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Rostock unter Druck, HSG Konstanz vor weitester Auswärtsfahrt

Rostock unter Druck, HSG Konstanz vor weitester Auswärtsfahrt

Die Balance zwischen Mut in der Offensive und Disziplin in der Abwehr finden: Michael Oehler möchte mit der HSG Konstanz in Rostock den vierten Auswärtscoup der Saison feiern.

 

2. Handball-Bundesliga:

HC Empor Rostock – HSG Konstanz

(Sonntag, 16.30 Uhr, OSPA-Arena)

 

Kurz durchatmen hieß es nach zehn Spielen in der 2. Bundesliga zuletzt bei der HSG Konstanz und Cheftrainer Daniel Eblen. Ein spielfreies Wochenende bot dem Übungsleiter die Möglichkeit, in der ersten Trainingswoche die Schwerpunkte auf den athletischen Bereich zu legen und am Wochenende „mal wieder mehr Zeit mit der Familie zu verbringen.“ Am Sonntag um 16.30 Uhr wartet nun gleich wieder ein heißer Tanz in Rostock auf ihn und seine junge Mannschaft. Der Gastgeber steht dabei mächtig unter Druck, während die HSG eine in Deutschland kaum mehr zu überbietende 1 000-Kilometer-Fahrt vom Boden- an die Ostsee und zurück bewältigen muss.

 

Nicht besonders glücklich findet der HSG-Coach deshalb die Ansetzung am späten Sonntagnachmittag. „Für eine Mannschaft, die keinen einzigen Vollprofi aufbietet, ist das schon heftig“, sagt der A-Lizenzinhaber. „Entweder du nimmst extra Urlaub oder kriechst direkt am Montagmorgen vom Bus zur Uni oder Arbeit.“ Bereits am frühen Samstagmorgen bricht der HSG-Tross Richtung der über 200 000 Einwohner zählenden Ostsee-Metropole in Mecklenburg-Vorpommern auf und wird auf dem Weg im Hotel übernachten, bevor am Sonntag nach gemeinsamer Videoanalyse die letzten Kilometer in die größte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns in Angriff genommen werden.

 

In der Hansestadt wartet auf den Tabellenelften HSG Konstanz einer der traditionsreichsten und erfolgreichsten Handballvereine des Landes. Zwar liegen die Erfolge alle schon eine Weile zurück, doch dafür ist die Liste mit zehn DDR-Meisterschaften, sieben DDR-Pokalsiegen, einem Europapokaltriumph und sogar dem Titel des Vereins-Europameisters umso länger. Dazu kann der HC Empor – erfolgreichster Handballverein der DDR und gemeinsam mit Gummersbach zweiterfolgreichster deutscher Klub hinter dem THW Kiel – auf nun schon 22 Jahre im Bundesliga-Unterhaus blicken. Die Rostocker Zugehörigkeit zur stärksten zweiten Liga der Welt ist augenblicklich allerdings so sehr gefährdet wie wohl nie zuvor. Nach der 23:30-Niederlage am Mittwoch im Derby beim VfL Bad Schwartau haben die Mecklenburger mit 4:18 Punkten die Rote Laterne inne.

 

Daniel Eblen lässt sich davon nicht beeindrucken, sondern verweist auf den sehenswerten Hochgeschwindigkeitshandball mit wurf- und spielstarken Rückraumakteuren der Rostocker, die in der Abwehr sehr flexibel agieren. In Zahlen drückt sich das so aus: drittbeste Offensive der Liga mit 303 Toren aber auch schon 345 Gegentore – die schlechteste Bilanz aller Teams. Dazu kommt großer Druck von der Vereinsführung, die Trainer Robert Teichert ein Ultimatum gesetzt hatte. Zwei Siege aus den nächsten drei Partien – inklusive des bereits verlorenen Derbys – sollten es sein, sonst wird die Zusammenarbeit mit dem Empor-Coach beendet. Für Teichert geht es somit gegen die HSG Konstanz um alles: nur ein Sieg kann ihm den Job vorerst retten.

 

Nicht nur deshalb hat Daniel Eblen großen Respekt vor dem Gegner. „Ich bin mir sicher: das wird alles andere als einfach. Wir werden dort viel Disziplin und den Mut nach vorne mit Bewegungen in die Tiefe benötigen. Die richtige Balance zwischen diesen beiden Komponenten finden zu müssen, die richtigen Entscheidungen zu treffen sowie ein unberechenbarer Gegner macht es so extrem schwer.“  Das mussten zuletzt selbst Spitzenreiter Bietigheim und der Tabellendritte Bad Schwartau erkennen, die vor eigenem Publikum lange große Probleme gegen Rostock hatten. Bietigheim konnte knapp mit 38:35 gewinnen, während Rostock in Lübeck nach einer tollen ersten Halbzeit (11:12) doch noch etwas die Kräfte schwanden.

 

Zu Hause, in der kleinen, sehr engen OSPA-Arena, die lediglich 650 Zuschauern Platz bietet, konnte Rostock immerhin schon zwei seiner fünf Heimpartien für sich entscheiden. Auch gegen Konstanz ist die Halle seit Dienstag ausverkauft. Eblen warnt: „Das Publikum steht voll hinter dem Team, dort herrscht immer eine tolle Stimmung.“ Der A-Lizenzinhaber ist sich aber ebenfalls bewusst: „Der Druck für Rostock ist ungleich höher als auf uns. Empor muss gegen einen Aufsteiger in eigener Halle unbedingt gewinnen. Wir wollen wieder ein gutes Spiel machen, aber ich bin überzeugt davon, dass es wirklich schwer werden wird.“

 

Erfreuliche Nachrichten konnte die medizinische Abteilung indes vermelden. Auch der zuletzt zwei Spiele krank pausierende Leistungsträger Paul Kaletsch ist wieder einsatzbereit. Für Simon Flockerzie wird hingegen erneut Sebastian Bösing als zweiter Kreisläufer neben Chris Berchtenbreiter die lange Reise vom Südwesten in den Nordosten quer durch die Bundesrepublik an die Ostsee antreten. Besonderes Augenmerk müssen die Gäste beim Gegner auf Linksaußen Vyron Papadopoulos legen. Der griechische Nationalspieler ist mit schon 75 Treffern zweitbester Zweitliga-Torschütze.

 

Zur bisherigen Bilanz der HSG Konstanz war dem 42-jährigen Übungsleiter hingen nichts zu entlocken. „Dafür brauche ich eine längere Pause als eine Woche. Ich bin jemand, der stets nach vorne sieht. Die Vergangenheit hilft nicht, wenn ich nach vorne auf unser heftiges Programm sehe.“ Als Axel Kromer, Co-Trainer der deutschen Handball-Nationalmannschaft, dieser Tage aber den Konstanzer Weg ausdrücklich lobte und erzählte, dass er diesen intensiv verfolge und vom Klassenerhalt der HSG überzeugt sei, habe er sich schon gefreut. „Man wundert sich manchmal schon“, erzählt er lächelnd, „dass wir so betrachtet werden. So ein Lob tut dem ganzen Verein gut.“ Zuvor zählt aber nur eines: den maximalen Aufwand und die Strapazen der immens langen Auswärtsfahrt möglichst mit einem weiteren Coup krönen. Es wäre trotz der letzten Begegnungen in Lübeck und Wilhelmshaven bereits der vierte im sechsten Auswärtsspiel. Konstanz liegt in dieser Rangliste somit derzeit auf Aufstiegsplatz Nummer drei.

 

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