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Schänzle-Hölle tobt nach Krimi: Erster Heimsieg gegen Nordhorn-Lingen

Schänzle-Hölle tobt nach Krimi: Erster Heimsieg gegen Nordhorn-Lingen

Riesige Freude im Hexenkessel am Schänzle: Mit dem ersten Heimsieg und 6:6 Punkten klettert die HSG Konstanz auf Tabellenplatz zehn.

 

2. Handball-Bundesliga:

HSG Konstanz – HSG Nordhorn-Lingen 24:23 (13:13)

 

Der Bann ist gebrochen: Im dritten Heimspiel nach der Zweitliga-Rückkehr ist der HSG Konstanz der erste Heimsieg gelungen. Vor mehr als 1100 tobenden HSG-Fans konnte die HSG Nordhorn-Lingen nach hartem Kampf mit 24:23 (13:13) bezwungen werden. Mit nun 6:6 Punkten rangiert Konstanz auf Tabellenplatz zehn der 2. Handball-Bundesliga.

 

Selbstvertrauen ohne Ende muss dieser Mann haben. Nur 1,78 Meter groß aber ein Herz, das weit größer zu sein scheint als er selbst. Mehr als 59 Minuten haben sich die HSG Konstanz und die HSG Nordhorn-Lingen einen heißen Abnutzungskampf geliefert, bis dahin ohne Entscheidung. Erst als Spielmacher Tim Jud mit einer Täuschung im Eins-gegen-Eins den Weg zum Tor der Gäste aus Niedersachsen sucht, eröffnet sich die Möglichkeit der finalen Entscheidungsfindung. Siebenmeter für Konstanz. Wo viele Fans längst nicht mehr hinsehen können und mögen, kennt Matthias Stocker keine Nerven. Eiskalt, trocken durch die Beine von Björn Buhrmester zum 24:23 in die Maschen.

 

Die Schänzle-Hölle tobt. Noch 50 Sekunden sind zu spielen – und Nordhorn-Lingen findet kein Mittel gegen die HSG-Abwehr. Auszeit von Gästetrainer Heiner Bültmann – und immer noch 24 Sekunden auf der Uhr. Aber auch danach: Nordhorn findet trotz zusätzlichen Feldspielers die Lücke im massiven Konstanzer Abwehrriegel nicht und muss in letzter Sekunde einen Wurf aus schwieriger Position nehmen – vorbei am Tor. Der Rest war Ekstase pur. Schon drei Sekunden vor dem Abpfiff tanzten die Spieler der HSG Konstanz auf dem Spielfeld wild hin und her. Danach ein Jubelkreis, eine Ehrenrunde und die Humba mit den frenetischen Fans.

 

„Da spielt so viel mit rein“, versuchte sich Konstantin Poltrum hinterher in einer Beschreibung seiner Gefühle, „da ist vor allem pure Freude – und auch ein wenig Erleichterung, dass es nun auch endlich mit einem Heimsieg geklappt hat.“ Lange war der selbstkritische Schlussmann nicht ganz mit seiner Leistung zufrieden, gerade in der Schlussphase war er dann aber auf dem Posten und vernagelte zusammen mit einer extrem intensiv arbeitenden Konstanzer Hintermannschaft das Tor. Poltrum: „Entweder du musst dich auswechseln lassen – oder das Spiel gewinnen.“ Er entschied sich für Möglichkeit zwei.

 

Dabei hatte sich dieser Krimi schon zu Beginn angedeutet. Konstanz startete zwar furios (3:0, 4.), doch Nordhorn kam trotz eines hervorragend aufgelegten Felix Gäßler mit seinen ersten drei Zweitliga-Toren der Saison nach 24 Minuten erstmals zum Ausgleich (10:10). Bis dahin hatte sich die HSG vom Bodensee mit einer leidenschaftlichen Vorstellung leichte Vorteile erspielt. Nordhorn konterte die meist mit viel Aufwand und spielerisch guter Leistung herausgespielten Treffer immer wieder mit einfachen Tore aus dem Rückraum, sodass Chris Berchtenbreiter nach einer Auszeit von HSG-Trainer Daniel Eblen zwar zum umjubelten 13:12-Führungstreffer kurz vor der Pause kam, Nordhorn-Lingen aber mit der Sirene durch einen verwandelten Abpraller noch zum 13:13 ausgleichen konnte.

 

Den Schwung der letzten Sekunden aus Durchgang eins brachten die Gäste von der niederländischen Grenze dann auch mit aus der Kabine. Drei Treffer in Folge und die Mannschaft von Heiner Bültmann führte erstmals selbst: 17:14. „Wir haben alles reingeworfen und gut gespielt, wir mussten uns heute einfach belohnen“, strahlte Mathias Riedel. Er selbst war es, der mit großer Umsicht seine Mitspieler ordnete, gut einsetzte, voranging und immer wieder wichtige Impulse lieferte. Während Nordhorns auffälligster Akteur Jens Wiese wenige Minuten zuvor für einen Zwischenspurt seiner Mannschaft sorgte, so tat es ihm nun Riedel für die Konstanzer gleich. Nach 38 Minuten also erneut alles auf Anfang, Riedel, Schlaich und Stocker egalisierten den Vorsprung der Gäste (17:17, 39.).

 

Danach ging es hin und her: Nordhorn legte vor, Konstanz zog nach, bis zum 20:20. Noch einmal setzte sich der ehemalige Europapokalsieger mit zwei Toren ab, nur um dann viereinhalb Minuten später wieder zurückzuliegen. Es knisterte in der stimmungsvollen Schänzle-Hölle. „Ich glaube heute war einfach der letzte Push der Zuschauer, der sich vor allem noch einmal in den letzten Minuten auf uns übertragen hat, entscheidend“, sagte Matthias Stocker. Ohrenbetäubender Lärm begleitete schließlich die letzten Minuten im Konstanzer Hexenkessel vor erneut mehr als 1100 fanatischen HSG-Fans die Einwechslung und den Siebenmeter des kleinen HSG-Spielmachers, sein Tor und die Sekunden bis zum ersten Heimsieg in der 2. Bundesliga seit 2004.

 

„Eine geile Mannschaftsleistung“, frohlockte Mathias Riedel nach Abpfiff müde, aber glücklich. „Wir erhöhen am Ende das Tempo noch einmal, Stocker macht den Siebenmeter eiskalt rein, Tim lenkt das Spiel hervorragend, Felix gibt mir Luft zum Atmen und macht ein super Spiel – und jetzt ist es einfach toll, mit unserer jungen Mannschaft zusammen mit unseren tollen Fans feiern zu können.“ Entscheidend für den Rückraum-Strategen: Unermüdlicher Kampf- und großer Teamgeist, auch und gerade bei Fehlern und in schwierigen Situationen.

 

HSG Konstanz – HSG Nordhorn-Lingen 24:23 (13:13)

 

HSG Konstanz: Konstantin Poltrum (12 Paraden), Patrick Glatt (Tor); Fabian Schlaich (1), Gregor Thomann (1), Mathias Riedel (6), Simon Flockerzie (3), Matthias Stocker (2/1), Michael Oehler, Paul Kaletsch (2), Felix Krüger, Fabian Maier-Hasselmann (1), Felix Gäßler (3), Tim Jud (2), Chris Berchtenbreiter (3).

Trainer: Daniel Eblen

 

HSG Nordhorn-Lingen: Fabian Kaleun, Björn Buhrmester (13 Paraden), Nicky Verjans, Pavel Mickal (1), Patrick Miedema (4), Yannick Fraatz, Jürgen Rooba, Alexander Terwolbeck (2), Luca de Boer (1), Jens Wiese (7), Björn Madsen (2), Seidel (6/3).

Trainer: Heiner Bültmann

 

Schiedsrichter: Kern/Kuschel

 

Zuschauer: 1100.

 

Strafminuten (min): 6 Min. (Berchtenbreiter (35.), Stocker (43.), Riedel (43.)) – 4 Min. (de Boer (11.), Verjans (39.))

 

Siebenmeter (T/V): 1/3 (Thomann (9.) und Kaletsch (45.) scheitern an Buhrmester) – 3/4 (Seidel scheitert an Poltrum (43.))

 

Diese Emotionen in der letzten Minute und danach...:

 

Videointerview Tim Jud:

 

Highlights und Videozusammenfassung:

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