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Selbst geschlagen beim „Fürstenfeldbrucker Tag des Handballs“

Selbst geschlagen beim „Fürstenfeldbrucker Tag des Handballs“

Handball 3. Liga:

TuS Fürstenfeldbruck  HSG Konstanz 33:26 (13:9)

Nach gutem Beginn präsentiert sich die HSG Konstanz völlig von der Rolle.

Unglaubliche Anzahl an technischen Fehlern ebnet den Gastgebern den Weg zum siegbringenden Tempospiel.

 

Im Bild oben: Der TuS Fürstenfeldbruck mit dem fünfmal erfolgreichen Johannes Stumpf obenauf, nur selten konnte die HSG, wie hier Paul Kaletsch, die Bayern stoppen.

 

Es war so ein Tag, an dem es wenig Grund zur Freude für die HSG Konstanz gab und einfach nichts zusammenlaufen wollte. Gegen einen couragierten Kontrahenten mit viel Euphorie im Rücken unterlag die HSG nach gutem Beginn und anschließend schwacher Leistung letztlich deutlich mit 26:33 (9:13). „Mit 20 technischen Fehlern kannst du kein Spiel gewinnen“, stellte Co-Trainer Andre Melchert, der den bei einem Lehrgang zum Erhalt seiner A-Lizenz weilenden Cheftrainer Daniel Eblen vertrat, nach der Partie enttäuscht fest.

 

Am Samstag wurde beim „Tag des Handballs“ in der Frankfurter Fussball-Arena mit 44.189 Zuschauern ein neuer Besucher-Weltrekord aufgestellt, der auch die Heimmannschaft der Rhein-Neckar Löwen gegen den HSV Hamburg zum Heimsieg beflügelte. Recht ähnlich ging es am gleichen Tag beim bayerischen Meister TuS Fürstenfeldbruck zu. Vor der heiß ersehnten ersten Drittliga-Partie nach drei Jahren Abstinenz spielten die Traditionsmannschaften TSV Unterhaching und TSV Trudering in Fürstenfeldbruck. Es sollte der „Tag des Münchener Handballs“ werden. Und es wurde der Tag des Münchener, vor allem aber des Fürstenfeldbrucker Handballs. Der TuS präsentierte sich bis in die Haarspitzen motiviert, voller Euphorie und mit einem begeisterten Umfeld. Die Halle war mit 650 Zuschauern nahezu ausverkauft. „Eine neue Liga ist wie ein neues Leben“ – ähnlich dem Schlager-Klassiker von Jürgen Marcus hatte die ganze Region München nur auf den Tag gewartet, an dem man sich wieder auf der „großen Drittliga-Bühne“ präsentieren konnte. Fürstenfeldbruck machte diesen Tag für sich zu einem Festtag, zeigte sich von Beginn an voller Leidenschaft und Spielfreude und ließ sich von seinem begeisterten Publikum beflügeln.

 

Dabei schien die HSG Konstanz in den ersten Minuten die hitzige Atmosphäre in einer stickigen Halle, in der von Beginn an „dicke Luft“ herrschte, etwas abkühlen zu können. Konstanz war es, das zunächst immer wieder ein Tor vorlegen, beim 4:2 nach acht Minuten sogar erstmals mit zwei Treffern in Führung gehen konnte. Drei Minuten später war der Vorteil für die HSG allerdings schon aufgebracht – 5:5. Nach 14 Minuten war die Partie gedreht und Fürstenfeldbruck gelang es selbst, mit zwei Toren die Führung zu übernehmen (7:5). Noch war das Spiel recht ausgeglichen, doch schon jetzt offenbarten sich eklatante Mängel vor allem im Offensivspiel der Konstanzer, die es den Gastgebern ermöglichten, ihre Anfangsnervosität schnell abzulegen. Weder das Tempo, noch die Passgenauigkeit stimmte und die zündenden Ideen fehlten. Bereits jetzt wurden viele Unkonzentriertheiten und technische Fehler zu einem Handicap für die HSG Konstanz, das Fürstenfeldbruck gewinnbringend für sich auszunutzen wusste. Dazu kamen ebenso unnötige wie unverständliche Fehler, die doppelt bestraft wurden. Beispielhaft dafür steht eine Szene, in der die HSG frei vor dem Torwart scheiterte, sich den Abpraller sichern konnte, dann jedoch ein Offensivfoul beging und sich anschließend durch falsches Ablegen des Balles auch noch eine Zeitstrafe einfing. „Das haben wir uns genauso vorgestellt“, meinte ein nach dem gelungenen Drittliga-Einstand rundum zufriedener TuS-Trainer Martin Wild, „wir sind als richtiges Team aufgetreten, waren heiß, hatten einen guten Torwart und konnten unser Tempospiel aufziehen.“

Da war noch alles in Ordnung: Jubelnde Auswechselbank der Konstanzer mit Matthias Stocker (Nr. 10) nach dem 5:3-Führungstreffer

Gerade dieses Tempospiel bereitete Konstanz enorme Probleme. Über die erste und zweite Welle hebelte der TuS die im Positionsangriff sicher stehende 6:0-Abwehr nach den vielen Fehlern im Spielaufbau der HSG aus. So hatte die Defensive keinen leichten Stand, da in der Vorwärtsbewegung immer mehr die Sicherheit und das Selbstvertrauen fehlten. Die Abwehrformation der Bayern agierte sehr offensiv und störte das Aufbauspiel der HSG schon sehr früh. Mit einer aggressiven, sehr beweglichen und sehr flexibel agierenden Deckung, die immer wieder ihre Formation änderte und zum Teil mit doppelter Manndeckung gegen den Konstanzer Rückraum agierte, provozierte sie die HSG zu vielen Fehlern oder Abschlüssen aus weniger guten Positionen. Und selbst wenn einmal der Weg zum Tor gefunden wurde, scheiterte die HSG immer wieder am gut aufgelegten kroatischen Neuzugang Dubravko Grgic im TuS-Tor – und vergab sogar drei Siebenmeter.

 

Andre Melchert versuchte viel, um seinem Team neue Ideen einzuhauchen und den Umschwung doch noch herbeizuführen. Allein, es half alles nichts. Weder frühe Auszeiten (16., 26. und 40.), noch die Umstellung auf eine 5:1-Abwehr und zwei Kreisläufer, später eine offene Deckung, Torwartwechsel und sogar der Versuch mit Simon Flockerzie als Spielmacher zu agieren, konnte den Rückstand der HSG, der nach dem 10:13 kurz nach der Halbzeit immer weiter auf 14:20 angewachsen war (40.), verringern. In der 48. Minute bahnte sich gar ein noch größeres Debakel an, nachdem die HSG mit neun Treffern ins Hintertreffen geraten war (17:26) und selbst aus einer doppelten Überzahl kein Kapital geschlagen hatte. In den letzten Minuten wurde der Abwärtstrend zumindest etwas gestoppt, denn es musste nicht mehr so hart für Torerfolge gearbeitet werden wie zuvor und es gelangen einige einfache Tore – allerdings ebenso wie auch dem TuS, meist im direkten Gegenzug nur wenige Sekunden später.

 

26:33 verkündete die Anzeigetafel erbarmungslos, als die Schlusssirene ertönte und die HSG Konstanz von ihrem wahrgewordenen Albtraum erlöste. Die Spieler des TuS Fürstenfelbruck hüpften jubelnd und brüllend durch die Halle und konnten ihr Glück kaum fassen, Konstanz hingegen schlich bedröppelt und enttäuscht von der Platte. Spaß hatte der Tag des Handballs in Fürstenfeldbruck nur den Gastgebern bereitet. Die Nebenrolle für die Gäste war eine bittere. Wieder einmal wurde es somit nichts mit einem guten Saisonstart für die HSG, die sich erst zum zweiten Mal den Bayern geschlagen geben musste. Der Start in die neue Liga für den TuS hingegen konnte wohl nicht besser sein, der erste Spieltag zurück in der 3. Liga wurde ihr Tag – und wahrlich kein Tag des Konstanzer Handballs.

 

„Fürstenfeldbruck konnte durch unsere vielen Fehler das gefürchtete Tempo aufnehmen, wir wussten was auf uns zukommt, dass wir bei einem guten Aufsteiger antreten müssen. Wir haben niemanden unterschätzt, hatten Respekt, sind aber kaum durch die Abwehr durchgekommen und ansonsten oft am Torwart hängen geblieben. Durch unsere vielen Fehler und die Konter des TuS waren wir vielleicht irgendwann verunsichert, doch ein Team wie wir muss das selbst kontern können“, so Andre Melchert im Nachgang. Am kommenden Samstag um 20 Uhr empfängt die HSG Konstanz nun den Bundesliganachwuchs des HBW Balingen-Weilstetten – eine Mannschaft, die ebenso den Tempohandball liebt und technisch gut ausgebildet ist. Andre Melchert setzt deshalb darauf, „dass das Team im Angriff wieder klaren Kopf bewahrt“. Zuvor soll die vergangene Niederlage aufbereitet und viel geredet werden. „Gegen Balingen müssen wir eine andere Leistung abrufen und unsere Fehlerquote drastisch senken“, so der Co-Trainer weiter.

 

HSG Konstanz: Wolf, Folchert (Tor); Kaletsch (2), Schlaich (7/4), Groh (6), Riedel (1), Hafner (3/2), Mittendorf, Flockerzie (3), Stocker (1), Faißt (2), Muturi, Krüger, Lauber (1).

Zuschauer: 650

 

 

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