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Nach 14 Spielen ohne Niederlage: Konstanzer Erfolgsserie endet in Kornwestheim

Nach 14 Spielen ohne Niederlage: Konstanzer Erfolgsserie endet in Kornwestheim

Tolle Unterstützung: Zahlreiche HSG-Fans waren in Kornwestheim mit dabei.

 

Handball 3. Liga:

SV Salamander Kornwestheim – HSG Konstanz 33:27 (13:11)

Nach vielen Fehlern: Erste Pleite seit 3. Oktober 2015.

Kornwestheim mit Sahnetag, HSG Konstanz mit rabenschwarzem.

 

Es war schon ein komisches Gefühl für die Spieler und zahlreich mitgereisten Anhänger der HSG Konstanz nach dem Schlusspfiff in Kornwestheim. Erstmals nach 14 Spielen ohne Niederlage und dem 3. Oktober 2015 mussten sie das Spielfeld wieder einmal als Verlierer verlassen (27:33/11:13). Dies jedoch völlig zu Recht, weil der SV Salamander Kornwestheim einen Glanztag erwischt hatte, an dem fast alles gelang, während Konstanz an einem rabenschwarzen kaum etwas glücken wollte.

 

Selbst die Gastgeber konnten ihr Glück kaum fassen, sprachen in Form des Moderators auf der anschließenden Pressekonferenz gar davon, überhaupt nicht zu wissen, was gerade passiert ist. „Vor zwei Wochen lagen wir hier noch am Boden“, sprach dieser die 27:37-Heimniederlage gegen Haßloch, einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf, an. Nun bejubelten sie den dritten Coup gegen die Top Drei der 3. Liga. In Leutershausen, beim Tabellenzweiten, hatten sie mit 31:29 triumphiert, den Dritten Nußloch mit 30:29 bezwungen und nun auch Spitzenreiter HSG Konstanz 33:27 besiegt.

 

In der eigenen Ratlosigkeit über eine Einordung des Geschehenen sollte HSG-Cheftrainer Daniel Eblen die Erklärung liefern. Eblen schluckte kurz, zuckte dann verlegen mit den Achseln und meinte: „Heute fällt mir auch nicht allzu viel dazu ein. Nur Glückwunsch an Kornwestheim, wir haben heute einen richtig guten SVK gesehen, der mental und handballerisch voll da war.“ Kurze Pause, dann fuhr er fort: „Das hat uns heute gefehlt. Kornwestheim hat uns den Schneid abgekauft. Wenn sie so spielen, werden sie mit dem Abstieg nichts zu tun haben.“

 

Nun war das Orakel von Kornwestheim, Salamander-Coach Hans Christensen an der Reihe. Nach dem Tiefschlag gegen Haßloch hatte er noch erleichtert erklärt, er sei froh, jetzt gegen den Tabellenführer spielen zu dürfen: „Da können wir frei aufspielen und werden bestimmt gewinnen.“ Das gleiche Schicksal, das Kornwestheim vor zwei Wochen ereilt hatte, traf nun den Spitzenreiter. Kein Spieler erreichte Normalform, während sich der Gegner dadurch beflügelt schon früh in einen Rausch spielen konnte. Von Beginn an unterliefen Konstanz ungewöhnlich viele technische Fehler, wurden Würfe überhastet weit am Ziel vorbei oder direkt auf den Torhüter platziert, sodass die Schwaben stets mit einer Führung im Rücken (6:3, 13.) agieren konnten.

 

Die HSG hatte zu diesem Zeitpunkt bereits einen schweren Nackenschlag zu verdauen: Kapitän und Torschütze vom Dienst Fabian Schlaich hatte nach nicht einmal ganz zehn Minuten schon – ohne vorherige Verwarnung – zweimal eine Zeitstrafe erhalten. Fortan wurde er zunächst gezwungenermaßen bis kurz vor der Halbzeit aus dem Spiel genommen und fehlte damit in der Abwehr und im Gegenstoß. SVK-Trainer Christensen fasste seine Eindrücke dementsprechend realistisch zusammen: „Wir hatten heute das Glück, das uns in den vorherigen Spielen gefehlt hat. Wir haben an unsere Chance bei einem guten Tag unsererseits und einem schlechten von Konstanz geglaubt. Dazu haben wir ein paar Pfiffe der Schiedsrichter für uns bekommen.“ Allerdings traf er den Nagel auch auf den Kopf, als er abschließend bemerkte, seine Mannschaft habe mit Mut und Herz agiert und sehr viel investiert.

 

Als einen Baustein des Erfolgs hatte er außerdem den 1,99 Meter großen Rückraumspieler Hendrik Schoeneck ausgemacht. Der 23-jährige Neuzugang von Zweitligist Bietigheim war bei seinem Debüt fünfmal erfolgreich und der „Fels in der Abwehr“, so Christensen. Die 13:11-Pausenführung der Kornwestheimer, sie war schon jetzt hochverdient, die zwischenzeitliche 8:7- und 10:9-Führung der HSG nach 17 beziehungsweise 23 Minuten die einzigen im ganzen Spiel.

 

Die zweite Hälfte brachte für Konstanz auch nicht den erhofften Umschwung, im Gegenteil. Paul Kaletsch hatte sich kurz vor der Halbzeit nach einem harten Körperkontakt beim Sturz einen großen Cut am Ellenbogen zugezogen, der nicht aufhören wollte zu bluten, nach dem Spiel dick angeschwollen war und im Krankenhaus genäht werden musste. Und auch Mathias Riedel musste nach einer wieder aufgeplatzten Wunde auf der Brust sein blutverschmiertes Trikot tauschen. Minutenlang war die Partie zum Wischen des Bodens und Problemen am Zeitnehmertisch mehrmals unterbrochen, doch jedes Mal aufs Neue spielte Kornwestheim eindrucksvoll weiter, wie aufgedreht, während Konstanz auch jetzt keinen Zugriff in der Abwehr bekam und im Angriff kaum Durchschlagskraft und Ideen unter Beweis stellte.

 

Auch Stefan Hanemann, für Konstantin Poltrum eingewechselt, konnte nicht verhindern, dass die Gastgeber nun endgültig wie im Rausch agierten und jede kleine Aufholjagd des Spitzenreiters – trotz 4:2- und späterer offener Deckung – im Keim erstickten. Spätestens, als Fabian Maier-Hasselmann beim Stand von 29:24 (55.) mit einem freien Gegenstoß den Rückstand nicht auf vier Tore verkürzen konnte, war das Spiel entschieden.

 

Während die Anhänger der Heimmannschaft noch von der „sensationellen, überragenden“ Leistung ihres Teams schwärmten, richtete sich der Blick von Paul Kaletsch allerdings schon wieder nach vorne auf das nächste Auswärtsspiel in einer Woche in Heilbronn, bei dem Konstanz von einem großen, vom Verein gesponserten Fanbus unterstützt werden wird: „Wir müssen schnell wieder den Kopf nach oben nehmen und einfach weitermachen. Das kann passieren. In Heilbronn wollen wir uns wieder von einer anderen Seite zeigen.“

 

SV Salamander Kornwestheim – HSG Konstanz 33:27 (13:11)

HSG Konstanz: Konstantin Poltrum, Stefan Hanemann (Tor); Fabian Schlaich (3), Benjamin Schweda, Marius Oßwald, Mathias Riedel (4), Kai Mittendorf (2), Simon Flockerzie (3), Matthias Stocker (3), Michael Oehler (2), Paul Kaletsch (3/1), Alexander Lauber (3), Fabian Maier-Hasselmann (2), Tim Jud (2).

Zuschauer: 550.

 

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