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„Nicht in Euphorie baden“: Spitzenreiter HSG reist hochkonzentriert nach Neuhausen

Fabain-Wiederstein-HSG-Konstanz-Willsttt-Schrei Freut sich auf ein "Heimspiel" in Neuhausen, zehn Minuten von seiner Heimat entfernt: HSG-Kreisläufer Fabian Wiederstein.

3. Liga:

TSV Neuhausen/Filder – HSG Konstanz

(Samstag, 19.30 Uhr, Egelsee-Sporthalle)

 

Nach neun Siegen in Folge reitet Drittliga-Spitzenreiter HSG Konstanz auf einer großen Euphoriewelle. Nur einer reitet nicht mit: Trainer Daniel Eblen. Trotz 22:4 Punkten, trotz 34:21-Gala im letzten Heimspiel vor knapp 1100 Fans gegen den TV Willstätt, trotz beeindruckender Erfolgsserie. Sein Fokus ist bereits auf das nächste schwere Auswärtsspiel beim TSV Neuhausen/Filder gerichtet, zu dem die HSG mit mindestens 50 Fans im bereits frühzeitig ausgebuchten Fanbus reisen und dort weitere Unterstützung von Fabian Wiedersteins Privat-Fanclub bekommen wird.

 

Es ist diese Art, die ihm oft als Understatement vorgeworfen wird. In Wirklichkeit steckt großer Respekt vor dem Gegner dahinter. Und natürlich das Wissen, dass seine Mannschaft stets der Gejagte ist, gegen den alle Teams ganz besonders motiviert sind. Auch beim TSV Neuhausen/Filder freut man sich auf den Tabellenführer. Als einfachstes Spiel der Saison wird dort das Duell mit der HSG Konstanz gesehen. „Konstanz hat alles, um die Liga zu gewinnen“, sagt TSV-Trainer Eckard Nothdurft über die HSG, „ihre große Stärke ist, dass sie keine Schwäche haben. Mein Kollege Daniel Eblen verfügt über die beste Mannschaft und ich bin mir sicher, dass sie der letzte Tabellenführer sein wird, den wir in dieser Saison in der Egelseehalle begrüßen dürfen.“

 

Groß ist die Freude über Platz eins am Bodensee, zuletzt zauberte die HSG gar förmlich gegen Willstätt. Auch dazu bleibt Daniel Eblen nüchtern – zumindest teilweise. Denn wenn er als Übungsleiter stets die Analyse im Hinterkopf hat und wenig Wert auf spektakuläre Aktionen legt, die die Fans zuletzt verzückten, so hat ihm seine Mannschaft dennoch einige Freude bereitet. „Man geht als Trainer weniger emotional ran“, erklärt er, lächelt aber sogleich und fügt an: „Dass wir jedoch sehr wenige Fehler machen, dabei dennoch hohes Tempo spielen und mit guten Abschlüssen sehr effizient waren, dazu eine sehr gute Abwehr gestellt und kaum leichte Gegentore zugelassen haben, begeistert auch den Trainer.“ Im gleichen Atemzug schiebt er jedoch sofort hinterher, dass man trotz toller letzter Wochen, die viel Spaß gemacht haben, „nicht übermäßig euphorisiert sein muss. Die Jungs machen das toll“, lobt er zwar, doch der 44-Jährige stellt auch klar, dass man wisse, wie schwer so etwas konstant durchzuziehen sei. Eblen: „Bei uns wird keiner in Euphorie baden. Es gilt, die gleiche Konzentration wie in den letzten Wochen zu zeigen.“

 

Denn Neuhausen/Filder schätzt er mit seinem Tempospiel und der offensiv ausgerichteten, beweglichen und variablen 3:2:1- oder 5:1-Deckung als sehr gefährlich ein. Es mag auf den ersten Blick verwunderlich sein, dass der HSG-Coach dabei die Defensive des Gegners ausdrücklich nicht ausnimmt. 406 Gegentore bedeuten aktuell die meisten der Liga. Eblens Erklärung: „Neuhausen geht ein unglaublich hohes Tempo im Angriff und über die schnelle Mitte. Dadurch kommt es zu sehr, sehr vielen Angriffen und Toren auf beiden Seiten. Die vielen Gegentore sind deshalb nicht auf eine schwache Defensive zurückzuführen, im Gegenteil.“ Neben einigen Größen wie etwa Hannes Grundler, mit 75 Treffern derzeit viertbester Torjäger der Liga, machen vor allem einige sehr talentierte Kräfte in Neuhausen auf sich aufmerksam. Wie Louis Mönch, der mit 65 Toren ligaweit Rang acht belegt. „Da sind viele junge Talente dabei“, hebt Eblen hervor, „die sich in Neuhausen gut entwickeln.“

 

Dies liegt sicher auch an der Handschrift von Neu-Trainer Eckard Nothdurft, der zuvor lange Jahre beim VfL Pfullingen und dem HBW Balingen Weilstetten sehr erfolgreich gewirkt hat. Überhaupt ist das Verhältnis der beiden Trainer vor einem der zahlreichen direkten Aufeinandertreffen von großem Respekt geprägt. „Was Daniel Eblen seit zwei Jahrzehnten in Konstanz macht, hat Hand und Fuß, außerdem muss man großen Respekt davor haben, was auf allen Ebenen im Verein geleistet wird“, sagt Nothdurft. Eblen freut sich auf ein Wiedersehen mit einem Kollegen, mit dem er schon „so mache Schlacht geschlagen hat. Das ist dann immer eine nette Geschichte, sich wiederzusehen.“ 60 Minuten wird allerdings nicht nur diese Verbindung keine Rolle spielen, denn Nothdurft ist immer wieder für besondere taktische Überraschungen bekannt. „Er hat, egal, wo er war, stets nachhaltigen Erfolg gehabt“, sagt der Konstanzer über sein Gegenüber. „Das wird auch in Neuhausen so sein.“

 

Gegen die HSG Konstanz soll dies aber nicht der Fall sein. Dafür wollen mindestens 50 mitreisende Fans sorgen. „Toll“, freut sich der HSG-Verantwortliche, „dass man auch auswärts so unterstützt wird. Das gibt ein gutes Gefühl und hilft uns auf dem Spielfeld.“ Ebenso wie der Privat-Fanclub von Fabian Wiederstein, der unweit seiner Heimat eine stattliche Anzahl weiterer HSG-Schlachtenbummler mitbringen wird. „Ich freue mich sehr auf das Spiel“, blickt Wiederstein voraus. „Es werden, zehn Minuten von Zuhause, viele Freunde da sein. Dazu der volle Fanbus, Wahnsinn.“ Sein Trainer fordert einen schnellen Handball und vor allem im Kopf eine große Beweglichkeit, um die Hürde Neuhausen überspringen und Sieg Nummer zehn hintereinander sichern zu können. Dann wäre selbst der A-Lizenzinhaber wieder begeistert von seiner jungen Mannschaft.

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