Samuel-Wendel-HSG-Konstanz-Dansenberg Steigerte sich wie die ganze Mannschaft mit zunehmender Spieldauer: Linksaußen Samuel Wendel.

Drittliga-Spitzenreiter HSG Konstanz musste beim Verfolger TuS Kaiserslautern-Dansenberg nach schwacher erster Halbzeit eine verdiente 20:24 (7:13)-Niederlage einstecken. In der von den Pfälzern hart geführten Partie konnte Linksaußen Samuel Wendel mit fünf Treffern und einer furiosen Aufholjagd der HSG am Ende dennoch fast noch einmal für Hochspannung sorgen.

 

Im Interview mit HSG-Pressesprecher Andreas Joas benennt der 22-Jährige Österreicher die Gründe für die Torflaute in der ersten Hälfte, lobt die eigenen 70 mitgereisten Fans für ihre fantastische Unterstützung und freut sich auf die sich möglicherweise schon am Samstag, 20 Uhr, im Heimspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen II ergebende Chance auf den vorzeitigen Gewinn der Süddeutschen Meisterschaft.

 

Sam, man hat Euch in der ersten Halbzeit nicht richtig wiedererkannt. Habt Ihr Euch hier zu sehr von der körperlichen Härte des TuS Dansenberg beeindrucken und etwas den Schneid abkaufen lassen?

Schwierig zu sagen. Auf jeden Fall haben sie direkt von Anfang an sehr aggressiv verteidigt. Manchmal vielleicht am Rande der Legalität, dennoch haben wir uns zu sehr davon beeindrucken lassen. Dasselbe mit Torwart Kevin Klier. Natürlich macht der ein super Spiel. Aber ich habe keine Ahnung, was wir da in der ersten Hälfte gemacht haben. Wir haben da verballert, das habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen. Wir haben eine Chance nach der anderen liegenlassen. Sieben Tore in 30 Minuten sprechen für sich. Das kann man nicht machen, auch wenn sie die beste Abwehr der Liga haben. Das war, kurz gesagt, einfach zu wenig.

 

Umso erstaunlicher die Reaktion in der letzten Viertelstunde mit einem 6:0-Lauf und plötzlich wieder etwas Spannung in der Partie. Was war da auf einmal los?

Wir haben uns schon in der Halbzeit vorgenommen, egal wie es am Ende ausgeht, dass wir uns hier nicht abschlachten lassen. Das geht als Tabellenführer, mit so vielen tollen Fans im Rücken, nicht. Wir haben noch einmal alles reingeworfen, was ging. Wir haben Moral gezeigt. Davon können wir uns am Ende nichts kaufen, aber wir haben unter Beweis gestellt, dass wir es doch können. Man hat dann jedenfalls gesehen, was wir zu leisten imstande sind. Das war in der ersten Hälfte nicht so. Das war unter aller Kanone.

 

Am Ende war vielleicht sogar noch etwas mehr drin, wenn Dein Gegenstoß zum 7:0-Lauf und Anschluss bis auf drei Tore reingeht…

… das ist richtig. Unter dem Strich muss man aber sagen, dass wir uns es über die ersten 40 Minuten nicht verdient haben. Es ist uns gelungen, zu zeigen, dass wir auf jeden Fall fähig sind, diese Mannschaft zu schlagen. Wenn wir nur die Hälfte unserer 100-prozentigen Chancen machen, haben wir alle Möglichkeiten, die Partie zu gewinnen. Es wurde am Schluss zwar noch einmal eng, man muss aber auch ganz ehrlich sagen: Wir hatten es nicht verdient, die zwei Punkte zu holen.

 

Schade vor allem für die 70, weit mitgereisten HSG-Fans, die für eine tolle Stimmung gesorgt haben.

Dass wir so schlecht gespielt haben, hat ganz sicher nicht an der mangelnden Unterstützung gelegen. Was wirklich toll war, selbst beim Zehn-Tore-Rückstand: die Fans waren immer auf unserer Seite. Egal was wir für ein Zeug zusammengespielt haben, immer wurden wir weiter nach vorne getrieben und richtig angeheizt, als wir rangekommen sind. Wenn wir heute etwas Positive mitnehmen können, dann, dass unsere Fans immer bedingungslos hinter uns stehen. Das war wirklich stark.

 

Jetzt kommt es am Samstag, 20 Uhr, in der Schänzle-Hölle trotz alledem unter Umständen dennoch zum ersten Matchball zur vorzeitigen Süddeutschen Meisterschaft.

Wir müssen auf uns sehen. Völlig egal, was Dansenberg macht, wir müssen mindestens zwei der letzten fünf Partien gewinnen. Ich erwarte zudem, dass wir zeigen werden, dass das, was in den ersten 40 Minuten war, nicht wir sind. Wir werden richtig Gas geben.

 

Fragen: Andreas Joas

 

Stimmung bei den 70 mitgereisten HSG-Fans nach Schlusspfiff und Interview mit Fabian Schlaich: