Konstanz – ThSV Eisenach 28:24 (13:9)

 

Ganz wichtige Punkte für die HSG Konstanz: Mit einem hochverdienten 28:24 (13:9)-Heimsieg vor über 1400 frenetischen Fans im Hexenkessel Schänzle-Hölle gegen den ThSV Eisenach konnten die Konstanzer im Kampf um den Klassenerhalt Boden gutmachen und mit den Punkten 14 und 15 die untere Tabellenhälfte ganz eng zusammenschieben.

 

Im vierten Anlauf war es endlich soweit. Nach zuvor drei Niederlagen in Serie gegen die Thüringer konnte die HSG Konstanz den Bann brechen. Kämpfte und spielte Eisenach nieder, knüpfte nahtlos an die guten Leistungen in Bietigheim und Hamm an – und belohnte sich nun auch mit echten Big Points. Schon vor dem Spiel sollte wollten die Hausherren daran keinen Zweifel mehr lassen. Aus dem Kabinentrakt der Konstanzer drang ohrenbetäubender Lärm, so sehr heizten sich die Spieler gegenseitig an. Zu hören war davon in der Schänzle-Hölle aber nichts. Über 1400 Fans bereiteten ihren Lieblingen nach über zwei Monaten ohne Heimspiel einen heißen und stimmungsvollen Empfang. So stimmungsvoll, wie es dann sofort in die Partie ging. In der die Gastgeber von Beginn an richtig aufs Gaspedal drückten, vor Spielwitz sprühten und sichtlich Freude an der Aufgabe hatten. Im Vergleich zu den letzten Partien gelang dies jedoch konstant über nahezu 60 Minuten. Kein Überdrehen, keine Schwächephase, kein Zögern und zu vorsichtiges agieren. Dieses Mal stimmte de Balance vorne wie hinten über die volle Distanz.

 

Michael Haßferter räumte im HSG-Tor zahlreiche schwere Würfe weg, die Deckung vor ihm war einmal mehr ein Beispiel an Einsatz und Willen und vorne setzten die in der letzten Woche noch schmerzlich vermissten Top-Torschützen Paul Kaletsch und Tom Wolf sehenswerte Highlights. Aus zehn Metern in den Winkel, wieder einmal mit einem Freiwurf beim letzten verfügbaren Pass oder aber mit feinen Pässen an den Kreis. Hier waren Fabian Wiederstein und Winter-Neuzugang Markus Dangers, der sich bei seinem Debüt gleich in die Torschützenliste eintragen konnte, kaum zu stoppen. Alleine sieben Siebenmeter beam die HSG so zugesprochen, allesamt genutzt von Kaletsch oder Joschua Braun.

 

So herrschte großer Jubel auf Seiten der Gelb-Blauen, auf der anderen war Gästetrainer Sead Hasanefendic total enttäuscht und sagte: „Eine schöne Atmosphäre in einem bedeutungsvollen Spiel. Konstanz hat mit schnellem und dynamischem Spiel überzeugt, das schön anzusehen ist. Diese Dominanz wurde dieses Mal mit Punkten belohnt. Der Sieg ist verdient, ohne Frage.“ Der ThSV Eisenach hingegen habe ein Niveau nicht erreicht, meinte der 71-Jährige und wurde deutlich: „Ich bin nicht zufrieden.“ Dieses Gefühl sollte ihn schon früh in der Partie, nach acht Minuten, beschleichen. 4:1 leuchtete es da schon von der Anzeigetafel. Der Ex-Erstligist kam anschließend zwar besser in die Partie und konnte den Anschluss markieren (5:6), doch die HSG war weiter die dominierende und spielbestimmende Mannschaft, die dem Duell weiter ihren Stempel und ihre Spielwiese aufdrückte. Mit Leidenschaft, Überzeugung und weiter sehr hohem Tempo.

 

Schon kurz vor der Pause lag Konstanz so erstmals mit fünf Toren in Front, nach knapp 43 Minuten und dem ersten Treffer von Dangers im HSG-Trikot gar mit sieben (21:14). Näher als auf vier Tore kamen die Gäste nicht mehr heran. Nach dem 28:22 durch Tom Wolf konnte in den letzten Spielminuten nur noch etwas Ergebniskosmetik betrieben werden. „Wir sind sehr froh“, strahlte Daniel Eben nach dem wichtigen Heimsieg und konstatierte: „Wir haben viel an der Cleverness gearbeitet. Für uns war es wichtig, nicht in jedem Augenblick das Tempo und das Risiko zu gehen, sondern zu lernen, wann die Zeit ist, es auch einmal herauszunehmen und beruhigter zu spielen.“ Eine Herausforderung für die junge Truppe, denn, so fügte der 45-Jährige mit einem Schmunzeln direkt an, „das ist für eine Mannschaft wie die unsere gar nicht so leicht. Die scharren immer mit den Füßen und wollen immer sofort los“. So auch gegen Eisenach. Aber Herz und Hirn –  dieses Mal agierten sie in Einklang und ermöglichten eine starke Gesamtleistung, die mit minutenlangen stehenden Ovationen und der nach Abpfiff lautstark von Maximilian Wolf mit dem Fanblock intonierten „Humba“ belohnt wurde. „Danke für die große Stimmung“, bedankte sich Eblen für den großen Rückhalt von den Rängen. In einer Woche steht die nächste schwere Aufgabe vor der Türe. Beim 900-Kilometer-Trip nach Lübeck an die Ostsee kommt es zu einem weiteren Vergleich mit einem direkten Konkurrenten im Kampf um den Ligaverbleib. Ob dann auch wieder Felix Krüger und Felix Jaeger einsetzbar sind, wird sich in der kommenden Trainingswoche zeigen.

 

Das komplette Spiel im Re-live: www.hsgkonstanz.de/livestream

 

HSG Konstanz: Maximilian Wolf, Simon Tölke, Michael Haßferter (9 Paraden/davon 1 Siebenmeter) (alle Tor); Michel Stotz , Fabian Schlaich (1), Matthias Hild (1), Tom Wolf (4), Fabian Wiederstein (3), Markus Dangers (1), Paul Kaletsch (10/5), Fabian Maier-Hasselmann (2), Fynn Beckmann (1), Joschua Braun (4/2), Tim Jud (1), Tim Keupp, Samuel Wendel.

Trainer: Daniel Eblen

 

ThSV Eisenach: Voncina (6 Paraden), Noack (1 Paraden), Gorobtschuk (alle Tor); Kikanovic, Wöhler (7/2), Potisk, Ulshöfer (3), Miljak (1), A. Alaj, Mürköster (2), Obranovic, Lumbroso (2), Snajder, Racic, Weyhrauch (3), Saul (6).

Trainer: Sead Hasanefendic

 

Zuschauer: 1400 in der Schänzle-Sporthalle Konstanz

 

Schiedsrichter: Thomas Hörath und Timo Hofmann

 

Zeitstrafen: Konstanz 10 Min. (Wiederstein 4 Min., Dangers, Kaletsch  und Wendel je 2 Min.) / Eisenach 8 Min. (Kikanovic, Miljak, Obranovic und Weyhrauch je 2 Min.)

 

Siebenmeter: Konstanz 7/7  – Eisenach 2/3 (Wöhler scheitert an Haßferter)

 

 

 

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