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Die Erfüllung eines Traumes, oder: Lettlands Nationalteam ohne Chance gegen HSG Konstanz

Die Erfüllung eines Traumes, oder: Lettlands Nationalteam ohne Chance gegen HSG Konstanz

Das hatte sich die lettische Nationalmannschaft sicher anders vorgestellt. Nach einer Klasseleistung der HSG Konstanz musste sich die Auswahl des Zwei-Millionen-Einwohner-Lands vor einer guten Zuschauerkulisse in der Allensbacher Riesenberghalle dem deutschen Drittligisten mit 26:30 (12:16) geschlagen geben.

 

           Matthias Stocker war kaum aufzuhalten Matthias Faißt trifft aus dem Rückraum

 

Einmal Nationalspieler sein – der Traum jedes ehrgeizigen Sportlers. Oder zumindest Profisportler werden. Im Jugend- und Juniorenbereich hat die HSG Konstanz einige Spieler in ihren Reihen, die diese Erfahrung schon gemacht haben. Rechtsaußen Marc Hafner wurde gar Europameister 2008 und Vize-Weltmeister 2009 mit der DHB-Auswahl. Aber bei den Aktiven? Ein schier unerreichbares Ziel. Vor allem im größten Handball-Verband der Welt (DHB). Bis jetzt. Um die Erfahrung „Länderspiel-Feeling“ – auch im Herrenbereich – sind nun alle Spieler der HSG Konstanz reicher. Möglich machte es ein Testspiel gegen die Nationalmannschaft Lettlands, die sich mitten in der Vorbereitung auf das erste EM-Qualifikationsturnier Ende Oktober bzw. Anfang November befindet und derzeit ein Kurztrainingslager am Bodensee bezogen hat.

 

Dass die Motivation bei der Erfüllung eines Traumes besonders groß ist, stellte auch die HSG Konstanz gegen die Letten unter Beweis. Es wurde sofort deutlich, dass die Konstanzer heiß drauf waren, sich in einem „Länderspiel“ gegen eine Nationalmannschaft beweisen zu dürfen. Nur wenige Minuten hatte es gedauert, bis die HSG ihren großen Respekt vor den körperlich überlegenen Letten abgelegt hatte, dann ging es richtig zur Sache. Nachdem der stetige Ein-Tor-Rückstand endgültig aufgeholt und die HSG beim 7:6 durch einen Tempogegenstoß von Fabian Schlaich unter großem Jubel der Zuschauer erstmals selbst in Führung gehen konnte, war das Eblen-Team endgültig am Drücker. Die gesamte Mannschaft spielte überaus konzentriert, beging über die gesamte Spielzeit kaum Fehler und konnte sich auf die gewohnt sichere, zupackende Defensive vor Max Folchert verlassen. Taktisch, technisch und vor allem spielerisch hinterließ die HSG Konstanz einen hervorragenden Eindruck, ja war den Gästen aus dem Zentrum des Baltikums sogar überlegen.

 

So verzückte die HSG Konstanz die vielen begeisterten Zuschauer mit tollen Toren aus dem Rückraum, viel Spielwitz und tollen Ideen. Lettlands 44-jähriger Trainer Uģim Vikštrēmam war bei seinem Debüt in der neuen Position weniger begeistert von seinem Team. Nach 15 Minuten hatte er schon genug gesehen und machte seinem Ärger beim Stand von 8:7 für den Drittligisten in einer ersten Auszeit Luft. Zwar waren seine 19 berufenen Schützlinge erst am Vortag angereist, hatten am Freitag das erste Mal wieder zusammen trainiert, doch sowohl das Verbands-Management als auch der Trainer sind sich einig: „Die Ziele sollten die höchsten sein, das heißt, wir wollen uns für die EM-Endrunde 2016 qualifizieren“. Er konnte somit nicht zufrieden sein, auch wenn er auf die Akteure aus der ersten Bundesliga wegen der dort ebenfalls in vollem Gange befindlichen Saisonvorbereitung verzichten musste und seine Mannschaft erstmals seit dem letzten WM-Qualifikationsspiel im Januar wieder zusammengekommen war.

 

          Patrick Muturi ist der lettischen Abwehr entwischt Sebastian Groh zeigte erneut seine Klasse und setzt sich erfolgreich durch 

 

Zu überzeugen wusste nämlich nur die ohne den erkälteten Paul Kaletsch angetretene HSG Konstanz. Mit schönen Spielzügen und tollen Toren legte die HSG zum 9:7 vor und ging durch den an das 13:11 anschließenden Zwischenspurt mit 16:12 in die Halbzeitpause. Schon jetzt hatten gerade auch die vielen jungen Spieler im Kader der Konstanzer wie der schnelle Linksaußen Patrick Muturi ihre Klasse demonstrieren und auf sich aufmerksam machen können. Spielmacher Benjamin Schweda (im großen Bild ganz oben) hatte drei Gegenspieler ausgetanzt und ganz alt aussehen lassen, bevor im zweiten Durchgang die Stunde von Linkshänder Felix Krüger geschlagen hatte. Angefangen vom Treffer zum 18:14 schlugen die Würfe des 20-jährigen Talents nun in schöner Regelmäßigkeit – selbst in eigener Unterzahl – mit voller Wucht im Tor des Gegners ein. Und Sebastian Groh zeigte seine Klasse auch gegen die großgewachsene, körperlich sehr robuste lettische Deckung und traf nach 38 Minuten zum 21:17. Diesen Vier-Tore-Vorsprung konnte das Nationalteam Lettlands selbst dann nicht verkürzen, als die HSG in Unterzahl geriet oder Cheftrainer Daniel Eblen zum Ende der abwechslungsreichen Partie noch einmal viele Wechsel vorgenommen hatte (24:20, 45.).

 

           Achtung, aufgepasst! Der linke Arm von Felix Krüger holt aus...und wirft den Ball ins Netz! Simon Flockerzie trifft vom Kreis

 

Lettland, das in der vergangenen WM-Qualifikation den qualifizierten Bosniern bei zwei hauchdünnen Niederlagen mehr als gut Paroli geboten hatte und kurz vor der ganz großen Sensation stand, wirkte nun zusehends frustriert und probierte dem Lauf der Konstanzer mit Härte entgegen zu wirken. Die HSG hingegen versuchte noch mit einem Kempa-Trick zum Erfolg zu kommen – scheiterte dabei jedoch knapp – und steuerte einem nie in Gefahr geratenen Sieg entgegen. Lettland versuchte das Ruder nach dem 27:22 durch den famos aufspielenden Matthias Stocker, der sich in prächtiger Form zu befinden scheint, zuletzt noch mit einer offensiven Deckungsformation sowie einer Manndeckung für den Konstanzer Rückraum herumzureißen. Vergeblich, denn mit dem Schlusspfiff setzte eben jener nicht zu stoppende Mattias Stocker mit einem krachenden, spektakulären Tor den Schlusspunkt zum 30:26 (16:12)-Endstand. Nur noch wenige Sekunden waren zu spielen, da hämmerte er den Ball mit einem direkt ausgeführten Freiwurf unter die Latte des lettischen Tores.

 

Es kann so schön sein, wenn Träume in Erfüllung gehen. Dass dieser zu einem wahrgewordenen Kindheitstraum und keinem Albtraum wurde, dafür haben die Spieler der HSG Konstanz mit einer hervorragenden Leistung selbst gesorgt. Es scheint, als könne die Saison kommen. Wer weiß, welche Träume dort in Erfüllung gehen können…

 

HSG Konstanz: Folchert, Hengst (Tor); Schlaich (3/1), Schweda (1), Groh (5), Riedel (3), Hafner, Mittendorf (1), Flockerzie (1), Stocker (7/3), Faißt (2), Muturi (2), Oehler, Krüger (5), Lauber.

Nationalmannschaft Lettland: Kukša, Ozoliņš (Tor); Kurmēns (5), Ērmanis (5), Borodovskis (4), Dude (4), Straume (3), Trifanovs (3), Veršakovs (1), Kiršteins (1), Lazdiņš, Arājs, Lielais, Glušaks, Dravnieks, Tuminskis.

 

 

Die weiteren Testspiele und Turniere im Überblick (Heimspiele sind hervorgehoben):

 

  • Sonntag, 17. August, ab 11.50 Uhr, Sporthallen im Schulzentrum Bönnigheim: Joker Jeans Stromberg-Cup mit Gruppenspielen um 11.50 Uhr gegen SG Leutershausen (3. Liga Süd), um 13.30 Uhr gegen Leichlinger TV (3. Liga West) und um 15.10 Uhr gegen TuS Fürstenfeldbruck (3. Liga Süd) sowie evtl. Platzierungsspiel gegen GC Amicitia Zürich (Nationalliga A), TV Germania Großsachsen (3. Liga Süd), TSB Heilbronn-Horkheim (3. Liga Süd) oder TSV Friedberg (3. Liga Süd)

 

  • Dienstag, 19. August, 20.30 Uhr, Schänzle-Sporthalle Konstanz: HSG Konstanz – SG Horgen (Nationalliga B)

 

  • Donnerstag, 21. August, 19.00 Uhr, Stäfa: Lakers Stäfa (Nationalliga A) – HSG Konstanz

 

Die ersten Meisterschaftsspiele in der 3. Liga 2014/15 im Überblick (Heimspiele sind hervorgehoben):

 

  • 1. Spieltag: Samstag, 30. August, 19.00 Uhr, Fritz-Erler-Sporthalle Pforzheim: TGS Pforzheim – HSG Konstanz

 

  • 2. Spieltag: Samstag, 6. September, 19.30 Uhr, Wittelsbacher-Halle Fürstenfeldbruck: TuS Fürstenfeldbruck – HSG Konstanz

 

  • 3. Spieltag: Samstag, 13. September, 20.00 Uhr, Schänzle-Sporthalle Konstanz: HSG Konstanz – HBW Balingen-Weilstetten II

 

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