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„Unfassbar geiles Gefühl“: Stefan Hanemann brilliert bei Comeback und freut sich auf Superball

„Unfassbar geiles Gefühl“: Stefan Hanemann brilliert bei Comeback und freut sich auf Superball

Hat nach neun Monaten Leidenszeit endlich wieder Grund zur Freude: Junioren-Nationaltorwart Stefan Hanemann.

 

Die 36. Spielminute des Auswärtsspiels der HSG Konstanz beim EHV Aue, sie wird Junioren-Nationaltorwart Stefan Hanemann vermutlich für immer in Erinnerung bleiben. Als der Moment, in dem seine zweite Handball-Karriere begann. Neun lange Monate war er, nach einer Patellaluxation, bei der das Innenband und der Knorpel beschädigt wurden und operiert werden mussten, zum Zusehen verdammt. Eine unfassbar lange Zeit im schnelllebigen Sportgeschäft. In Aue feierte er nicht nur sein Zweitliga-Debüt, sondern auch das – fast – perfekte Comeback, einen Neustart wie er selbst sagt.

 

„So krass war das gar nicht in dem Moment“, beschreibt der 21-Jährige den Augenblick, als ihm HSG-Cheftrainer Daniel Eblen bedeutete, dass er gleich zu seinem ersten Einsatz nach fürchterlich langer Leidenszeit kommen wird. „Ich war schon etwas aufgeregt, habe mich aber voll auf das Spiel fokussiert. Ich wollte der Mannschaft einen neuen Impuls geben und meinen Teil zum Erfolg beitragen.“ Nur wenige Sekunden stand er auf dem Spielfeld, lockerte sich – und hatte direkt ein gutes Gefühl. Kurz darauf der Gänsehautmoment für den talentierten Keeper: Direkt den allerersten Wurf auf sein Tor kann er nicht nur abwehren, sondern auch noch festhalten. Im Sitzen schickte er sofort HSG-Kapitän Fabian Schlaich mit einem millimetergenauen Pass über fast das gesamte Spielfeld auf die Reise und dieser bedankte sich mit dem Tor zum 15:22. Eine Rückkehr und ein erstes Zweitliga-Spiel wie im Traum. Denn: Nach einem Gegentor war Hanemann erneut zur Stelle und parierte einen freien Wurf aus nächster Distanz.

 

Phillip Jungemann war es, der nach einem tollen Pass völlig frei vom Kreis vor Hanemann auftauchte. Die Halle tobte und hatte bereits den Torschrei auf den Lippen. Drei schnelle Schritte nach vorne, ein Sprung, eine Finte und zuerst das rechte, dann das linke Bein blitzschnell nach oben, auf Gesichtshöhe – und die Halle verstummte. Hanemann: „Alle Hände sind schon oben, die Halle feiert und plötzlich merkst du, wie alle Hände wieder runtergehen und es mucksmäuschenstill wird. Keiner feiert mehr – das ist nur noch geil.“ Da waren sie wieder, die 1,98 Meter, die Stefan Hanemann mit viel Ruhe und gutem Stellungsspiel für ganz starke Paraden nutzt.

 

Es sind diese Momente, drei weitere Paraden sollten bis zum Spielende folgen, die den bei der HSG Wetzlar groß gewordenen Keeper hinterher strahlen lassen. „Ich habe das erst auf der Rückfahrt im Bus alles langsam realisiert“, sagt er, nachdem er zuvor zum Spieler des Spiels auf Konstanzer Seite auserkoren wurde. 31 Prozent Abwehrquote und teils spektakuläre Aktionen bei seinen fünf gehaltenen Würfen waren eine tolle Bewerbung, obwohl das Spiel in den letzten Minuten angesichts des Spielverlaufs sicher keines für Torhüter war und die Abwehrreihen längst nicht mehr so intensiv zu Werke gingen wie zuvor. „Im Bus habe ich dann gedacht: Wow. Neun Monate warst du nun weg – und heute geht es nahezu ohne Anlauf zurück und du fühlst dich mental und körperlich fit. Das freut mich sehr.“

 

Kurzzeitig konnte er mit seinen Aktionen der HSG Konstanz neue Euphorie und neuen Schwung einhauchen, doch die an diesem Tag viel zu schwache Chancenverwertung im Angriff verhinderte mehr, als eine kurze Aufholjagd bis auf sechs Tore. Das war dann auch der Schönheitsfehler an seinem gelungenen Comeback, der den talentierten Schlussmann wie alle anderen Konstanzer ärgerte: „Heute noch ein Sieg und besser hätte es nicht sein können. Aber diese Niederlage stört extrem, weil sie so unnötig war. Wir haben uns mit vielen Fehlern selbst um unsere Siegchance gebracht. Hier wäre mehr drin gewesen.“

 

Ganz der ehrgeizige Sportler, der sofort auf die nächste Herausforderung brennt, freut sich der Modellathlet jetzt schon auf den Bundesliga-Superball am Samstag, wenn die HSG Konstanz ein wichtiges Spiel gegen den ehemaligen Europapokalsieger und zehnfachen DDR-Meister HC Empor Rostock bestreitet. „Der Superball ist immer ein geiles Event – das darf keiner verpassen. Unser Hexenkessel kocht hier noch einmal ein wenig mehr als ohnehin schon immer. Das macht unglaublichen Spaß“, sagt der Sport- und Russischstudent, der gerade ein Praktikum an einer Schule absolviert und angesichts seiner langen Pause nicht hadert, sondern davon spricht, dass sie ihn noch stärker gemacht habe. „Ich musste länger als vermutet warten, aber ich denke, dass diese Erfahrungen mich nicht nur als Persönlichkeit, sondern auch handballerisch, vor allem im Stellungsspiel, weitergebracht haben.“

 

Nicht nur von Trainer Daniel Eblen, der ihm eine „sehr gute Leistung“ bescheinigte,  und den für die Spielerwahl in Aue Verantwortlichen erhielt er dafür viel Lob, auch Paul Kaletsch sagte stellvertretend für die Mannschaft: „Eine super Geschichte nach seiner Leidenszeit, zumal Stjopa immer jemand ist, der sehr heiß ist und sehr viel will. Er ist ein geiler Charakter für eine Handball-Mannschaft und es freut uns sehr. Schön, dass er wieder zurück ist und uns helfen kann.“ Helfen im knallharten Abstiegskampf der 2. Handball-Bundesliga, vor dessen Endphase Stefan Hanemann nicht bange ist. „Wir haben bewiesen, dass wir immer unsere Chancen haben. Wir haben es selbst in der Hand und dazu ein gutes Restprogramm.“ Fünf Heimspiele weißt der Spielplan der HSG noch aus. „Ich möchte mit meinen Paraden nun meinen Input geben. Wir müssen alle an unsere Grenzen gehen, aber dann bin ich fest vom Klassenerhalt überzeugt.“

 

Dieser steht für den taltentierten Keeper über allem. Danach hat er aber auch die Hoffnung auf eine Einladung zu einem Lehrgang der Junioren-Nationalmannschaft vor der Weltmeisterschaft im Sommer in Algerien nicht aufgegeben. „Ich möchte beweisen, dass ich noch da bin und habe Bock darauf, mich zu zeigen. Wenn ich gebraucht werde, bin ich da.“ Vorher gibt es am Samstag wieder Kartoffeln mit Fisch zum Mittagessen, wie immer vor Spielen. „Alleine das hat sich schon super angefühlt“, so Hanemann. Es sind Kleinigkeiten, über die er sich wieder freut. Selbst am Samstagmorgen um 4 Uhr auf der Fähre nach der Rückkehr aus Aue mit einer Niederlage im Gepäck. Froh, wieder zurück in Konstanz zu sein, froh, wieder auf dem Spielfeld zu sein und froh, seinen „Jungs“ wieder helfen zu können. Ein erstes Happy End. Für das große arbeitet er weiter hart – jeden Tag. Keine gute Nachricht für die Schützen der Zweiten Liga aber eine, die in Konstanz für zusätzlichen Auftrieb vor der heißen Endphase der Saison sorgt.

 

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