Markus-Dangers-Emsdetten-Schrei Zum Schreien: Aus der Quarantäne direkt in den Mannschaftsbus! Foto: Sebastian Wolf

2. Handball-Bundesliga:

TV Emsdetten – HSG Konstanz

(Donnerstag, 19.30 Uhr, Ems-Halle)

Live auf www.hsgkonstanz.de/livestream

 

Am 2. Juni darf Zweitligist HSG Konstanz die angeordnete Quarantäne verlassen. Noch am selben Tag muss sie die 650 Kilometer weite Busfahrt nach Emsdetten antreten. Am 3. Juni um 19.30 Uhr soll das wichtige Duell im Abstiegskampf der beiden unmittelbaren Tabellennachbarn angepfiffen werden. Trotz diverser von der Handball-Bundesliga (HBL) und der HSG aufgezeigten möglichen Alternativen kam es zu keinem anderen Spieltermin. HBL-Spielleiter Andreas Wäschenbach teilte schließlich mit, „Kraft Amtes“ sei die Partie aufgrund der fehlenden einvernehmlichen Lösung der Vereine lediglich um einen einzigen Tag verschoben und auf Donnerstag, 19.30 Uhr,  (kostenloser Livestream auf www.hsgkonstanz.de/livestream) angesetzt.

 

Emsdetten kann dann zusätzlich auch schon wieder Zuschauer in der Halle begrüßen. Bei den HSG-Verantwortlichen ist die Enttäuschung über die Entscheidung groß. Erst einen einzigen Tag vor dem so wichtigen Abstiegsduell, am 2. Juni, darf die HSG ihre 14-tägige Quarantäne verlassen und diesen Tag als Reisetag für die rund 650 Kilometer weite Fahrt ins Münsterland nutzen. Dies vor einem der wichtigsten Spiele der Saison und unter der deutlich erhöhten Gefahr schwerer Verletzungen bei den Gästen aufgrund fehlender und eigentlich üblicher, nötiger und geordneter Rückkehr in den Wettkampfbetrieb im Hochleistungssport. Obwohl die Gesundheit der Spieler das „höchste Gut“ sei, wie die HBL selbst stets immer wieder betont.

 

Die Gründe dafür sind für die Konstanzer noch unverständlicher. Die HSG und auch die HBL hatten Emsdetten mehrmals verschiedene neue Spieltermine für das ursprünglich für 2. Juni geplante Duell angeboten, so auch am Wochenende oder Montag beziehungsweise Mitte oder Ende Juni, da beide Mannschaften am kommenden Wochenende ohnehin spielfrei sind. Hallenbelegungen, Impftermine, Impfung der Mannschaft, Verfügbarkeit des Personals wurden von Emsdettener Seite genannt, warum eine Verschiebung lediglich um einen einzigen Tag möglich ist. Ob dem fairen Wettbewerb und dem Gesundheitsschutz der Spieler damit Genüge getan ist, darf bezweifelt werden. „Wir haben Sorge um unsere Spieler. Emsdetten wäre mit einer solchen Vorbereitung auf ein sehr wichtiges Spiel in Konstanz sicher auch nicht einverstanden gewesen“, sagt HSG-Geschäftsführer André Melchert im Hinblick darauf, dass die HBL entgegen ihren ersten Verlautbarungen und Vorschlägen, das Spiel etwa am 7. oder 23. Juni nachzuholen, ohne Rücksprache über Bord warf. „Es gab genug Möglichkeiten, das Spiel zu terminieren, kein Vorschlag wurde angenommen“, so Melchert enttäuscht.

 

Nun gilt die volle Konzentration dem Geschehen auf dem Spielfeld. „Dort wird es jedoch schwer unter den gegebenen Umständen. Hoffen wir, dass alles gut läuft, wir die Punkte holen und alle gesund bleiben“, fügt Melchert an. Das ohnehin schon durch die Tabellenkonstellation, Emsdetten hat 19 Punkte und bereits ein Spiel mehr ausgetragen, Konstanz liegt mit 20 Zählern und einer Partie in der Hinterhand direkt davor, brisante Duell erfährt dadurch weiteren Zündstoff, der weit über den eigentlich angestrebten sportlich fairen Wettkampf hinausgeht. Das Hinspiel ging nach hartem Kampf mit 24:23 an die HSG. Für den Geschäftsführer daher ein Vier-Punkte-Duell, der erklärt: „Wir können die Entscheidung der HBL nicht verstehen.“ Nun gelte es, das eigene Spiel durchzudrücken, wenngleich es die HSG mit einer erfahrenen Mannschaft zu tun bekommt, die im Rückraum mit Sven Wesseling, der nach Bietigheim wechseln wird, und Johannes Wasielewski, der zur HSG Nordhorn geht, sowie Kreisläufer-Kraftpaket Frederic Stüber über viel Qualität und eine kompromisslose, aggressive Abwehr verfügt. Neu an der Seitenlinie steht seit wenigen Tagen mit Sascha Bertow der dritte Trainer des TVE in dieser Spielzeit. Melcherts Kampfansage: „Wir müssen da durch. Unsere Jungs werden für unsere HSG kämpfen.“