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„Lasse mich total von den Emotionen mitreißen und bin genauso heiser wie die Fans“: Samuel Wendel vor Superball

„Lasse mich total von den Emotionen mitreißen und bin genauso heiser wie die Fans“: Samuel Wendel vor Superball

Samuel Wendel, 20-jähriger Linksaußen und Mittelmann der HSG Konstanz, wechselte im vergangen Sommer vom österreichischen Serienmeister HC Hard zur HSG. Der gebürtige Bregenzer studiert Wirtschaftswissenschaften an der mit der HSG zur Förderung des Spitzensports kooperierenden Exzellenzuniversität Konstanz und gehörte zur Jugend-Nationalmannschaft Österreichs.

 

Im Interview mit HSG-Pressesprecher Andreas Joas beschreibt der 1,84 Meter große Österreicher seine Vorfreude auf den Bundesliga-Superball am Samstag, Unterschiede zwischen der heimischen Eliteklasse und der deutschen 2. Bundesliga sowie seine großen Emotionen auf dem Spielfeld bis hin zur Heiserkeit.

 

Sam, am Samstag steigt mit dem Bundesliga-Superball das Saisonhighlight. Es wird Dein erster Superball sein. Kribbelt es schon ein wenig?

 

Ich habe mir schon einiges erzählen lassen, aber wie es wirklich ist, weiß man erst, wenn man tatsächlich dabei war. Ich bin unglaublich gespannt, denn wenn die Stimmung noch besser sein soll als bei den letzten Heimspielen, wo sie schon richtig geil war, dann wird das echte Gänsehautatmosphäre. Ich freue mich riesig darauf.

 

Knistert es auch angesichts der Tabellenkonstellation? Die halbe Liga kämpft um den Klassenerhalt, die HSG mittendrin, und der Gegner Rostock als zehnfacher DDR-Meister, Europapokalsieger und Vereins-Europameister hat einen richtig großen Namen im deutschen Handball, derzeit aber auch große Probleme und ist Schlusslicht.

 

Für uns sind alle Partien wichtig, die Heimspiele natürlich ganz besonders. Außerdem ist für uns jedes Spiel in der 2. Bundesliga ein besonderes Spiel – egal gegen wen. Der Gegner ist da erst einmal nebensächlich, denn in dieser Liga sind ausschließlich große Namen, gute Spieler und Mannschaften vertreten. Dazu gehört auch Rostock.

 

Trotzdem, sind dies die schwersten Spiele, gegen Mannschaften, die hinter einem stehen? Der Gegner kann befreit aufspielen, hat nichts zu verlieren. Kann das gefährlich sein?

 

Wir haben uns ohnehin zum Ziel gesetzt, in jedem Spiel um die Punkte zu kämpfen. Das ist uns auch schon gegen große Favoriten gelungen. Auswärts waren wir dagegen zuletzt weniger glücklich. Wenn die Frage in Richtung vermeintlichem Druck zielt, diesen setzen wir uns in jedem Spiel aus. Wir wollen immer gerne die zwei Punkte holen. Dieses Spiel ist kein spezielles, wir haben als Aufsteiger kein einziges leichtes Spiel. Egal ob es gegen den Ersten oder Letzten geht – das ist jedem klar.

 

Welche Rolle spielt hier die Euphorie und Unterstützung von den stets prall gefüllten Rängen im Hexenkessel Schänzle-Hölle?

 

Das ist unglaublich wichtig. Dies ist ein Wechselspiel, das wir dringend brauchen. Die Stimmung auf der Tribüne ist toll, auf der Bank und auf dem Feld ebenso. Wir pushen uns alle gegenseitig, auch die Spieler, die auf der Tribüne oder neben der Bank sitzen. Alle sind hier mit vollem Herz und voller Leidenschaft dabei, gerade unsere Fans. Und immer, wenn die Stimmung besonders geil war, haben wir gut gespielt und zwei Punkte geholt.

 

Was erwartest Du dann am Samstag von diesem Event und dem Spiel gegen Rostock?

 

(lacht) Genau das: Geile Stimmung und zwei Punkte. Aber man sieht an den letzten knappen Ergebnissen des Gegners, dass sich Empor noch lange nicht aufgegeben hat. Das wird kein leichtes Spiel. Rostock wird bis zum Umfallen kämpfen – wir aber auch. Mit den Leistungen aus den letzten Heimspielen haben wir dennoch gute Chancen, das Spiel zu gewinnen. Aber wir müssen hellwach sein.

 

Vor Deinem Wechsel im vergangenen Sommer nach Konstanz hattest Du eine lange Verletzungspause zu überstehen. Mittlerweile hinterlässt Du einen starken Eindruck bei Deinen Einsätzen. Bist Du schon wieder bei 100 Prozent?

 

Nach dem zweiten Kreuzbandriss ist das schwer zu sagen. Ich weiß schließlich nicht, wo mein maximales Leistungsvermögen liegt, denn mit 20 Jahren bin ich natürlich noch in der Entwicklung. In den letzten Wochen und Monaten ging es unglaublich bergauf. Ich bin mit meinen Fortschritten sehr zufrieden und die Entwicklung verlief wie gewünscht. Wir werden sehen, wohin die Reise hier noch geht. Aber viel besser hätte ich es mir bis hierhin nicht wünschen können. Ich komme zu meinen Einsätzen und bin gesund.

 

Wo liegt der Unterschied zwischen der ersten Liga in Österreich und der zweiten in Deutschland?

 

Das ist schwer zu sagen. Es gibt in beiden Ligen viele Legionäre und Profis und auch in Sachen Entfernungen bin ich weite Fahrten aus Österreich gewohnt. Der große Unterschied liegt sicher in der Ausgeglichenheit der 2. Bundesliga. In Österreich gibt es ein großes Leistungsgefälle nach den ersten fünf Mannschaften. Bei uns kann jeder jeden schlagen, Woche für Woche. Das ist schon verrückt, genauso wie die Tabelle mit nur vier Punkten zwischen Platz neun und 17.

 

Du hast lange sowohl auf Linksaußen als auch auf der Mitte gespielt, kannst beides sehr gut. Was macht mehr Spaß und wo liegen die Unterschiede?

 

Ich spiele nun vornehmlich auf Linksaußen und fühle mich dort sehr wohl. Es macht Spaß, hier mit viel Tempo zu agieren – aber man braucht dafür unbedingt das Team und die Abwehr für die Gegenstöße und das Tempospiel. Man muss gefüttert werden, damit es funktioniert. In Konstanz macht das natürlich besonders Freude mit unserer Deckung. In der Mitte hält man das Spiel hingegen mehr in der Hand, kann eigene Ideen umsetzen und den Körperkontakt suchen. Beides hat seinen Reiz und macht Spaß.

 

Noch neun Spiele sind zu absolvieren. Was stimmt Dich für Samstag und im Hinblick auf das große Ziel Klassenerhalt positiv?

 

Die Stimmung im Team. Es gibt keinen, der nicht an den Klassenerhalt glaubt. Dazu haben wir bereits bewiesen, was wir können – gerade in den Heimspielen – und haben über die Saison gezeigt, dass wir in diese Liga gehören und in ihr bleiben werden.

 

Wenn Du schon die Heimspiel ansprichst. Was ist auswärts anders, sodass gerade in den letzten Wochen fast ausnahmslos nur noch die Heimmannschaften gewinnen?

 

Auswärts ist es schon etwas anders. Beim Heimspiel hat jeder seine Routine, die Fans im Rücken und auch seine persönliche Unterstützung mit dabei. Ich denke schon, dass diese positive Stimmung vor den eigenen Fans eine ganz wichtige Rolle spielt.

 

Gerade Du selbst bist ein sehr emotionaler Spieler. Wie wichtig sind die Emotionen für Dein Spiel, was geht da in Dir vor?

 

Außerhalb der Halle bin ich eigentlich ein relativ ruhiger Mensch. Wenn es aber um Handball geht (lacht), dann bin ich voll im Tunnel und lasse mich total mitreißen von dem Emotionen um mich herum. Das endet damit, dass ich nach dem Spiel genauso heiser bin wie die Fans auch. Der Kopf ist während des Spiels so gut wie leer, man hat in diesem Sport einfach keine Zeit mehr zum Nachdenken. Es passiert alles so unglaublich schnell auf dem Spielfeld, deshalb sind das meiste automatisierte Abläufe, in denen man auf den Gegner reagiert. Wenn man beim Wurf in der Luft ist, sieht man nur noch den Torhüter und man denkt nicht lange nach, was er machen könnte. Man weiß aus dem Video oder vom Beobachten beim Aufwärmen was er machen könnte und der Instinkt sagt mir dann einfach, werfe hierhin oder dorthin. Da wird nicht groß überlegt.

 

Fragen: Andreas Joas

 

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