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„Über kleines Märchen gefreut wie ein kleines Kind“: Stefan Hanemann zurück im U21-Nationalteam

„Über kleines Märchen gefreut wie ein kleines Kind“: Stefan Hanemann zurück im U21-Nationalteam

Was für Emotionen: Neun Monate Leidenszeit, dann bärenstarkes Comeback und nun zurück in der DHB-Auswahl. Stefan Hanemann hat wieder jede Menge Grund zu jubeln.

 

Es war während der Behandlung bei HSG-Physiotherapeut Marc Götz, als Torwart Stefan Hanemann die frohe Kunde erhielt. Im E-Mail-Postfach des 21-Jährigen: Die Einladung zu einem Lehrgang und internationalen Turnier der deutschen Junioren-Nationalmannschaft. Von 1. bis 2. Mai findet der Lehrgang in der Sportschule der Bundeswehr in Warendorf statt, von 3. bis 7. Mai nimmt die DHB-Auswahl dann an einem Turnier in Frankreich teil.

 

„Im ersten Augenblick war ich geschockt“, erzählt Stefan Hanemann von dem Moment, an den er lange nicht mehr zu glauben gewagt hatte. „Ich habe gelesen: Einladung zur Nationalmannschaft. Geil! Ich habe dann meinen Namen auf der Reserveliste gesucht – und ihn nirgends gefunden.“ Kurze Verwirrung, dann die große Überraschung: Er gehört als einer von nur zwei Torhütern dem 14-köpfigen Stammkader der U21-Nationalmannschaft an. „Das gibt’s nicht. Ich habe es geschafft und ich bin wieder zurück“, jubelte der talentierte Schlussmann nach neun Monaten Verletzungspause – in denen er in den ersten drei Monaten nicht einmal richtig laufen konnte – und wurde von seinen Gefühlen übermannt. Im nebenan gelegenen Kraftraum trainierte gerade Kreisläufer Sebastian Bösing – bis er von den Schreien des Torwarts aufgeschreckt wurde und herbeieilte. Hanemann: „Er war einer, der mich immer besonders unterstützt hat. Dann kamen die ersten Glückwünsche und ich habe mich einfach riesig gefreut. Bei meiner Knieverletzung habe ich aus Enttäuschung geweint wie ein kleines Kind, jetzt habe ich mich gefreut wie ein kleines Kind. Es war überwältigend und es macht mich schon ein bisschen stolz.“

 

Die Hoffnung beim 1,96 Meter großen Hünen war zwar da, sich noch vor dem Lehrgang mit guten Leistungen zeigen und anbieten zu können, planbar war dies jedoch nicht. Erst eine berufliche Verpflichtung von Patrick Glatt bescherte ihm ein überraschendes Comeback in Aue. Vier Spiele konnte der Zweitliga-Neuling nun im Bundesliga-Unterhaus absolvieren, viermal konnte er dabei mit bärenstarken Leistungen brillieren. 31, 37, 29 und am Sonntag beim sensationellen 29:28-Heimsieg der HSG Konstanz gegen den bisherigen Tabellendritten Rimpar sogar unglaubliche 52 Prozent der Würfe konnte er parieren. „Das waren schöne Ausrufezeichen nach meiner langen Leidenszeit“, so der Sport- und Russischstudent. „Es war schon ein wenig Erleichterung mit dabei, als ich gemerkt habe, was ich leisten kann und dass ich richtig fit bin.“

 

Im Hinterkopf waren da immer noch die schrecklichen Gedanken in den dunklen neun Monaten ohne ein einziges Handballspiel und völlig ungewisser Zukunft. „Wenn ich daran denke, was mir da alles durch den Kopf ging. Selbstzweifel, Zukunftsängste. Die ganze Palette.“ Eine Stütze in der schweren Zeit war da auch sein Verein HSG Konstanz, dem Hanemann sehr dankbar für die vielfältige Unterstützung und die Vertragsverlängerung bis 2019 ist. Hanemann revanchiert sich seit seinem Comeback mit einer tollen Partie nach der anderen. Er sei, so Hanemann, nun fitter und auf einem besseren Stand als je zuvor. „Ich habe schon viel geschafft und bin wieder da wo ich war – oder sogar weiter.“ Weiter vor allem im Stellungsspiel und im Bewahren von Ruhe in jeglichen Situationen. „Es ist ja schon die Jugo-Schule, die ich durchlaufen habe“, lacht er, „mit der guten Stellung zum Ball und einem guten Auge, ja fast einem Minimalismus – aber großer Effektivität. Ich bin froh, dass ich das gelernt habe und in Konstanz vertiefen konnte.“

 

Bei voraussichtlich zwei- bis dreimal Training am Tag im Rahmen des DHB-Lehrgangs wenige Monate vor der U21-Weltmeisterschaft in Algerien lebt der Traum von einem krönenden Abschluss in den Jugend- und Junioren-Nationalteams des DHB beim HSG-Schlussmann nun wieder stärker denn je. Nachdem er zuvor bereits bei einer Europameisterschaft, bei der der DHB die Silbermedaille holte, aufgrund der gerade überstandenen Knieverletzung und zuvor bei der in Russland stattfindenden Weltmeisterschaft wegen eines kurz vor Turnierbeginn erlittenen Muskelfaserrisses passen musste, möchte er sich nun für ein Happy End in Algerien empfehlen. „Ich weiß aber, dass das bis dahin noch ein großer Schritt ist“, bremst er sich und allzu große Euphorie. „Es ist wichtig, dass ich wieder dabei bin und die Chance habe, mich beweisen und durchsetzen zu können. Aber es fängt alles wieder bei null an, ich muss Gas geben und den Trainern zeigen, was ich kann.“

 

Nationaltrainer Erik Wudtke und sein Co Klaus-Dieter Petersen schenken dem Konstanzer nach seinen guten Leistungen zumindest aktuell das Vertrauen. Einen Hehl macht der gebürtige Wetzlarer aus einen Zielen aber nicht: „Es wäre die Krönung der Saison, wenn ich nach meiner Leidenszeit wieder fest zum Team gehören und die WM bestreiten dürfte. Die Jungs sind eine super Truppe, die etwas reißen können – ich würde gerne dabei helfen, ich bin heiß“, schwärmt er nach harter Arbeit mit Physiotherapeut Marc Götz und HSG-Athletiktrainer Björn Gentner. Das zweite große Ziel: Klassenerhalt mit der HSG Konstanz in der 2. Bundesliga. Selten hat man den Junioren-Nationaltorwart dabei so emotional gesehen wie bei seinen 11 Paraden in 30 Minuten gegen den Aufstiegsaspiranten Rimpar. „Diese Stimmung war einfach Gänsehaut“, beschreibt er die Atmosphäre in der Schänzle-Hölle, die die HSG zum Sieg trug und muss grinsen: „Da hat es mich überkommen und ich habe in der Freude für die Mannschaft jede Parade gefeiert. Es kam alles raus, die ganzen Emotionen der letzten Monate. Früher war ich eigentlich immer ruhig, jetzt bin ich komplett ausgerastet.“

 

Innerhalb kürzester Zeit von ganz unten, aus der Hölle, nach ganz oben, in den Handball-Himmel. Ganz kann Hanemann es selbst noch nicht glauben. „Das ist schon ein kleines Märchen und eine geile Story. Erst weiß keiner, was passiert – und dann kommt wieder alles auf einen Schlag. Ich möchte dieses Happy End krönen.“ Am 10. Juni steht fest, ob es der HSG Konstanz gelingt, den Klassenerhalt in der stärksten zweiten Liga der Welt sicherzustellen, im Juli findet schließlich die U21-Weltmeisterschaft in Algerien statt. Schritt für Schritt zum großen Happy End. Stefan Hanemann scheint bereit.

 

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