Nach erneutem Sieg gegen Schweizer Erstligisten: HSG Konstanz freut sich auf die Nationalmannschaft Lettlands und hochklassiges Turnier

Abkühlung im Seerhein gab es für die Drittliga-Handballer der HSG Konstanz dieses Mal keine. Die war auch nicht nötig, hatte ein heftiger August-Sturm und Regen doch zumindest für angenehmere Temperaturen in der Halle als zuletzt gesorgt. Zudem war das dem Testspiel gegen die Lakers Stäfa vorangegangene Programm für die HSG Konstanz nicht ganz so kräftezehrend wie letzte Woche. Noch nicht, denn das Spiel gegen den Schweizer A-Nationalligist vom Zürichseeufer war lediglich der Auftakt in ein ähnlich hartes Programm wie zuletzt.

 

Schon am Freitag, 15. August, steht für die HSG ein nicht alltägliches Spiel auf dem Programm. In einem der absoluten Testspiel-Highlights trifft das Team von Daniel Eblen um 20.30 Uhr in der Riesenberg-Sporthalle Allensbach auf die Nationalmannschaft Lettlands (im Bild). Lettland, im Zentrum des Baltikums gelegen, hatte die Europameisterschaft 2014 ebenso wie Deutschland verpasst, konnte in der Qualifikation in der „Todesgruppe“ zusammen mit Kroatien, der Slowakei und Ungarn unter anderem dem späteren EM-Achten Ungarn jedoch immerhin ein beachtliches 25:25-Unentschieden abtrotzen. Jüngst hatte das Zwei-Millionen-Einwohner-Land allerdings mit 4:8 Punkten auch die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2015 verpasst – wiederum ebenso wie Deutschland, das nur dank einer Wildcard doch noch mitwirken darf. Dabei sah sich Lettland lange Zeit auf einem guten Weg, errang zwei Siege zum Auftakt gegen Portugal und Estland. Anschließend folgten dagegen nur noch Niederlagen, sodass man sich hinter den Südeuropäern und WM-Teilnehmer Bosnien-Herzegowina mit Platz drei begnügen musste, obschon die Letten gerade gegen Bosnien bei den beiden hauchdünnen 26:27- und 21:23-Niederlagen ganz nahe an der großen Sensation waren. Ein echter Härtetest also für Konstanz, bei dem Daniel Eblen mit seiner Equipe „gegen einen wohl richtig starken Gegner den nächsten Schritt machen möchte.“ Als Vorspiel bestreitet der Damen-Zweitligist SV Allensbach im Rahmen des 16. Skoda-Cups um 18.30 Uhr das Eröffnungsspiel gegen den Erstligisten HSG Bad Wildungen Vipers. Der Eintritt zu beiden Spielen zusammen kostet 7 Euro für Erwachsene und 5 Euro für Jugendliche/Studenten/Rentner. Dauerkarten besitzen für diese Begegnung keine Gültigkeit.

 

Steigerungspotenzial sei noch genügend da, so Daniel Eblen vor allem in Bezug auf die mit 27:24 (12:13) gewonnene Partie gegen die Lakers Stäfa. „Stäfa war gut und wir haben es viel besser als noch gegen Gossau gemacht“, so der Konstanzer Cheftrainer weiter. Vor allem die Anzahl der technischen Fehler war viel geringer als im ersten Kräftemessen mit einem Klub aus der Schweizer Eliteklasse. Zu Beginn war die Überlegenheit des Konstanzer Kreisspiels augenfällig, denn immer wieder führten die gut ausgeführten Auslösehandlungen zu genügend Platz für Sebastian Groh. Dieser wusste diesen Platz in unnachahmlicher Art und Weise auszunutzen und besorgte die schnelle 3:1-Führung. Stäfa stellte jedoch seine Wurfkraft aus dem Rückraum unter Beweis und glich beim 6:6-Zwischenstand erstmals wieder gegen die sehr defensive 6:0-Abwehr der HSG aus. In der Folgezeit entwickelte sich eine umkämpfte Begegnung, in der die Eidgenossen trotz einer schönen Einzelaktion von Matthias Faißt, der sich gleich gegen mehrere Spieler erfolgreich zum Tor durchgetankt hatte (9:8), mit 11:10 erstmals in Führung gehen und diese bis zur 13:12-Halbzeitführung verteidigen konnten.

 

In Hälfte zwei machte der insgesamt siebenmal erfolgreiche Kreisläufer Sebastian Groh nahtlos da weiter, wo er vor der Pause aufgehört hatte: Mit dem Treffer zum 14:13 hatte er die HSG wieder in Führung gebracht, obwohl sich zwei Gegenspieler an ihm – erfolglos – festgeklammert hatten. Und wie schon im ersten Durchgang hielt Stäfa, das sein Potenzial unlängst bei einer knappen 23:24-Niederlage vor wenigen Tagen gegen den Bundesligisten HBW Balingen-Weilstetten deutlich gemacht hatte, gekonnt dagegen. Nachdem die Führung bis zum 21:21 mehrmals gewechselt hatte und sich kein Team mit mehr als einem Tor absetzen konnte, war es schließlich die HSG Konstanz, die in der Schlussphase über größere Kraftreserven verfügte und von einer gleichmäßigen Belastung auf alle Spieler nach vielen Wechseln profitierte. Zuerst trafen Felix Krüger und Marc Hafner nach einem wunderschönen Spielzug zum 22:21 und 23:21, bevor die HSG endgültig zum 26:21 und 27:22 enteilt war. Selbst in Überzahl gelang es den Schweizern bis zum Schlusspfiff nur noch auf 27:24 zu verkürzen.

HSG Konstanz: Maximilian Folchert, Maximilian Wolf (Tor); Paul Kaletsch (1), Fabian Schlaich (4/3), Sebastian Groh (7), Mathias Riedel (2), Marc Hafner (4/2), Alexander Lauber (2), Simon Flockerzie (1), Matthias Stocker (2/1), Matthias Faißt (1), Patrick Muturi (1), Felix Krüger (2), Kai Mittendorf, Stefan Bruderhofer.

 

Während für viele Spieler sicher das außergewöhnliche Testspiel gegen eine Nationalmannschaft das Highlight der Vorbereitung sein dürfte, so ist für Daniel Eblen der vierte Joker Jeans Stomberg-Cup am Sonntag, 17. August, ab 11.50 Uhr in den Hallen des Schulzentrums Bönnigheim „das Nonplusultra der Vorbereitung“. Der Grund liegt – für den Cheftrainer – auf der Hand: „Wir haben dort viele Spiele gegen ganz starke Mannschaften, wir bekommen viele Spielminuten und können einiges unter Wettkampfbedingungen ausprobieren.“ Beginnen kann er damit zwischen Ludwigsburg und Heilbronn bei zweimal 17,5 Minuten Spielzeit und nur drei Minuten Pause um 11.50 Uhr gegen den Zweitliga-Absteiger SG Leutershausen (in Halle zwei), der in der kommenden Saison damit wieder ein Kontrahent der HSG sein wird, sowie um 13.30 Uhr gegen den auf Platz sechs gelandeten West-Drittligisten Leichlinger TV (in Halle eins). Für diesen tritt unter anderem der kroatische Nationaltorhüter Ante Vukas an. Um 15.10 Uhr steht gegen den bayerischen Meister und Drittliga-Aufsteiger sowie ebenfalls zukünftigen Ligakonkurrenten TuS Fürstenfeldbruck (in Halle zwei) das letzte Gruppenspiel an. Sollte die HSG Platz eins oder zwei erreichen (direkter Vergleich entscheidet bei Punktgleichheit), steht anschließend noch das Finale oder das Spiel um Platz drei gegen den Schweizer Nationalliga A-Klub GC Amicitia Zürich, den TV Germania Großsachsen (3. Liga Süd), TSB Heilbronn-Horkheim (3. Liga Süd) oder den TSV Friedberg (3. Liga Süd) bevor.

 

Vielleicht müssen sich die Spieler dann am Sonntag – besseres Wetter vorausgesetzt – wieder abkühlen, nachdem sie im erneut straffen Programm heiß gelaufen sind… Kühles Nass liegt jedenfalls in Form des Neckars nur wenige Kilometer entfernt. Ob das Plantschen hier genauso viel Spaß macht wie im Konstanzer Seerhein, wird sich zeigen. Zuvorderst in den Bönnigheimer Sporthallen…

 

Die weiteren Testspiele und Turniere im Überblick (Heimspiele sind hervorgehoben):

 

 

 

 

 

Die ersten Meisterschaftsspiele in der 3. Liga 2014/15 im Überblick (Heimspiele sind hervorgehoben):